Reste aus dem Vorjahr

Auf den Beerenspeicher zurückgreifen

Ab und zu gehe ich an den Ufern der Karpfenteiche in nächster Nähe zu meinem Kloster spazieren. Große Aufmerksamkeit erregen dabei die Wasservögel, von denen der eine oder andere gerade aus dem Winterquartier zurückgekehrt ist. Dadurch kommen so manche Pflanzen ins Hintertreffen, die auch bei frostigen Temperaturen durchgehalten haben, um jetzt im angebrochenen Frühling wiederum neu durchzustarten. Vor einigen Jahren durfte ich eigenhändig ein paar Ebereschen vom stiftseigenen Wald an den Rand des Teiches setzen, damit sie in ihrer dezenten Art den Weg entlang des Gewässers säumen. Aufgrund des milden Winters erlebten sie in den vergangenen Monaten weniger Ansturm seitens der hungrigen Vogelwelt als in den zurückliegenden strengeren Wintern. Dennoch sind die Vogelbeeren am Ebereschenbaum ebenso für uns Menschen sehr wertvoll. In mühevoller Arbeit werden sie von den Kennern gepflückt und eingemaischt, um aus ihnen einen ganz begehrten Obstbrand zu erzeugen, der z. B. als Aperitif nicht zu verachten ist. Wie andere Früchte, so können auch die Beeren der Eberesche getrocknet und auf diese Weise zum Aufbewahren haltbar gemacht werden. Wenn jetzt bei steigenden Temperaturen unser Augenmerk bereits den Erdflächen der vorbereiteten Beete gilt, um das eine oder andere auszusäen und zu pflanzen, sollten die Reserven in Keller und Speisekammer einmal kontrolliert werden. Mit Sicherheit findet sich so manches, das gerade jetzt verwertet werden kann. Immerhin besteht zu recht die Hoffnung, dass auch im kommenden Sommer und Herbst wiederum eine Fülle an Gaben der Schöpfung übrig bleibt, die darauf wartet, gesammelt und eingelagert zu werden.

Tee aus Vogelbeeren:

Von den getrockneten Beeren der Eberesche nimmt man 2 Handvoll und übergießt sie mit 1 Liter kaltem Wasser. Auf Sparflamme dann ca. 1 Stunde lang kochen lassen. Abseihen und in eine Thermosflasche füllen. Leidet man unter Heiserkeit, kann man den ganzen Tag über ein paar Mal mit dem Tee gurgeln.

Eberesche ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya

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