Demütige Bäume hoch oben

Die Latschenkiefern trotzen dem Winter

Ich genieße es mittlerweile, eben mal unkompliziert die Grenze nach Tschechien zu passieren, um einen Ausflug ins benachbarte Mähren zu unternehmen. Der Schreck, der mir noch lange nach dem Fall des Eisernen Vorhanges bei derartigen Reisen in den Knochen saß, hat sich gottlob bereits verflüchtigt. Mit einem Lächeln betrachte ich des Öfteren die Aufnahmen von Gebirgigen Regionen. Dort zeichnet sich meist ganz markant die Baumgrenze ab. Diese wird aber immer noch meist von der so genannten Krummholzzone überschritten, die zu einem hohen Anteil vom Vorkommen der Bergkiefer (Pinus mugo) bestimmt wird. Durch ihre Gestalt, die sich eher am Boden hält und daher in die Breite wächst, kommen sie besser mit den wettermäßigen Bedingungen des Hochgebirges zurecht als eben ihre steil aufragenden Verwandten, die in einer derartigen Lage längst einer Lawine, dem Sturm oder der übergroßen Belastung durch Eis zum Opfer gefallen wären. All das macht der Latsche, wie die Bergkiefer bei uns landläufig bezeichnet wird, nichts aus. Sie bleibt demütig und schafft es daher, sich professionell der Unbill des rauen Alltags nahe den Gipfeln entgegenzustellen. Ihr Holz ist zäh und harzreich. Was so gesehen dem äußeren Erscheinungsbild eines Baumes fehlt, das wird im Inneren des Latschenholzes kompensiert und ausgeglichen. Ich empfehle bei meinen Verweisen auf die Wirkkraft der Kräuter, eine ganz wichtige Funktion der gottgeschaffenen Wesen nicht zu übersehen: sie helfen enorm mit, das Leben zu deuten. Wir können uns von den Pflanzen so manche Tugend abschauen, die wir in der Folge in unser Leben einbauen mögen. Beherzigen wir das z. B. bei der Latsche, dann wird es uns vielleicht geschenkt, dass unser Charakter an Kontur gewinnt und wir gleich den starken Wurzeln und den knorrigen Ästen einer Bergkiefer unserer menschlichen Umgebung Schutz und Halt bieten können. Um an die Latschen in der freien Natur zu gelangen, heißt es in die Höhe zu steigen. Für Muskeln und Sehnen eine Herausforderung, die womöglich schmerzliche Konsequenzen nach sich zieht. Auch dabei auf die Latschen zurückgreifen.

Sehnenschmerzen behandeln:

Des Abends werden die betroffenen Zonen mit ätherischem Latschenkiefernöl eingerieben. Zusätzlich sollte man die Umgebung der Sehnen des Nachts über warm halten. Da ätherische Öle leicht verdampfen und die Haut austrocknen können, darf man ruhig mit einem fetten Öl „nacharbeiten“.

Bergkiefer ⓒ Foto: Flickr, F. D. Richards

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