Schöne Blüten im Winter

Getrocknete Blumen verwenden

Mit dem Dekorieren ist das so eine Sache. Was macht man, wenn die Weihnachtszeit vorüber ist und natürliche Zutaten wie Tannen- oder Föhrenreisig, Misteln und ähnliches nicht mehr im momentanen Trend liegen? Da ist man doch froh, dass der Fasching so viel anderes an Laternen, Girlanden und buntem Papier zulässt. Wie auch immer. Ein zeitgerechter Akzent macht sich auf jeden Fall gut. Es gilt aber nicht nur das Äußere möglichst ansehnlich zu schmücken. Unser Inneres verlangt ebenfalls nach den dem gesunden Organismus entsprechenden Stoffen, die mithelfen, die Widerstandskraft und das Wohlgefühl aufrecht zu erhalten.

In Zeiten wie diesen ist das aber gar nicht so einfach möglich, weil grippale Infekte und verschleimte und entzündete Atemwege das vereiteln. Wer im vergangenen Sommer schon an die kalte Jahreszeit dachte, hat sicherlich auch die damals geöffneten Blüten gesammelt und getrocknet, um sie nun zu einem Tee zu mischen und gleichsam in verwandelter Form die Pracht der Blumen und die Kraft der Sonne dem Leibe zuzuführen. Unter den Malvengewächsen darf man jetzt z. B. auf den Eibisch zurückgreifen. Selbst Klatschmohnblüten sind als Schmuckdroge zu verwenden. Es sind also weder Hopfen noch Malz verloren, wenn es darum geht, einen Weg aus so mancher Erkältungskrankheit zu suchen. Schmücke einfach Dein Inneres!

Teemischung mit Eibischblüten:

Von Eibischblüten oder Eibischblättern nimmt man dafür 3 Teile, von Königskerzenblüten 2 Teile und zu guter Letzt von getrockneten Blütenblättern des Klatschmohns 1 Teil. 1 Esslöffel voll dieser Mischung übergießt man mit 1/4 Liter kochendem Wasser, lässt den Tee 15 Minuten ziehen und trinkt pro Tag höchstens 3 Tassen davon mit Honig gesüßt.
Das tut gut bei Grippe, Reizhusten und Bronchialkatarrh. Wer sie jetzt nicht zur Hand hat, sammelt die Bestandteile am besten im kommenden Sommer.

Worin sich der Himmel spiegelt

Mit Pflanze und Tier auf Weihnachten zu

Unter den wertvollen Paramenten, die unser altehrwürdiges Kloster Geras seit der Barockzeit ihr Eigen nennen darf, gibt es einen ganz besonderen Ornat. Er stammt aus der 2. Hälfte des 18. Jahrhunderts und ist mit Garben aus Getreide und mit Kornblumen bestickt. Oft habe ich mich schon gefragt, was denn diese Blumen in der Symbolsprache bedeuten würden. Abgesehen davon, dass die Kornblume (Centaurea cyanus) im 19. bzw. 20. Jahrhundert manch unheilvollen nationalistischen Bewegungen als Erkennungszeichen diente, steht der himmelblaue Korbblütler aber vor allem für die Abwehr des Bösen, für Jesus Christus und für die Gottesmutter Maria. Heute wird in Österreich der Tag des geheimnisvollen Beginns des irdischen Lebens der Jungfrau aus Nazareth gefeiert. Wie bei einem klaren Tropfen reinsten Wassers hat sich das Licht Gottes und der Himmel in ihr und auf ihr gespiegelt. Das heißt konkret, dass Maria das Göttliche nicht nur für sich selbst beansprucht hat, sondern es in einer nie zuvor gekannten Fülle auch weitergegeben hat. Sie hat uns durch die Geburt des Erlösers und einzigen Mittlers Jesus Christus einen Zugang zum Himmel geöffnet. Den reinen und wolkenlosen Himmel symbolisiert auch die Kornblume, die mir heute mitten im Winter zulächelt.

Kornblume als Heilpflanze:

In ihrer Wirkung gilt die getrocknete Droge der Kornblumenblüten als leicht harntreibend, zudem als appetitanregend, verdauungsfördernd und blutreinigend. Die Kornblume enthält nämlich den blauen Farbstoff Cyanin (wodurch sie als Schmuckdroge zum Färben von Teemischungen herangezogen wird), den Bitterstoff Centaurein, Gerbstoffe und Schleim.

Kornblume

Mehr Infos zum Verein Freunde der Heilkräuter, Rezepten und Produkten finden Sie auf www.kraeuterpfarrer.at.