Positive Akzente

Heuer steht der Anis im Vordergrund

Mein Gott, merkt er denn das nicht!? – so denken oder sagen es viele, die mit der anscheinenden Insensibilität eines Mitmenschen ihre liebe Not haben. Und es bedeutet wahrlich, ein Kreuz tragen zu müssen, wenn manche in ihrer nervlichen Konstitution es einfach nicht schaffen, sich in andere hineinzudenken oder geschweige denn, ihre Nächsten ernst zu nehmen. In diesem Jahr widmen wir dem Anis unsere besondere Aufmerksamkeit, damit uns das eingangs Geschilderte bei Heilpflanzen nicht passiert. Es ist mittlerweile zu einer segensreichen Tradition geworden, die eine oder andere Spezies des Pflanzen- oder Tierreiches einem breiten Publikum vorzustellen. Die Initiativen dafür entspringen engagierten Vereinen und Institutionen. Der Anis ist die Heilpflanze des Jahres 2014, das gewiss schon mehr als die Hälfte seiner Dauer hinter sich hat. Deswegen ist es nur recht, diesen Doldenblütler wieder vor den Vorhang zu bitten. In der zurückliegenden Urlaubssaison waren sicher etliche unserer Leser im ursprünglichen Heimatgebiet des Anises, um einige Zeit auszuspannen. Gemeint sind damit ganz konkret das Festland rund um das östliche Mittelmeer bzw. die Landschaften Kleinasiens samt den westlichen Regionen unseres östlichen Nachbarkontinents. Beim Anis handelt es sich um einen Doldenblütler, dessen Vegetationsperiode auf ein Jahr beschränkt ist. Seit jeher werden seine Samenkörner herangezogen, um damit Speisen und Getränke zu würzen und zu aromatisieren. Oft trifft man in der Literatur und in den Gewürzabteilen der Geschäfte auf den Sternanis. Die dabei vorfindliche Ware stammt jedoch von einem ostasiatischen Baum und hat lediglich den Geschmack mit dem herkömmlichen Anis gemein. Botanisch besteht zwischen den beiden Trägerpflanzen keinerlei Verwandtschaftsverhältnis. Wer sich also mehr mit Kräutern beschäftigen möchte als bisher, füge heuer gezielt den Anis in sein Bewusstsein gleich einem fehlenden Puzzleteil ein.

Tee aus Aniskörnern:

Es muss nicht immer Ouzo sein. Anisliköre sind zwar sehr bekömmlich. Ein Tee aus Anis kann aber mehr bewirken. So hat dieser eine leicht abführende Eigenschaft und verringert gleichzeitig den Hang zu lästigen Blähungen. Besonders hilfreich steht er Zeitgenossen zur Seite, die von schmerzhaften und krampfartigen Magenkoliken geplagt werden.

Anis ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya

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