Eine Distel ohne Stacheln

Die Artischocke hat auch heilenden Wert

Den Philosophen Aristoteles muss man nicht extra vorstellen. Wenn sich jemand auch nicht im Zuge seiner schulischen oder universitären Ausbildung mit diesem herausragenden Denker auseinandersetzen musste, so hat man auf jeden Fall schon einmal seinen Namen gehört. Was hat nun der antike Gelehrte mit der Artischocke zu tun? In der Reihe seiner überlieferten Schriften befindet sich auch die in lateinischer Sprache betitelte Abhandlung „Historia animalium“. Darin werden die einzelnen Tiere beschrieben und klassifiziert. Unter den Vögeln findet sich unter anderem die von Aristoteles bezeichnete Gruppe der Distelfresser. Was auch immer der Grund dafür sein mag: uns Zweibeinern würde nicht so leicht eine Distel über die Lippen kommen! Oder doch? Nun, wenn wir es genau betrachten, ist die Artischocke (Cynara scolymus) ein distelartiges Gewächs, das Gott sei Dank auf die Dornen zu verzichten weiß. Dieses Gemüse wurde im Lauf der Jahrhunderte so herangezüchtet, dass es heute sehr gut als Delikatesse sowie als gesunde Beigabe zu mancherlei Köstlichkeiten herangezogen werden kann. In den Gärten kann man entweder im Frühling den Samen in die vorbereiteten Beete säen oder man besorgt sich im frühen Sommer im einschlägigen Fachhandel junge Pflanzen für die eigene grüne Hausapotheke vor dem Fenster. Die Artischocke verlangt einen tiefgründigen, sandigen Boden in sonniger Lage. Sie gedeiht besonders gut, wenn ihr Wuchsort nach Möglichkeit windgeschützt ist. Abgesehen von der kulinarischen Zubereitung lassen sich die Blätter der Artischocke auch ernten und trocknen. In ihrer Heilwirkung regt dieser grüne Gartenfreund den Gallenfluss und die Lebertätigkeit an, senkt einen erhöhten Cholesterinspiegel und hilft generell bei Verdauungsstörungen.

Artischocken-Tee:

Von den getrockneten und zerkleinerten Blättern nimmt man 2 Teelöffel voll und übergießt sie mit 1/4 Liter kochendem Wasser. 15 Minuten zugedeckt ziehen lassen und abschließend abseihen. Im Regelfall trinkt man eine Zeit lang, aber nicht länger als 3 Wochen hintereinander, je morgens und abends eine Schale voll, ohne den Tee zu süßen.

Artischocke ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya

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