Ein Thema beim Heurigen

Und jeden Tag von Interesse

„Wir kommen alle, alle, alle in den Himmel, weil wir so brav sind!“ – In feuchtfröhlicher Runde ist das sicher ein kurzfristig heilsamer Weg, um sein eigenes Gewissen zu beruhigen. Am besten bei einem guten Glaserl Wein, einer zünftigen Brettljause und bei all den schmackhaften Zugaben, die jetzt beim Lesen dieser Zeilen automatisch über unseren Gaumen samt dessen gutem Gedächtnis ins Rollen kommen. Und wenn schon unbedingt von Sünde die Rede sein muss, dann natürlich nur im Hinblick auf eine fetthaltige Kost. Mir geht es aber in erster Linie nicht darum, den moralischen Zeigefinger zu erheben. Dafür schätze ich die eben beschriebenen Annehmlichkeiten selbst zu sehr. Dennoch darf die Leber, um die es mir heute geht, nicht gleichsam auf eine Anhangdrüse eines Weinfasses reduziert werden. Viel zu bedeutend ist ihre Funktion für den ganzen Organismus. All das, was wir an Ernährung zu uns nehmen, geht zuerst seinen Weg durch den Magen- und Darmtrakt. Das Blut in den im Bauchraum angesiedelten Adern entnimmt dem bis dorthin verwerteten Essen und Trinken die notwendigen Stoffe und transportiert diese zur Leber. Diese sorgt in Folge für den nach Möglichkeit ausgewogenen Eiweiß-, Fett- und Glukosehaushalt des Körpers. Natürlich ist auch unsere Psyche ganz eng mit diesen Zusammenhängen verbunden, so dass es nur recht und billig ist, in entsprechender Weise für die Leber zu sorgen. Neben einer ausgewogenen und vernünftigen Ernährung und einem guten seelischen Allgemeinzustand können auch die Inhaltsstoffe der Heilkräuter unser wertvolles Organ Leber unterstützen.

Ein Blumenstrauß für die Leber:

Allen, die Ausschau danach halten, was denn dem gelappten Verwertungsorgan eine Freude machen würde, darf ich folgende Heilgewächse ans Herz legen: die Schafgarbe, das Tausendguldenkraut, die Kornblume, den Odermennig oder die eben auf manchen Feldern abgeerntete Mariendistel. Auf die eine oder andere Weise kann man den wertvollen Gehalt dieser Pflanzen gewinnen und der Leber zuführen.

ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya

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