Der Baum des Papstes

Der Ahorn gleicht einer Himmelsleiter

In Karlstein an der Thaya steht am Eingang zur Teestube unseres Vereines ein mittlerweile stattlich gewachsener Baum, der im Sommer seinen wohligen Schatten auf den Gehsteig wirft und so manche Abgase der vorüberziehenden Autos aus der Luft filtert. Dabei handelt es sich um einen Bergahorn, den einst Kräuterpfarrer Hermann-Josef Weidinger dem ehemaligen Weihbischof von St. Pölten, Dr. Alois Stöger, zur Erinnerung widmete. Beide geistliche Herren verband eine hohe persönliche Wertschätzung. Jemandem ein lebendiges Denkmal in Form eines Baumes zu setzen, ist ein schönes Zeichen. In Anbetracht der Ereignisse rund um die Ankündigung des Rücktrittes des Hl. Vaters in Rom möchte ich ganz bewusst diese Geste aufgreifen.

Betrachtet man z. B. einen Ahorn genauer, kann man dahinter eine Sinnsprache entdecken, die uns so manches zu erzählen weiß und uns an das eine oder andere erinnert. So zeichnen sich am Ahorn der ganze Kosmos und der Lauf der Jahreszeiten wie in einem Spiegel ab. Gleichzeitig lassen sich aber nicht nur die anscheinend vorgegebenen Kreisläufe erkennen, die sich Jahr für Jahr wiederholen, sondern vielmehr tritt auch eine Gewissheit zu Tage, dass Gott mit seiner allumfassenden Gegenwart das All erfüllt. Die dreiteiligen Ahornblätter können ein Hinweis auf das höchste göttliche Geheimnis und Wesen der Dreifaltigkeit in Vater, Sohn und Heiliger Geist sein. Das helle Holz der Ahornarten wiederum signalisiert eine innere Reinheit, die auch nach außen spürbar wird. Papst Benedikt XVI. wurde im Zeichen des Ahornbaumes an einem 16. April geboren. Er ist ein einfacher Diener im Weinberg des Herrn, der durch seinen betenden Blick auf Gott viel geistlichen Schatten inmitten der Hitze einer oft friedlosen Welt während seines Pontifikates gespendet hat. Vergelt’s Gott!

Laub vom Ahornbaum:

Im Garten kann man das jährlich anfallende Laub des Ahorns sehr gut zu fruchtbarer Komposterde verwandeln. Viele Mikroorganismen helfen dabei mit, um den Wert der Erde zu erhalten. Dieses Faktum kann auch ein Bild für edle Menschen sein.

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