Alkohol in der Fastenzeit?

Mit dem Quendel einen Auszug herstellen

Mittlerweile haben wir schon viele Gelegenheiten gehabt, bei denen sich unsere seit Ende des Faschings gefassten Vorsätze bewähren konnten. Es liegt hingegen auch in der Natur der Sache, dass diese gebrochen werden können. Und das wird ebenfalls passiert sein. Neben dem Fleisch, auf das verzichtet wird, nehmen viele den Konsum von Alkohol berechtigterweise ins Visier, um diesen zu drosseln. Im Quendelkraut, das nun bald wieder in der freien Natur zu wachsen und zu blühen beginnt, finden sich keine Spuren von destillierten Substanzen, deren Konsum die Wahrnehmungssinne beeinträchtigen würden. Im Gegenteil: bei vielen Kräuterfreunden und auch bei mir persönlich steht diese Form des Wilden Thymians (Thymus pulegioides) in sehr hohem Ansehen. Immerhin hat er all jenen, die während lästiger Erkältungskrankheiten oder im Zuge einer Grippetherapie auf ihn zurückgegriffen haben, schon gute Dienste erwiesen. Um aber beim Thema Alkohol zu bleiben, möchte ich in Erinnerung rufen, dass in diesem Stoff auch ein gewisser Segen liegen kann. Immerhin ermöglicht er uns, so manch heilsame Inhaltsstoffe von Heilpflanzen zu konservieren und zusätzlich bis an die Haut zu transportieren. Meiner Meinung nach ist der Quendel ein durchaus starkes Kraut, wenngleich auf den zierlichen Trieben dieses Lippenblütlers nichts an Muskelkraft oder zahlreichen PS zu entdecken ist. Vielmehr weiß diese wertvolle Pflanze verschiedenste Zonen unseres Organismus derart zu stimulieren, dass die gesundheitserhaltenden Abläufe klaglos vonstatten gehen können. Also, warum sollte man sich da nicht gerade in der Fastenzeit den Vorsatz nehmen, auf den Alkohol zurückzugreifen, um ihn mit dem Quendel zu kombinieren?

Quendel-Auszug ansetzen und verwenden:

Im Verhältnis 1 : 4 kann man getrocknetes Quendelkraut mit hochprozentigem Alkohol oder einem qualitätsvollen Obstbrand selbst zu einem wertvollen Auszug verarbeiten. Den Ansatz 3 bis 4 Wochen in einem verschlossenen Weißglasgefäß ins sonnige Fenster stellen. Dann abseihen und mit destilliertem Wasser auf ca. 20 bis 30 % Alkoholgehalt verdünnen, in braune Fläschchen füllen, kühl und dunkel lagern. Darauf zurückgreifen darf man, wenn man z. B. unter so genannten eingeschlafenen Füßen leidet. Dabei wird mit dem Auszug das Bein von der Fußsohle bis zum Knie morgens und abends einmassiert. Bei Prellungen, Verstauchungen oder Quetschungen ist es ratsam, mithilfe eines Baumwolltuches, das mit Quendel-Auszug getränkt wird, eine Auflage in der Dauer von jeweils 5 Stunden durchzuführen.

Quendel ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya

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