Auf die Krone schauen

Vor allem unter einer Esche

Vor 100 Jahren brach der Erste Weltkrieg aus. Bei genauerer Betrachtung der Geschichte sind dessen Folgen bis heute spürbar, seine Wunden noch nicht endgültig verheilt, wenn auch bald darauf ein noch verheerenderes Übel das Antlitz unserer Erde entstellte. Eine Herrscherkrone bewundern wir Österreicher höchstens noch in den Vitrinen der Schatzkammern in Wien. Bei alten Bäumen, die oft schon viel an sich vorüberziehen gesehen haben, spricht man ebenfalls von einer Krone, die aus den Zweigen und Ästen gebildet wird. Solitär stehende Eschen weisen zuweilen ganz besondere Gebilde dieser Art auf. Jetzt im Sommer flüchten wir bei großer Hitze sehr gerne unter deren Schatten und deren Schutz. Darunter verweilend, gehen die Gedanken womöglich gar in die vergangenen Zeiten zurück, die wir nur allzu schnell als bessere und schönere bezeichnen. Angesichts der kriegerischen Katastrophen, die ich eben skizziert habe, dürfen wir ruhig ein großes Fragezeichen über die Verherrlichung zurückliegender Dezennien setzen. Trotz alledem möchte ich aber niemandem das Schwelgen in der Erinnerung an liebe Menschen oder segensreiche Institutionen vergällen. Zumindest besteht doch bei vielen von uns der Wunsch, noch einmal jung sein zu dürfen. Vor allem dann, wenn einem der Körper immer mehr Grenzen aufweist und die Bewegungsfähigkeit einschränkt, fühlen wir uns ganz leicht dazu animiert, festzustellen, dass dies oder jenes in jüngeren Jahren kein Problem darstellte. Zudem wurden anstehende Arbeiten früher viel rascher erledigt. Die Zeit kann keiner von uns zurückdrehen. Den Körper können wir aber sehr wohl in jedem Alter unterstützen.

Eschenblätter sammeln:

Im Hochsommer können von den Zweigen der Esche (Fraxinus excelsior) einige Blätter gepflückt, entstielt und getrocknet werden. Von der dadurch erhaltenen Ware kann man sich ab und zu im Laufe des Jahres einen Tee im Heißaufguss zubereiten, der mithilft, den Alterungsprozess unseres Organismus zu verlangsamen.

Eschenblätter und Blüten ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya

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