Fruchtbar bleiben

Mit Pflanze und Tier auf Weihnachten zu

Im Psalm 85 des Alten Testamentes der Bibel finden wir den Vers: „Der Herr spendet seinen Segen, und die Erde bringt ihre Frucht hervor.“ Für uns heutige Mitteleuropäer sind darin zwei wichtige Begriffe enthalten, die wir einerseits kaum in Frage stellen, die andererseits aber oft vermisst oder in weite Ferne gerückt scheinen. Wenn wir den Segen einmal näher betrachten, so bedeutet er so viel wie eine bedingungslose Zusage Gottes zu uns Menschen. Das lateinische Wort benedicere (= segnen) heißt wörtlich übersetzt „Gutes sagen“. Wenn also Gott hinter mir steht, liegt gleichzeitig die Zukunft vor mir. Das lässt mich persönlich auch fruchtbar und für andere dienstbereit werden. Unser Kontinent braucht meiner Meinung nichts dringender als physische und geistige Fruchtbarkeit. Die Schafgarbe (Achillea millefolium) am Wegesrand und mitten auf der Wiese bildet einen Blütenschirm aus, der mit seinen weiß bis hell rosa gefärbten Blüten froh nach der Sonne Ausschau hält und nach unten hin den Schutz Gottes verkörpert. Die feinnervig geformten Blätter wiederum sind ein Symbol für die oft so notwendige Sensibilität, die uns denkenden Zweibeinern das Richtige zur rechten Zeit tun oder lassen hilft. Schwester Schaftgarbe, hilf uns allen, zum Leben in allumfassender Weise in diesem Advent „Ja“ zu sagen.

Schafgarbe als Gewürz:

Gesundheitsförderndes lässt sich auch beim Genießen einbringen. Die Schafgarbe, die sich u. a. positiv auf alle Bereiche der menschlichen Fortpflanzung auswirkt, kann man ebenso als Gewürz verwenden. Besonders bei fetten Speisen, wie z. B. Gänsebraten, Wurstwaren oder Eintopfgerichten, sollte der bittere Korbblütler „mit an Bord sein“. Die Schafgarbe verbreitet dabei nicht nur ihr feinherbes Aroma, sondern fördert gleichzeitig die Verdauung.

Schafgarbe

Mehr Infos zum Verein Freunde der Heilkräuter, Rezepten und Produkten finden Sie auf www.kraeuterpfarrer.at.

Heilige und die Schöpfung

Die Pferde beschützt der hl. Leonhard

Wenn ich mit dem Auto nach Wien fahre, wähle ich meist die Strecke, die über Hollabrunn von Geras aus in unsere Bundeshauptstadt führt. Dabei habe ich einige topographische Anhaltspunkte, die unübersehbar in der Landschaft stehen. Einer davon ist die Pfarrkirche von Wartberg unweit des berühmten Weinortes Röschitz und der mittelalterlichen Steinmetzmetropole Eggenburg. Dieses Gotteshaus liegt am westlichen Rand des Weinviertels auf einem sanften langgestreckten Hügel. Rundherum breiten sich Weinberge und Felder aus, so dass der spätgotische Bau schon von weitem ins Blickfeld rückt und das Sichtfeld dominiert. Dieses Gotteshaus steht bewusst auf einer Anhöhe, um seit Jahrhunderten daran zu erinnern, dass Gott der Urgrund alles Geschaffenen ist. Der Patron der Wartberger Kirche ist der hl. Leonhard. Er wird vor allem in den Anliegen der Landwirtschaft angerufen, besonders in allen Fragen rund um das Pferd. Nun, das beliebte Huftier spielt schon lange keine Rolle mehr, wenn es darum geht, die Frucht nach Hause zu bringen oder das Erdreich umzuackern. Das erledigen heute anscheinend viel effizienter tonnenschwere Traktoren, die von Mal zu Mal den Boden immer mehr verdichten. Mit dem hl. Leonhard blicken wir aber weiterhin auf ein Tier, das uns die Sensibilität im Umgang mit dem gottgegebenen Leben wieder besser zu Bewusstsein kommen lässt. Bitten wir heute um den Segen für die Tiere, die ebenfalls von Gott uns zur Seite gestellt werden.

Rote Rüben helfen auch den Pferden:

Jetzt im Spätherbst haben die Roten Rüben Hochsaison. Fachgerecht im Keller gelagert, bieten sie derzeit viele wertvolle Wirkstoffe an, die mithelfen, die Qualität des Blutes unserer Huftiere zu stärken und so schädigenden Krankheiten vorzubeugen. Bis Neujahr sollte auf jeden Fall das Füttern der Vitaminspender fortgesetzt werden, da später die Roten Rüben ihren Gehalt immer mehr einbüßen.

Rote Rüben