Blumengruß aus Amerika

Die Phacelie stellt sich vor

Wer sich auf den Weg macht, der kann etwas erleben. Vielmehr begegnen dem reisenden und wandernden Menschen wiederum Gleichgesinnte und mobile Zeitgenossen, die man nicht getroffen und kennengelernt hätte, wäre man in den eigenen vier Wänden geblieben. Mit der langfristigen Umstellung der Landwirtschaft gibt es für botanisch Interessierte seit etlichen Jahren ebenfalls viele Herausforderungen. Bei einem Gang durch die Felder taucht daher oft die Frage auf: Was wächst denn nun auf jener Fläche wiederum Unbekanntes? So ist es mir jedenfalls ergangen, als ich das erste Mal auf die Phacelie (Phacelia tanacetifolia) traf. Ihre ohnehin etwas exotisch anmutenden Blüten erregen jedoch nicht nur die Aufmerksamkeit der Menschen, sondern durchaus auch der Bienen. Daher trägt sie die weiteren Namen Bienenweide oder Bienenfreund. Obwohl ursprünglich in Nordamerika beheimatet, schätzen unsere einheimischen Immen die Blüte der Phacelie aufgrund ihres hohen Pollen- bzw. Nektargehaltes. Im schon angesprochenen Ackerbau kommt die blauviolett blühende Pflanze ob ihres feinen Wurzelsystems als Bodenauflockerer und Gründüngung zum Einsatz. Nicht zuletzt wird die Phacelie als Futtermittel verwendet, das ebenfalls einsiliert werden kann. In der Klassifizierung der Pflanzenkunde findet sich dieses eingewanderte Gewächs unter der Familie der Raublattgewächse, zu der auch der Borretsch und der Beinwell zählen. Wenn wir heute also eine alternative Feldpflanze hervorheben, so darf uns dies ein Anstoß zum Nachdenken sein, wo und wie wir gesunde Alternativen in ein sonst dem Wohlbefinden eher abträgliches alltägliches Leben einbauen können. Es ist nie zu spät, um damit zu beginnen.

Phacelien-Honig als Beigabe:

Da und dort haben sich Imker darauf spezialisiert, um mit Hilfe ihrer beflügelten Völker einen speziellen Honig zu sammeln. Dieser so gewonnene Ertrag von den Phacelien-Feldern eignet sich sehr gut als Beigabe zu Kräutertees und hat eine stärkende Wirkung für Menschen, die sensibel auf die Änderungen des Wetters reagieren bzw. unter Migräne leiden.

ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya

Kommentare geschlossen.