Auf Pflanzenpirsch gehen

Bei der Brombeere mit Erfolg gekrönt

Ganz früh aufstehen ist nicht jedermanns Sache. Ehrlich gesagt, genieße ich auch die seltenen Gelegenheiten, einmal länger ausschlafen zu können. Im Großen und Ganzen ist aber meine biologische Uhr so eingestellt, dass mir das Aufstehen gerade in der Sommerszeit nicht schwer fällt. Waidmänner und -frauen wissen sehr wohl, dass man oft schon im Morgengrauen im Revier sein muss, um einen guten Anblick zu haben. Gehen jene aber noch in der Dunkelheit durch den Wald, kann es ganz leicht passieren, dass die stacheligen Brombeerranken das Weiterkommen ziemlich erschweren. Nun gibt es zwei Möglichkeiten, sich jenem Problem zu stellen: entweder man schimpft über diese Hindernisse oder man bedenkt, dass auch sie zur Vielfalt der Schöpfung einfach dazugehören und ihre Funktion erfüllen. Immerhin bieten sie so manchen kleineren und größeren Waldbewohnern Schutz und Unterschlupf. Heute möchte ich einmal einladen, in die Forste auf Pflanzenpirsch zu gehen. Wenn auch die Morgenzeit dafür ideal zu sein scheint, so kann man ruhig ebenso untertags die kaum erkundeten Routen durch die Wildnis beschreiten. Ziel dieser Expedition sind die Kräuter und Sträucher, die auch ohne Gewehre erobert werden können. Dabei kann es vorkommen, dass man „vor lauter Kräutern die Pflanzen nicht sieht“, um eine häufige Redewendung hier im Hinblick auf die kleineren Gewächse zu entlehnen. Wer womöglich dann noch über die am Boden wachsenden Brombeeren stolpert, der wird buchstäblich mit der Nase auf etwas unerkannt Wertvolles gestoßen. Denn im Normalfall hält man erst im Herbst an ihren Trieben nach den reifen Früchten Ausschau, die ebenfalls nicht zu verachten sind.

Tee aus Brombeerblättern:

Frisch geerntete Blätter von Brombeerranken werden ohne ihre Stängel an einer zugigen Stelle getrocknet. Bevor man einen Tee aufgießt, sollte man die trockene Ware erst zerschneiden. 2 Teelöffel voll davon mit 1/4 Liter kochendem Wasser übergießen und 15 Minuten zugedeckt ziehen lassen. Dann abseihen und trinken. Dieser Trank bewährt sich aufgrund seiner zusammenziehenden und keimtötenden Wirkung besonders bei Durchfall oder geschwächtem Immunsystem.

Brombeere ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya

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