Alkohol in der Fastenzeit?

Mit dem Quendel einen Auszug herstellen

Mittlerweile haben wir schon viele Gelegenheiten gehabt, bei denen sich unsere seit Ende des Faschings gefassten Vorsätze bewähren konnten. Es liegt hingegen auch in der Natur der Sache, dass diese gebrochen werden können. Und das wird ebenfalls passiert sein. Neben dem Fleisch, auf das verzichtet wird, nehmen viele den Konsum von Alkohol berechtigterweise ins Visier, um diesen zu drosseln. Im Quendelkraut, das nun bald wieder in der freien Natur zu wachsen und zu blühen beginnt, finden sich keine Spuren von destillierten Substanzen, deren Konsum die Wahrnehmungssinne beeinträchtigen würden. Im Gegenteil: bei vielen Kräuterfreunden und auch bei mir persönlich steht diese Form des Wilden Thymians (Thymus pulegioides) in sehr hohem Ansehen. Immerhin hat er all jenen, die während lästiger Erkältungskrankheiten oder im Zuge einer Grippetherapie auf ihn zurückgegriffen haben, schon gute Dienste erwiesen. Um aber beim Thema Alkohol zu bleiben, möchte ich in Erinnerung rufen, dass in diesem Stoff auch ein gewisser Segen liegen kann. Immerhin ermöglicht er uns, so manch heilsame Inhaltsstoffe von Heilpflanzen zu konservieren und zusätzlich bis an die Haut zu transportieren. Meiner Meinung nach ist der Quendel ein durchaus starkes Kraut, wenngleich auf den zierlichen Trieben dieses Lippenblütlers nichts an Muskelkraft oder zahlreichen PS zu entdecken ist. Vielmehr weiß diese wertvolle Pflanze verschiedenste Zonen unseres Organismus derart zu stimulieren, dass die gesundheitserhaltenden Abläufe klaglos vonstatten gehen können. Also, warum sollte man sich da nicht gerade in der Fastenzeit den Vorsatz nehmen, auf den Alkohol zurückzugreifen, um ihn mit dem Quendel zu kombinieren?

Quendel-Auszug ansetzen und verwenden:

Im Verhältnis 1 : 4 kann man getrocknetes Quendelkraut mit hochprozentigem Alkohol oder einem qualitätsvollen Obstbrand selbst zu einem wertvollen Auszug verarbeiten. Den Ansatz 3 bis 4 Wochen in einem verschlossenen Weißglasgefäß ins sonnige Fenster stellen. Dann abseihen und mit destilliertem Wasser auf ca. 20 bis 30 % Alkoholgehalt verdünnen, in braune Fläschchen füllen, kühl und dunkel lagern. Darauf zurückgreifen darf man, wenn man z. B. unter so genannten eingeschlafenen Füßen leidet. Dabei wird mit dem Auszug das Bein von der Fußsohle bis zum Knie morgens und abends einmassiert. Bei Prellungen, Verstauchungen oder Quetschungen ist es ratsam, mithilfe eines Baumwolltuches, das mit Quendel-Auszug getränkt wird, eine Auflage in der Dauer von jeweils 5 Stunden durchzuführen.

Quendel ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya

Alkohol in der Fastenzeit?

Mit dem Quendel einen Auszug herstellen

Mittlerweile haben wir schon viele Gelegenheiten gehabt, bei denen sich unsere seit Ende des Faschings gefassten Vorsätze bewähren konnten. Es liegt hingegen auch in der Natur der Sache, dass diese gebrochen werden können. Und das wird ebenfalls passiert sein. Neben dem Fleisch, auf das verzichtet wird, nehmen viele den Konsum von Alkohol berechtigterweise ins Visier, um diesen zu drosseln. Im Quendelkraut, das nun bald wieder in der freien Natur zu wachsen und zu blühen beginnt, finden sich keine Spuren von destillierten Substanzen, deren Konsum die Wahrnehmungssinne beeinträchtigen würden. Im Gegenteil: bei vielen Kräuterfreunden und auch bei mir persönlich steht diese Form des Wilden Thymians (Thymus pulegioides) in sehr hohem Ansehen. Immerhin hat er all jenen, die während lästiger Erkältungskrankheiten oder im Zuge einer Grippetherapie auf ihn zurückgegriffen haben, schon gute Dienste erwiesen. Um aber beim Thema Alkohol zu bleiben, möchte ich in Erinnerung rufen, dass in diesem Stoff auch ein gewisser Segen liegen kann. Immerhin ermöglicht er uns, so manch heilsame Inhaltsstoffe von Heilpflanzen zu konservieren und zusätzlich bis an die Haut zu transportieren. Meiner Meinung nach ist der Quendel ein durchaus starkes Kraut, wenngleich auf den zierlichen Trieben dieses Lippenblütlers nichts an Muskelkraft oder zahlreichen PS zu entdecken ist. Vielmehr weiß diese wertvolle Pflanze verschiedenste Zonen unseres Organismus derart zu stimulieren, dass die gesundheitserhaltenden Abläufe klaglos vonstatten gehen können. Also, warum sollte man sich da nicht gerade in der Fastenzeit den Vorsatz nehmen, auf den Alkohol zurückzugreifen, um ihn mit dem Quendel zu kombinieren? Ein Quendel-Auszug lässt sich hilfreich anwenden, wenn man z. B. unter so genannten eingeschlafenen Füßen leidet. Dabei wird mit dem Auszug das Bein von der Fußsohle bis zum Knie morgens und abends einmassiert. Bei Prellungen, Verstauchungen oder Quetschungen ist es ratsam, mithilfe eines Baumwolltuches, das mit Quendel-Auszug getränkt wird, eine Auflage in der Dauer von jeweils 5 Stunden durchzuführen.

So wird Quendel-Auszug zubereitet:

Im Verhältnis 1 : 4 kann man das getrocknete und zerkleinerte Kraut mit hochprozentigem Alkohol oder einem qualitätsvollen Obstbrand ansetzen. Das Gemisch 3 bis 4 Wochen in einem verschlossenen Weißglasgefäß ins sonnige Fenster stellen. Hin und wieder umrühren. Zuletzt abseihen und mit destilliertem Wasser auf ca. 20 bis 30 % Alkoholgehalt verdünnen, in braune Fläschchen füllen, kühl und dunkel lagern.

Quendel ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya

Boden, Pflanze und Mensch

Der Borretsch stellt eine Verbindung her

Frustration und Niedergeschlagenheit zählen nun einmal zu den Erfahrungen, an denen wir im Leben keinesfalls vorüberkommen. Die Gründe dafür sind oft vielfältig. Menschliche Enttäuschungen, geplatzte Projekte oder einfach die Überforderung der eigenen Kräfte führen zu derartigen Resultaten. Unser Gemüt liegt dann meist am Boden. Nehmen wir diesen Begriff aber wörtlich, so führt er uns z. B. im Garten zu den Pflanzen, die ihre Wurzeln im Erdreich ausbreiten und auf diese Weise mit dem Boden eine äußerst enge Korrelation pflegen. Unter den vielen botanischen Arten der Gewächse finden wir auch den Borretsch (Borago officinalis), der in der Naturheilkunde einen hohen Stellenwert genießt. Dieses Kraut, dessen Geschmack sehr an den der Gurken erinnert, besitzt neben den Inhalten wie Schleim- und Mineralstoffen auch eine Ausstrahlung, die dem Menschen hilft, aus schwermütigen Situationen heraus den Blick auf eine bessere Zukunft und auf noch nicht genützte Möglichkeiten zu erheben. Ja, wer fest wie eine Pflanze am Boden steht, vermag auch wiederum neu durchzustarten, wenn das Leben womöglich in eine falsche Richtung gelaufen ist. Der Borretsch verträgt sich generell gut mit vielen anderen Obst- und Gemüsepflanzen. Er schafft so etwas wie eine gute Gemeinschaft. Er lässt uns erkennen, dass auch wir nicht alleine mit dieser unserer Welt zurechtkommen müssen. Immerhin zeigt uns die Natur, dass es wunderbare und fruchtbare Zusammenhänge gibt, die Mensch und Pflanze gleichermaßen nutzen dürfen.

Symbiosen im Garten fördern:

Der Borretsch erweist sich als Bereicherung im Garten. Wer Obstbäume pflegt und kultiviert, kann den Borretsch jetzt im März in deren Nähe säen, um ihnen eine gute Gesellschaft zu ermöglichen. Es genügt daher einfach, Borretsch-Samen auf den weichen und bereits frostfreien Boden zu streuen und ein wenig mit einer Walze oder anderen Hilfsmitteln anzudrücken. Dergleichen kann man auch in den Weingärten vorgehen. Das tut dem Boden und den Pflanzen gut und führt zu besseren Fruchterträgen. Zudem werden die fleißigen Bienen und andere Nutzinsekten durch die Präsenz des Borretschs angelockt und genährt.

Borretschzweig ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya

Zierend, festigend und heilsam

Die Latsche ist sehr beliebt

Nach kräftigem Schneefall in den Bergen wird über die Medien dankenswerterweise auf die Gefahr von abgehenden Lawinen aufmerksam gemacht. Für mich ist es schwer nachvollziehbar, dass viel zu viele Wintersportler und Tourengeher dennoch meinen, sich der offenkundigen Gefahr aussetzen zu müssen, die nun einmal bei derartigen Wetterlagen herrscht. An der so genannten Baumgrenze steht ein Wächter, der sich von Natur aus der Unbill stellt, die auf den Berghängen nicht ausbleibt. Es ist die Latschenkiefer (Pinus mugo), die sich klugerweise eher entlang des Bodens ausbreitet, als durch eine große Wuchshöhe zu viel Angriffsfläche für Schnee, Eis und den häufigen Stürmen zu bieten, die das Klima in alpinen Zonen bestimmen. Unsere Vorfahren, die sich diesen Bedingungen stellen mussten, hüteten auch einen großen Erfahrungsschatz, von dem die Naturheilkunde heute noch zehrt. Gott sei Dank müssen wir aber nicht zu waghalsigen Touren aufbrechen, um uns der heilkräftigen Wirkung der Legföhren, wie die Latschen anders bezeichnet werden, zu bedienen. Sehr oft kommen nämlich die botanischen Bergfexe in vielen Gärten auch in den Niederungen zum Einsatz, um einen Bereich zu zieren oder einfach als Bodendecker zu fungieren. Oft kann es sogar sein, dass der Gartenbesitzer sich gar nicht dessen bewusst ist, einer Latschenkiefer das Gastrecht in der Grünen Oase rund ums Haus zu gewähren. Die Erkältungsperiode ist leider für dieses Jahr keineswegs vorüber. Immer noch kämpfen viele mit einem hartnäckigen Husten, der sich anscheinend in der Brust festgesetzt hat. Die Latsche hat in diesem Fall eine konkrete Hilfe anzubieten.

Ein Tee gegen den Husten:

Latschen besitzen auch Knospen, die man leicht entdecken kann. Zu Beginn der Vegetationsperiode schwitzen sie vermehrt Harz aus, das auch den Atemwegen gut tut. Bei Husten kann man sich einen Tee zubereiten, der Linderung erwirkt. Dazu nimmt man 1 Esslöffel voll Latschenknospen und überbrüht sie mit 1/4 Liter kochendem Wasser. 1/2 Stunde ziehen lassen und dann abseihen. Auf den Tag verteilt kann man 3 Tassen davon trinken.

Latschenkiefer ⓒ Grafik von Prof. Emil Jaksch, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya

Das Zeichen der Fastenzeit

Holzasche lässt sich praktisch verwenden

Was ist der Mensch? – Diese Frage lässt sich philosophisch und theologisch stundenlang erörtern, ehe man zu den erhofften Antworten kommt. Bis heute forscht auch die Biologie nach der entwicklungsgeschichtlichen Herkunft des Homo sapiens. Ein anderes Lebewesen, das im Hinblick auf das Alter den Menschen um Generationen übertrifft, ist der Baum. Stirbt dieser, so liefert er uns noch im Holz seine Energie, die er tatsächlich jahrzehntelang in seinem Stamm und seinen Ästen für uns gebunden hat. Verbrennt das Holz, bleibt Asche übrig. In der römisch-katholischen Liturgietradition empfangen die Gläubigen am Aschermittwoch ein Kreuz aus Asche, das auf die Stirn gezeichnet oder auf das Haupt gestreut wird mit den Worten: Bedenk, o Mensch, dass du Staub bist und wieder zum Staub zurückkehrst. Insofern haben wir mit den Bäumen anscheinend etwas gemeinsam. Die Vergänglichkeit alles auf der Erde Existierenden wird gerade an den lebendigen Wesen oft sehr schmerzlich offenkundig. Im religiösen Ritus steht die Asche sowohl für die Sterblichkeit als auch für die Reinigung. Das Wissen um die Verwendung der Holzasche als Hilfsmittel zum Saubermachen der Haushaltsgeräte ist schon längst bei den meisten von uns aus dem Bewusstsein geraten. So ist es vielleicht gar nicht schlecht, das Zeichen des Aschermittwochs noch einmal aufzugreifen, um sich dadurch auch seelisch läutern zu lassen. Und überdies kann das Restprodukt eines lodernden Holzfeuers dem Leib einen guten Dienst erweisen. Man darf sich auch in aufgeklärten Zeiten wie den unsrigen darübertrauen, es einfach einmal auszuprobieren.

Essig mit Asche für die Haut:

Gesiebte Holzasche gibt man in einem ausgewogenen Maß in ein Glas, das mit warmem Apfelessig gefüllt ist. Mit dieser Mischung kann man dann in der Dusche oder in der Badewanne den Körper kräftig abwaschen und abreiben. Mit lauwarmem Wasser abspülen und dann abtrocknen. Zu guter Letzt reibt man die Haut noch mit Johanniskraut-Öl ein. Diese Anwendung hilft jenen, die unter einer schuppigen Haut leiden. (Bitte darauf achten, dass Johanniskraut-Öl die Haut sehr licht- und sonnenempfindlich werden lässt!)

Holzscheiter ⓒ Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya

Rechtzeitig Vorkehrungen treffen

Mit der Rinde der Eichenzweige Leiden abfangen

Man muss kein Hellseher sein, um ganz natürliche Vorgänge prognostizieren zu können, wie zum Beispiel, dass es im Winter draußen friert. Das wiederum bringt für Pflanzen und Gebäude massive Herausforderungen mit sich, die man jedoch durch rechtzeitige Schutzmaßnahmen so abfedern kann, dass kein Schaden entsteht. Dieses Vorgehen lässt sich auch direkt auf unsere Gesundheit übertragen. Inwieweit dabei die Eichenrinde in Form einer Kräuterdroge dienlich sein kann, möchte ich heute an dieser Stelle ins Bewusstsein heben. Denn wer sich einmal vor einen großen Eichenbaum hinstellt, der wird unter anderem seine dicke Borke bewundern. Wie verletzlich ist doch im Vergleich dazu unser eigener Leib? Dabei geht es aber weniger um äußere Wunden, Abschürfungen oder Kratzer. Denn durch ein beeinträchtigtes Nervensystem gelangt z. B. so manch krankheitserregende Ursache durchaus unter die Haut bzw. in jene Bereiche, die eigentlich dafür vorgesehen sind, in geordneter Weise die aufgenommene Nahrung zu verdauen und so aufzubereiten, dass der Körper die nötige Kraft bekommt. Im Normalfall weiß jeder selbst um seine physische und um seine psychische Konstitution Bescheid. Im Laufe der Zeit kommt man automatisch darauf, wo die sensiblen Bereiche in uns liegen und worauf es zu achten gilt, damit unser Organismus gut funktioniert. Darum braucht man sich nicht unbedingt dem Schicksal eines geschwächten Inneren ergeben. Im Bezug auf den Magen- und Darmbereich, auf Leber, Galle und Nieren haben wir einen Verbündeten, der uns hilft, vorausschauend und vorbeugend das eigene Ich zu pflegen. Es ist niemand Geringerer als unser Baumfreund Eiche (Quercus).

Tee aus Eichenrinde:

Die Rinde, die bereits von fingerdicken Zweigen der heimischen Eichenarten geerntet und getrocknet wurde oder die auch im Handel erhältlich ist, kann man für die Herstellung eines Tees verwenden. 2 gestrichene Teelöffel voll feingeschnittene Eichenrinde werden über Nacht in 1/4 l kaltem Wasser angesetzt. In der Früh aufkochen, 5 Minuten ziehen lassen, dann abseihen. Einmal pro Woche als vorbeugende Maßnahme auf nüchternen Magen warm und schluckweise trinken, damit es etwaige Magen-Darmschleimhaut-Entzündungen, nervöse Darmbeschwerden oder Nierenleiden schwerer haben, sich einzustellen.

Eichenzweig mit Eicheln und Rinde ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya

Ständig müde sein

Mit Salbei-Tee eine Umkehr anstreben

Hat am vergangenen Sonntag die Predigt gar wieder einmal sehr lange gedauert? – Das können natürlich nur jene beurteilen, die beim Gottesdienst wirklich anwesend waren. Und vielleicht hatte es auch einen guten Grund, warum der Seelsorger oder die Pfarrerin einer evangelischen Konfession das eine oder andere näher beleuchtet hat. Für die Frühjahrsmüdigkeit, die nun vermehrt wieder als Ausrede propagiert wird, sind längere Homilien jedenfalls nicht die Ursache. Aber es gibt noch sehr, sehr viele andere Gründe, warum man sich sehr oft und sehr bald abgespannt und ausgepowert fühlt. Im Salbei (Salvia officinalis) begegnet uns auf jeden Fall ein Kraut, das uns im wahrsten Sinne des Wortes ermuntern möchte, die Schattenseiten des Lebensverlaufes nicht als unabwendbares Schicksal hinzunehmen. Der Pflanze liegt es in geheimnisvoller Weise inne, durch ihre Präsenz eine Aufhellung in so manch trübe Tage hineinzutragen. Wenn die Salbeistöckel im Garten nun in der nächsten Zeit wiederum die Möglichkeit haben, bei wärmeren Temperaturen zu wachsen und zu blühen, dann stellen sie sich förmlich bewusst in die Sonne, um möglichst viel Strahlen zu erhaschen und zu speichern. Und diese konzentrierte Kraft ist es auch, die in umgewandelter Form für den Menschen, der sich des Salbeis bedient, zur positiven physischen und psychischen Motivation wird. Für Leib und Seele kann es eine ausgeformte Freundlichkeit sein, die uns eben auch in Gestalt einer Gartenpflanze begegnet. Egal, mit welchem Leiden wir uns bei den medizinischen Fachkräften einstellen: Wir werden umso mehr sowohl die Diagnosen und die daraus folgenden Therapien annehmen können, je freundlicher wir begutachtet und behandelt werden. Der Salbei ist ein ganz besonderes Lächeln, das der Herrgott für alle bereithält, die sich auf so mancher Schattenseite des Lebens befinden.

Salbei-Tee hat eine breite Wirkung:

Aus getrockneten Salbei-Blättern und Triebspitzen können Sie im Heißaufguss einen Tee zubereiten, der allen „aufhelfen“ kann, die sich niedergeschlagen fühlen. Das ist vor allem bei chronischen Ermüdungserscheinungen der Fall. Bei niedrigem Blutdruck und in Phasen der Rekonvaleszenz sollte man ebenso öfters einen Salbei-Tee trinken. Den Frauen tut dieser Aufguss zudem bei unregelmäßiger Menstruation sowie während des Klimakteriums gut.

Salbeipflanze ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya

Zusammenhänge erkennen

Zähne und Verdauung korrespondieren

Was bereitet einem Sorgen und Angst, wenn es vor einem liegt und Erleichterung und Freude, wenn es vorbei ist? – Die Antwort könnte für viele von uns lauten: der Besuch beim Zahnarzt. Ohne Umschweife möchte ich den Dienst loben, den die ausgebildeten Zahn- und Kiefermediziner beiderlei Geschlechts an uns tun. Immerhin sorgen sie dafür, dass sich die Schäden im Gebiss in Grenzen halten und dass oft sehr versteckte Eiterherde rund um unsere Zähne nicht in unseren Gesamtorganismus abstrahlen. Es hängt eben alles im Leib in einer Weise zusammen, die sich unserem Verstand häufig entzieht. Mit der Schafgarbe möchte ich heute auf die grenzübergreifende Vernetzung in unserem Innern hinweisen. Das große Thema Karies, das uns schon von klein auf beschäftigt hat, weist uns auf jeden Fall darauf hin, wie der Rest des Körpers mit unserem Gebiss und unserem Mund korrespondiert. Natürlich ist es wichtig und eigentlich selbstverständlich, die Zähne regelmäßig zu putzen und das Zahnfleisch nach Möglichkeit intakt zu halten. Dort, wo die Zahnbürste aber nichts mehr ausrichten kann, greift in sehr wirkungsvoller Weise die Mundhygiene ein, die man sich auch ruhig etwas kosten lassen darf, um die eigenen Zähne möglichst lange zu erhalten. Die medizinischen Ratschläge zur Bewahrung der Gesundheit unseres Gebisses laufen aber immer darauf hinaus, dass sich der betroffene Klient bzw. Patient auf jeden Fall ausgewogen und möglichst naturkonform ernähren soll. Und damit sind wir bei einem weiteren Thema angelangt, das sich auf eine andere Ebene im Organismus bezieht: die Verdauung. Diese kann funktionieren oder aber auch nicht. Im letzteren Fall ist es also angesagt, den Magen- und Darmbereich zu stärken und zu unterstützen, damit sich das in weiterer Folge positiv auf die Beschaffenheit der Zähne auswirkt. Dabei ist es von großem Nutzeb, die Schafgarbe näher in Betracht zu ziehen.

Schafgarben-Tee bei Karies:

Diese Anwendung versteht sich als vorbeugende Maßnahme. Eine gesunde Verdauung kann man eben dadurch fördern, indem man regelmäßig über eine Zeit lang einen Tee aus getrockneten Schafgarben-Blüten trinkt, dem man zu gleichen Teilen Pfefferminzblätter beifügen kann. Am besten nimmt man in der Früh und am Abend je 1 Schale davon zu sich. Dort, wo die Verdauung gut funktioniert, vermag das Blut auch die notwendigen Stoffe für den Aufbau und die Festigung der Zähne in den Kiefer zu liefern.

Schafgarbe ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya

Die Sehnsucht konkretisieren

Den Goldlack in den Bepflanzungsplan aufnehmen

Blumen sagen mehr als tausend Worte! – Die Aussage erweist sich als äußerst praktisch, wenn man in den verschiedensten Situationen nicht recht weiß, was man wie einer geschätzten Person gegenüber in positiver Weise sagen soll. Es gibt aber durchaus Gewächse, die eine ganz bestimmte Bedeutung besitzen. So steht in der Blumensprache der Goldlack (Erysimum cheiri) für den Satz: „Ich sehne mich nach dir.“ Möchte man also den Kreuzblütler, der einst in vielen Bauerngärten zu finden war, dazu verwenden, um einem sich in der Ferne befindenden geliebten Menschen seine Zuneigung zu bekunden, wird dieses Unterfangen mangels frischem Vorhandensein dieser schönen Blume nur schwer zu realisieren sein. Es besteht aber die Möglichkeit, direkt vor Ort etwas zu tun und die vorhandene Sehnsucht als Triebfeder dafür zu verwenden. Denn ab jetzt geht es trotz meteorologisch bedingten Unterbrechungen bergauf mit den Temperaturen. Im Handumdrehen ist die Zeit da, in der spätestens die Blumen für die kommende Saison gesät oder vereinzelt sein müssen. Als vorteilhaft erweist es sich, bereits im Vorhinein einen Bepflanzungsplan der einzelnen Beete und Rabatte zurechtgelegt zu haben, um somit die meist kurz bemessene Zeit, die für die Gartenarbeit während der Arbeitswoche übrig bleibt, gut nützen zu können. Man darf also durchaus dem kleinen eigenen Eden aussagekräftige Akzente verleihen. Der Goldlack, der schon im Altertum als Heilpflanze bei Leber- und Herzleiden in hohem Ansehen stand, steht dafür zur Verfügung.

Eine Blume für die Sehnsucht:

Es kann ja wirklich zermürbend sein, wenn man sich nach jemandem sehnt. Damit diese Regung nicht zu sehr das Denken und Arbeiten blockiert, sollte man eine Ableitung dadurch schaffen, indem man für sich und für andere ein Beet voller Blumen pflanzt. So kann ich heute den Gartenfreunden hierfür nur den herrlich duftenden Goldlack empfehlen, der leicht zu kultivieren ist. Seine volle Blütenpracht erlangt der Kreuzblütler erst im 2. Jahr, da es sich hierbei um eine zweijährige Pflanze handelt. Lass also ruhig Blumen sprechen und gönn’ der Seele dadurch eine Labsal.

Goldlack ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya

Wasser ist zum Waschen da

Das Seifenkraut darf hinzukommen

Es wäre doch etwas Feines, würde man eine Zeitmaschine besitzen. Nach Belieben wäre es möglich, einen Abstecher in die Vergangenheit zu machen. Wie hätte das eigene Dorf um das Jahr 1700 ausgesehen? Oder welch ein Geruch hat die Gassen unserer Städte im Mittelalter erfüllt? Beim Wäschewaschen wird sich aber wohl keine und keiner für lange Zeit in zurückliegende Jahrhunderte zurücksehnen. In diesem Zusammenhang dürfen wir jedoch ruhig das Seifenkraut (Saponaria officinalis) erwähnen, das durch seinen hohen Gehalt an Saponinen in geeigneter Weise mitgeholfen hat, die verschiedensten Arten von Stoffen zu säubern, noch ehe man nur im entferntesten an Waschpulver und Weichspüler denken konnte. Bis heute ist es durchaus möglich, sich des Seifenkrautes zu bedienen, um mithilfe seiner Wurzel, die im Wasser angesetzt wird, durch Aufsprudeln eine seifenartig schäumende Flüssigkeit anzurichten, die u a. auf sensiblen Möbelüberzügen aus natürlichen Materialien zum Einsatz kommen kann, um entstandene Flecken wieder zu entfernen. Unser Körper besitzt im Vergleich dazu auch einen Überzug aus natürlicher Konsistenz, der oft noch mehr als der bloßen Reinigung bedarf. Wer sich säubern möchte, kann dies angesichts einer vorhandenen Warnwasserquelle im Handumdrehen unter der Dusche erledigen. Auch das stand übrigens in noch gar nicht so lange verstrichenen Jahrzehnten kaum auf der Tagesordnung. Wie schnell haben wir das schon wieder vergessen?! Da unsere Haut sich ständig erneuert bzw. mit all dem zurechtkommen muss, was an sie in flüssiger, gasförmiger und fester Form herandringt, zeigt sie schon dann und wann an bestimmten Stellen ihre Brüchigkeit oder ihre entzündeten Herde. Von innen ist es für die Haut wichtig, gut mit dem Blut in Kontakt zu bleiben, das für die nötige Zu- und Abfuhr von Förderlichem und Schädlichem in gleicher Weise sorgt. Das Seifenkraut unterstützt all diese Prozesse auf eine sanfte und natürliche Art.

Bäder mit Seifenkraut:

Wer eine Badewanne besitzt, kann sich für folgende Anwendung entscheiden: Getrocknete und zerkleinerte Wurzel- oder Blätterteile des Seifenkrautes in entsprechender Menge kaltem Wasser 3 Stunden lang ansetzen. Danach erhitzt man das Wasser, ohne es jedoch zum Kochen zu bringen. Noch einmal 15 Minuten ziehen lassen und dann abseihen. Der warm gefüllten Badewanne beigeben und ca. 20 Minuten drin baden. Das regt die Durchblutung der Haut an und hilft bei Eiterungen an Händen und Füßen bzw. bei rauer, schuppiger Haut.

Seifenkraut ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya