Christus heiligt das Wasser

Das Wasser wiederum hilft uns heilen

Mit dem heutigen Fest der Taufe des Herrn endet im liturgischen Kalender der römisch-katholischen Kirche die Weihnachtszeit. Wir kennen viele Darstellungen der biblischen Erzählung, wo bei Johannes dem Täufer Christus am Jordanfluss erscheint, um ins Wasser zu steigen und sich taufen zu lassen. Das nasse Element spielt für unser Leben eine große Rolle. Es stillt den Durst, es reinigt und es belebt. Ohne Wasser ist Leben kaum vorstellbar. Es ist aber nicht nur ein reines Element, das jeder von uns nach Belieben benutzen kann. In vielen Religionen ist das Wasser ein heiliges Zeichen, das von Gott selbst als wertvoll erachtet wird. Und es kann mithelfen, den Organismus zu heilen. Den Kronzeugen dieser Tatsache kennen die meisten von uns zumindest namentlich: Es ist Sebastian Kneipp, der am 17. Mai 1821 in Stephansried bei Ottobeuren im bayrischen Schwaben geboren wurde. Während seiner Studentenzeit stieß er auf ein barockes Werk über die Heilkraft des frischen Wassers, das von einem gewissen Arzt Dr. Siegmund Hahn verfasst wurde. Kneipp war selbst von einer Lungentuberkulose schwer gezeichnet und suchte sich mit Erfolg in eigenmächtiger Erprobung des Gelesenen einen Ausweg aus seiner Krankheit. So wurde er zum Wegbereiter einer Erfolgsgeschichte der Anwendung bloßen Wassers in je unterschiedlichen Temperaturen.

Verschiedene Aufbereitung des Wassers:

Das kostbare Gut Wasser darf laut Sebastian Kneipp in vielfacher Weise an die Haut herangebracht werden. Gottlob gibt es viele und gute Literatur über diese Art der Gesundheitsvorsorge und der Therapie bei verschiedensten Beschwerden. Seien es nun Waschungen, Bäder oder Güsse, Wickel, Auflagen oder heiße Dämpfe in der Sauna: das Wasser trägt nicht unwesentlich dazu bei, dass unser Organismus auf seine eigenen heilenden Kräfte gleichsam aufmerksam wird. Also: keine Angst vor dem gesunden Nass!

Springbrunnen im Stift Geras

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Neubeginn und Hoffnung

Die Chance der ersten Stunden

Allen wünsche ich vorab eine gesegnete Zeit im Neuen Jahr, sowie Gesundheit und ein starkes Herz mit einem guten Charakter! Wenn heute die spätgotische Figur Mariens vom Hochaltar der Pfarrkirche Oberhöflein nahe Geras im Bild zu sehen ist, dann sei dies ein Verweis darauf, dass die römisch-katholische Kirche am 1. Jänner alljährlich das Hochfest der Gottesmutter Maria feiert. Ursprünglich wurde an diesem Tag der Beschneidung Jesu im Tempel und somit auch seiner Namengebung gedacht. Wenn Maria den uns in der Weihnachtszeit so vertrauten Jesusknaben entgegenhält, dann tut sie das in Verantwortung als Mutter des Herrn und Mutter der Glaubenden. Schaut euch das Zeichen der Hoffnung und des Neubeginns an! So ruft sie uns gleichsam entgegen. Bei allem „Prosit!“ und „Guten Rutsch!“ ist mir dieses Bild allemal noch lieber. Denn die Darstellung einer Mutter mit ihrem Kind verheißt Leben und Treue. Wie viele wünschen sich oft einen Neubeginn in ihrem Leben!? Heute ist uns ein ganz neuer Tag geschenkt, dem in diesem Jahr wiederum viele folgen werden. Es gibt so viele Gründe, um Hoffnung zu schöpfen und frohen Mutes das anzunehmen, was die Zukunft mir bringen und auf die eine oder andere Weise auch zumuten wird. Maria ist die große Fürsprecherin der neuen Zeit, der wir alle ans Herz gewachsen sind.

Lebenskraft:

Vielleicht kann ein Motto aus dem Mund von Hermann-Josef Weidinger die ersten Schritte ins Neue Jahr erleichtern: „Leben ist Gegenwart. Erfahrung ist unersetzbar. Verwandlung findet im Herzen statt. Nur wenn Seele, Geist, Körper und Umwelt ein Ganzes werden, tut sich Hoffnung, tut sich Zukunft als ein Tor auf.“

Oberhöfleiner Madonna

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Eine Zeit geht zu Ende

Heute endet das Kirchenjahr

Sang- und klanglos vollzieht sich an diesem Samstag der Abschluss des liturgischen Jahres der römisch-katholischen Kirche. In dieser Gemeinschaft des Glaubens ist wie auch in den anderen Kirchen des Ostens und Westens die Zeitrechnung gegenüber dem profanen Kalender etwas verschoben. So war der vergangene Sonntag der Tatsache gewidmet, dass Christus ein König ist, der wiederkommen wird. Morgen beginnt der neue Zyklus des Heils durch die Feier der frohen Erwartung des Geburtsfestes Christi. An und für sich sind das ja Banalitäten, die ich da schildere, doch stelle ich immer wieder neu fest, dass selbst geringstes Wissen über das Kirchenjahr gleichsam im Handumdrehen verdunstet ist. Leider ist viel zu wenigen bewusst, dass damit gleichzeitig auch der wichtigste Bestandteil einer gesunden Identität verlorengegangen ist. Wie auch immer, jedes Mal wenn eine Frist oder eine Zeit zu Ende geht, heißt es loszulassen. Nicht immer gelingt uns das im jeweils geforderten Maß. Gottlob hat die Natur vorgesorgt, um uns ganz sanft und unaufdringlich die nötige Hilfe anzubieten, um gelassener zu werden. Spontan fällt mir da das Gänsefingerkraut (Potentilla anserina) ein. Otto von Brunfels (1488 – 1534), ein gelehrter Theologe und Mediziner, hat einmal über dieses Kraut, das er noch „Genserich“ nennt, geschrieben: „Die Glyder damit gerieben kräftiget und stärket sie. Strecket das Hirn und reinigt es.“ Vielleicht ist es ja nicht das Schlechteste, heute die Glieder bewusst eine Weile ruhen zu lassen und unnötige Gedanken aus dem Hirn zu verbannen.

Krampf-Milch trinken:

In 1/2 Liter Milch gibt man 3 Esslöffel voll Gänsefingerkraut und 1 Esslöffel voll Kümmel. Der Ansatz wird dann gut erwärmt. Anschließend abseihen und 1/4 Liter davon gleich am Morgen trinken, den Rest über den Tag verteilt. Dieser Trunk kann schmerzhafte Wadenkrämpfe mindern helfen.

Gänsefingerkraut

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