Die Ernte zu Ende bringen

Was Gerste und Haut miteinander zu tun haben

Vergangenen Sontag scherzte ich noch mit einem befreundeten Bauern über sein eigenes Verhalten. Da ich ihn Tage zuvor auf dem Feld mit dem Mähdrescher herumkurven sah, fragte ich ihn, ob er trotz des vielen Regens der vergangenen Zeit etwas einbringen konnte. Er sagte mir lachend, dass ich mir wohl gedacht hätte: „Was ist das für ein Narr!?“ – So schlimm waren meine Gedanken nicht! Und ich weiß auch gar nicht, ob etwa noch Gerste am Acker stand oder irgend ein anderes Korn. Jedenfalls ist es ein Trauerspiel, in diesem Jahr den Waldviertler Landwirten (und auch denen anderer Regionen) zusehen zu müssen, wie aufgrund des feuchten Wetters das Dreschen nicht und nicht zu einem guten Abschluss gebracht werden kann. Je länger sich das Getreide in der Ähre und damit auf dem Feld befindet, desto mehr verliert es an Qualität. Da und dort beginnt es auszuwachsen und zu keimen. Verständlich, dass dann kein Gewinn mehr erzielt werden kann. Das anfallende Korn hat aber auch andere Verwendungsalternativen als nur zu Futter herangezogen zu werden. Die in den Samen enthaltenen Stoffe können unter anderem auch etwas zur Pflege der menschlichen Haut beitragen. Obwohl seit Jahrzehnten die Maschinen die Arbeit im agrarischen Bereich unserer Gesellschaft immens erleichtern und effizienter gestalten lassen, so ist doch noch die eigene Hand letztendlich unersetzlich, mit der Herr Bauer und Frau Bäuerin das eine oder andere bewerkstelligen müssen. Und die Haut auf den Händen ist dadurch an keiner anderen Stelle des Körpers dermaßen gefordert. Die Kosmetik hierfür darf ruhig aus den Ergebnissen der Ernte rekrutiert werden.

Gerstenwasser zur Handpflege:

Raue und zersprungene Hände sind leider oft das Resultat schwerer Arbeit in der Landwirtschaft, am Bau und in der Industrie. Um nach getaner Arbeit den fleißigen Greiforganen Pflege zukommen zu lassen, werden 3 Esslöffel Gerstenkörner in 1 Liter Wasser weichgesotten. Das Resultat abseihen und zum Waschen der Hände verwenden. Mit leicht angewärmtem Olivenöl die Haut auf den Händen kräftig einreiben.

Gerste ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya

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