Das Danken nicht vergessen

Und Sanddornblüten pflücken

Sinnierend gehe ich manchmal in meiner spärlichen freien Zeit durch den Pfarrhofgarten in Harth. An der Mauer zum Friedhof des kleinen Waldviertler Dorfes habe ich vor einigen Jahren einen Sanddornstrauch gesetzt. Mittlerweile ist er schon ganz stattlich herangewachsen. Ich weiß gar nicht mehr, wie lange er dort schon steht. Ja, es gerät schon hie und da etwas in Vergessenheit, wenn man nicht gewohnt ist, penibel eine persönliche Chronik zu erstellen. Beim heutigen Sonntagsgottesdienst in der Stiftskirche von Geras um 9.30 Uhr werden wir eine herausragende Persönlichkeit jedoch nicht vergessen: vor genau 10 Jahren und 2 Tagen nämlich starb Hermann-Josef Weidinger. Grund genug, um dem Herrgott wieder einmal ein kräftiges Danke zum Himmel zu schicken, dass er uns diesen Visionär der Naturheilkunde geschenkt hat! Wenn wir heute gleichsam seinen Staffellauf wider die Gedankenlosigkeit und für die Gesundheit weiterführen dürfen, dann wissen wir, die Mitbrüder des Stiftes Geras und das Team im Verein Freunde der Heilkräuter, dass Weidinger einen großen Teil der Strecke bereits für uns zurückgelegt hat, auf deren Verlauf sich viele seelsorgliche Gespräche und naturheilkundliche Beratungen, unzählige Vorträge und Seminare, tausende von Briefen und nicht zuletzt mehr als 40 Bücher finden lassen. Immerhin hat der ehemalige China-Missionar dazu wesentlich beigetragen, dass sich im Denken unserer Zeitgenossen schön langsam etwas geändert hat. Im Hinblick auf die Heilkraft der Natur hat sich so manches hämische Lächeln in ein Innehalten verwandelt, so dass die eine oder andere Erkenntnis reifen konnte, weil halt die Pflanzen doch nicht ganz ohne sind. An diesem Sonntag wollen wir es nicht vergessen. Wer weiß, wie lange der Sanddorn noch an seinem Platz an der Mauer stehen wird. Gott gäb’s, dass das noch lange der Fall ist. Denn unser Staffellauf für das Heil des Leibes und der Seele wird noch länger andauern. Das wollen wir nicht vergessen.

Tee aus Sanddorn-Blüten:

Vom März bis Mai setzt der Sanddorn seine Blüten an. Auf der männlichen Pflanze sind sie größer ausgebildet und leichter zu erkennen. Diese kann man nutzen, um einen Tee im Heißaufguss zu kochen. 3 Monate hindurch kann man je früh und abends eine Schale davon trinken, um der Altersvergesslichkeit entgegenzuwirken. Die angesprochenen Pflanzenteile kann man auch durch Trocknen haltbar machen.

Sanddorn ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya

Hermann-Josef Weidinger ⓒ Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya

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