Schattenspender Nussbaum

Nicht ohne seine Blätter

Am Brunnen vor dem Tore – da steht im Koventgarten des Stiftes Geras ein Walnussbaum.
Mittlerweile erlauben es die Außentemperaturen selbst im Waldviertel, dass man sich in seinem Schatten unter dem Blätterdach dieses Pflanzenriesen gemütlich auf einem Bankerl niederlässt, um z. B. nach getaner Arbeit auszuruhen. Gewiss trägt da ein gutes Glaserl Wein dazu bei, die anhaltende österliche Freude auch noch für den Gaumen erfahrbar zu machen. Aber mein Blick steigt ganz bewusst auf in die Krone des Baumes, wo sich dann im Herbst die Eichkätzchen und die Häher um die begehrten Nüsse streiten werden, bevor diese zu Boden fallen. Unser Nussbaum hat eben erst geblüht. So soll ihm auch die nötige Ruhe bis zur hoffentlich ertragreichen Reifung der Schalenfrüchte gewährt werden. Wahrscheinlich denkt kaum jemand daran, sich ein wenig seiner Blätter zu bedienen. Wer daran reibt, wird sofort den ihnen typischen Geruch in der Nase haben, den die Insekten gottlob eher weniger schätzen. Ein wenig Geduld ist noch angesagt. Denn vorerst sollen die Walnussblätter vollends entwickelt und herangewachsen sein, ehe man sich ihrer bedient. Ab dem Monat Juni kann man aber darangehen, einzelne Blätter zu sammeln. Am besten werden diese sofort an einer schattigen Stelle bei Zugluft getrocknet, damit sie nach Möglichkeit ihre grüne Farbe mitsamt ihrer Wirkkraft behalten. Wenn man die Nussblätter danach gut und trocken aufbewahrt, stehen sie einem den Rest des Jahres über zur Verfügung. Wer also den Schatten eines Nussbaumes aufsucht, darf sich sicher sein, dass er oder sie sich in guter Gesellschaft befindet. Vielleicht wartet ja sogar ein derartiger Pflanzenriese vor der eigenen Tür darauf, mit ihm ein wenig Zeit zu verbringen, um so wieder ruhiger und gelassener zu werden. Diese Auswirkung fällt sogar vom Baum ab, ohne ein Blatt von ihm genommen zu haben.

Tee aus Walnussblättern:

Im Heißaufguss zubereiteter Tee aus getrockneten Walnussblättern kann in einer Menge von je 3 Schalen pro Tag getrunken werden. Dies wird vor allem Menschen empfohlen, die unter Gelbsucht oder Zuckerkrankheit leiden. Bei Halsschmerzen und Kehlkopfleiden verwendet man diesen Tee am besten als Gurgelwasser.

Walnuss ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya

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