Die freie Zeit wertvoll machen

Mit Heublumen ein Fußbad anrichten

Wenn ein Vorhaben oder ein Plan ohne Hindernisse und Bedenken in die Realität umgesetzt werden kann, so haben wir Österreicher dafür eine spezielle Redewendung: das Ganze ist dann wie eine „g’mahde Wiesn“ (= gemähte Wiese). Im Leben eines jeden von uns scheint aber das Gras ganz hoch zu stehen, so dass wir schlecht darüber hinwegzusehen vermögen. Sorgen und Probleme aus unseren privaten sowie aus unseren arbeitsmäßigen Lebensbereichen kennen keine Einteilung in Wochen-, Sonn- und Feiertage. Die verfolgen uns auch in jeden Feierabend hinein. Heublumen (Flores graminis) sind seit jeher ein Nebenprodukt der harten Arbeit, die verrichtet wurde, als das Gras auf den Wiesen per Hand gemäht und getrocknet werden musste. Dabei handelt es sich um verschiedene Fruchtstände und Blumen, die eben auf einer naturbelassenen Grünfläche zu finden sind. Auf den bäuerlichen Tennen hat man das Heu zwischengelagert und es mit einer Gabel in die Scheunen verfrachtet. Dabei blieben die so genannten Heublumen als Rest am Boden liegen, der nur mehr mit einem Besen zu bewältigen war. Jeder derartige „Abfall“ wurde eine Zeit lang gering geschätzt. Denken wir in diesem Zusammenhang etwa nur an die Weizenkleie. Heute kommt man wiederum vermehrt darauf, dass es in der wunderbaren Schöpfung Gottes letztendlich keine Wegwerfprodukte gibt. Und sei es eben nur der Rückstand einer ehemals schweißtreibenden Heumahd. Was der ländlichen Bevölkerung einst selbstredend heilig war, ist der Sonntag. Ja, und warum nützen wir nicht diese gute Zeit, um unter anderem auch dem Leib und der Seele ihre Zeit und Entspannung zu gönnen? Bei einer konkreten Anwendung kann das passieren.

Entspannung am Abend:

Für ein wohltuendes Fußbad nimmt man ca. 2 Hände voll Heublumen und übergießt sie mit 3 Liter kochendem Wasser. 15 Minuten lang wie einen Tee zugedeckt ziehen lassen. Danach abseihen, zum Fußbadewasser gießen und temperieren. 10 Minuten lang die Füße darin baden und danach kurz kalt abduschen. Zum Abschluss reibt man die Fußsohlen mit einem Johanniskraut-Ölauszug ein. Diese Durchführung hat auf unser Gemüt eine beruhigende Wirkung. Damit wird zudem ein zuweilen bestehender geistig-seelischer Druck vom Körper über die Füße abgeleitet.

Blumenwiese ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya

Kommentare geschlossen.