Was vom Palmsonntag übrigbleibt

Die Weiden besitzen eine wertvolle Rinde

Wenn man an einem schönen Ort war, um dort eine Wallfahrt zu absolvieren oder für einige Tage Urlaub zu machen, so ist es ein guter Brauch, den Daheimgebliebenen ein Souvenir mitzubringen. Darin kommt sehr gut die Dankbarkeit und die Wertschätzung einem lieben Menschen gegenüber zum Ausdruck. In der Feier der Liturgie des Palmsonntags tritt man eigentlich auch immer eine Reise an. Diese geht ganz konkret nach Jerusalem, wo sich die Geschichte rund um Jesu Leiden, Tod und Auferstehen in den Texten der Hl. Schrift wiederholt. Die Palmzweige, die von einer der verschiedenen heimischen Weidenarten stammen und die heute traditionell in den Kirchen des römisch-katholischen Ritus gesegnet werden, nimmt man wiederum mit nach Hause, um sie für den Rest des Jahres an einer markanten Stelle nahe eines Kreuzes oder eines Heiligenbildes zu deponieren. Das Andenken an den Palmsonntag soll nicht nur in Folklore oder Brauchtum quasi stecken bleiben, sondern zu einer inneren Gewissheit führen, dass Gott die Seinen nicht im Stich lässt. Die Erlösungstat Christi gilt der ganzen Welt, die laut dem Apostel Paulus immer noch schmerzhaft auf das schleierlose Offenbarwerden Gottes wartet. In den heilenden Wirkungen des Weidengewächses ist ein Hinweis auf die Güte und Barmherzigkeit Gottes enthalten. So kann man zeitig im Frühjahr die Rinde des wasserbegleitenden Baumes ernten, um sie naturheilkundlich einzusetzen. Ein Tee, der aus getrockneter Weidenrinde zubereitet wird, erweist sich immerhin als schmerzlindernd, schweißtreibend und darüber hinaus als fiebersenkend. Denn der Körper weiß durch die Aufnahme des in den Weiden vorkommenden Wirkstoffes Salicin eben diesen in Salicylsäure umzuwandeln. Das wiederum entzieht schädlichen Bakterien den Nährboden, ohne den Organismus mit zusätzlichen Nebenwirkungen zu belasten.

Gelenksrheuma begleiten:

Die von fingerdicken Ästen der Weide geschälte und getrocknete Rinde wird vorerst zerkleinert. Davon nimmt man 3 Teelöffel voll und setzt sie in 1/4 Liter Wasser kalt an. Am nächsten Morgen kurz aufkochen und gleich danach abseihen. Tagsüber dann schluckweise trinken. Das hilft mit, um die unangenehmen Begleiterscheinungen von Rheuma zu minimieren.


Weide ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya

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