Der Wunderbaum und sein Öl

Besser bekannt unter dem Namen Rizinus

So manche lustige Episode in alten Spielfilmen endet damit, dass jemand damit gestraft wird, indem er ein Glas voll Rizinusöl trinken muss. Nun, die Folge dieses „Genusses“ dürfte wohl hinlänglich bekannt sein. Dennoch lohnt es sich, heute einmal einen genaueren Blick auf den Wunderbaum (Ricinus communis) zu werfen. So spielt diese Pflanze bereits im alten Ägypten eine Rolle. Wahrscheinlich gelangte der Rizinus aus dem mittleren Afrika nach Norden. Einige meinen, er sei ursprünglich in Kleinasien oder gar in Indien beheimatet gewesen. Wie auch immer, das Öl, das aus den Rizinusfrüchten gewonnen wurde, diente vor allem zur Beleuchtung der Tempelanlagen. Natürlich haben auch schon die Bewohner dieser Hochkultur mit dem Rizinus experimentiert. So kennen wir von alten Papyrusschriften den Verweis, dass der Wunderbaum mitsamt seinem Öl helfen würde, den Bauch zu entleeren und in der Folge Bauchschmerzen zu lindern.

Diese Erfahrung hat sich bis auf den heutigen Tag gehalten. Botanisch betrachtet, zählt die Gattung des Rizinus zu den Wolfsmilchgewächsen (Euphorbiaceae). Die mehrjährige Pflanze gedeiht sehr gut in mediterranem Klima. Aufgrund der winterlichen Frosttemperaturen kann er in Mitteleuropa aber nur als einjährige Pflanze im Garten gezogen werden. Obwohl die Rizinusstaude zu den Giftpflanzen zählt, wird sie doch gern als Schmuck in unseren Gärten und in den Blumentöpfen kultiviert. Gewinnt man Öl durch das kalte Pressen der Samen, verbleiben jedoch die giftigen Stoffe in den Samenrückständen.

Rizinusöl für Mensch und Tier:

Hermann-Josef Weidinger hat einst empfohlen, bei Befall von Warzen die lästigen Gäste auf unserer Haut täglich öfter mit ein paar Tropfen Rizinusöl einzureiben, um sie zum Verschwinden zu bringen.
Leidet ein Haustier, z. B. ein Kaninchen unter Verstopfung, kann man versuchen, ihm einen Teelöffel dieses Öls einzuflößen, um die gewünschte Wirkung zu erzielen.

Ricinus communis

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