Mit Bitterkeit in Berührung kommen

Im Tausendguldenkraut reichlich vorhanden

Der Begriff „Wellness“ hat meiner Meinung nach zwei Seiten. Es steht außer Diskussion, dass es uns allen gut gehen soll. Dafür dürfen wir unsere Physis wie auch unsere Psyche pflegen und manchmal auch verhätscheln. Hilfsmittel und Angebote gibt es dafür en masse. Im Leben gibt es aber auch bittere Phasen, die einfach unumgänglich sind. Wenn von Bitterstoffen die Rede ist, so findet man im Tausendguldenkraut (Centaurium umbellatum) einen pflanzlichen Vertreter, der reich damit bestückt ist. Die Naturheilkunde wusste diesen Umstand von jeher zu nutzen. Die Verdauung und das Gedächtnis sind nach wie vor Adressaten der Wirkkräfte des schmucken Enziangewächses. Aber kehren wir zurück zum homo sapiens. Dieser korrespondiert mit seiner Umwelt auf verschiedene Weise. Wir können sie der Reihe nach aufzählen: die Stimme und die Sprache gehören dazu, die Mimik des Gesichtes, die Gestik der Hände, der Arme und der Beine. Haben wir etwas dabei vergessen? Ja, die Ausdünstung. Tiere z. B. merken viel früher als wir Intelligenzbegabten, ob wir Angst haben oder ob wir furchtlos dem animalischen Mitbewohner gegenübertreten. Aber auch uns geht es oft so, dass wir jemanden, der nicht unbedingt unserer Sympathie würdig ist, sprichwörtlich und manchmal auch reell nicht riechen können. Bei manchen Krankheiten lässt sich ein übler Körpergeruch zudem kaum vermeiden. Und nicht zuletzt ist es der jeweils gepflegte Lebensstil, der für unsere atmosphärische Aura verantwortlich zeichnet. Das Tausendguldenkraut will uns lehren, die Bitternis in unserem Leben ganz bewusst anzunehmen und es kann mithelfen, durch bewusste Pflege der Haut wiederum gesellschaftsfähig und für die anderen zugänglich zu werden.

Einreibung bei Körpergeruch:

Über Nacht setzt man 1 Teelöffel voll des getrockneten und zerkleinerten Tausendguldenkrautes in 1/2 Liter kaltem Wasser an. Am Morgen abseihen und bei Zimmertemperatur verwenden. Den Körper an seinen transpirierenden Stellen damit abreiben und den Ansatz von alleine in die Haut einziehen lassen. Wenn man diesem Tee ein paar Löffel hochprozentigen Alkohol beifügt, hat man eine haltbare Einreibung zur Hand, die für eine längere Zeit ausreicht.

Tausendguldenkraut ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya

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