Manches braucht seine Zeit

Das Warten zahlt sich beim Sanddorn aus

Wie war das früher alles möglich? – Zur Kommunikation standen lediglich die Post und das Festnetztelefon zur Verfügung. Für mich nicht auszumalen ist der Umstand, dass man sogar nur ein oder zwei Telefone im Dorf hatte, die man benutzen konnte. Oder denken wir nur an die so genannten Viertelanschlüsse! – Der Sanddornstrauch an der Böschung bzw. im eigenen Garten kommuniziert momentan über seine orange-leuchtenden Beeren an den Ästen, sofern es eine weibliche Pflanze ist. Er braucht weder e-Mail noch ein Handy, um auf sich aufmerksam zu machen. Er nimmt sich Zeit, um zu wachsen, zu blühen und seine Früchte heranreifen zu lassen. Damit schenkt er uns eine gute Portion Gesundheit, die in den auch von den Vögeln begehrten Beeren steckt. Es geht mir aber in all meinen Kräuterpräsentationen nicht nur darum, die vielfältigen Möglichkeiten der physischen Hilfestellung einer Pflanze aufzuzeigen. Mit der Frage „Wozu ist das gut?“ erfasst man jeweils nur einen Bruchteil des breitgefächerten Wesensspektrums eines wie auch immer gearteten Gewächses. Immerhin sprechen wir ja ebenso beim Sanddorn von einem gottgeschenkten Lebewesen, das allein schon in seiner Präsenz hier auf Erden wunderbar und bereichernd ist. Vorhin habe ich noch den Rhythmus der Jahreszeiten angesprochen , als ich die einzelnen Erscheinungsphasen des Sanddorns schilderte. Es tut auch uns Erdenbürgern ganz einfach gut, wenn wir diesen Wechsel der Sonnenbahn und des Wetters bewusst in unsere Lebensgestaltung integrieren. Wer einmal erkrankt ist, der muss sich ohnehin Zeit und Muße gönnen, um wieder ins rechte Lot zu kommen. Dasselbe gilt für die Bemühungen, um die Gesundheit nach den jeweils gegebenen Möglichkeiten zu erhalten.

Sanddorn-Schnaps ansetzen:

Die Beeren des Sanddornstrauches erntet man am besten nach dem ersten Frost. Dann nimmt man einen guten Obstbrand und setzt diese in einem Verhältnis 1 : 4 (Beeren – Obstbrand) an. 3 Wochen lang lässt man das Gefäß mit dem Ansatz im Fenster stehen und anschließend stellt man es 3 Wochen lang an einen kühlen und dunklen Standort, um das Ganze abschließend zu filtrieren und im Keller ein Jahr lang zu lagern. Erst im Folgejahr gebrauchen. Ab und zu ein Schluck davon genommen, dient der allgemeinen Stärkung unseres Organismus.

Snaddorn ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya

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