Aufnehmen und abgeben

Nicht zu schlecht über die Harnblase denken

Der menschliche Körper ist etwas Wunderbares. Je mehr Möglichkeiten die moderne Medizin hat, um unser physisches Leben zu unterstützen und in vielen Fällen zu retten, so sehr bleibt aber auch das Geheimnisvolle und das Staunenswerte im Zusammenspiel der Organe erhalten. So betrachtet gibt es keine geringere oder wertvollere Stelle des Körpers. Wir dürfen allem mit Achtung begegnen. Dazu zählen auch die Prozesse der Reinigung und der Ausscheidung.

Wir bemerken aber deren Wichtigkeit oft erst, wenn es irgendwo zwickt oder etwas nicht nach unserer Gewohnheit funktioniert. Gerade bei der Harnblase fühlen wir uns im Fall einer Entzündung oder Schwächung derselben äußerst gehandicapt und beeinträchtigt. Es liegt durchaus auch an unserem Willen, von Jugend an etwas für unsere Blase zu tun. In direktem Zusammenhang stehen hier ebenfalls die Nieren, die ihren wertvollen Dienst am Sauberhalten des Blutes leisten. Angefangen von einer vernünftigen Ernährung über das regelmäßige Trinken bis hin zu einer gesundheitsfördernden Kleidungskultur gibt es hier genügend Möglichkeiten, um der Beeinträchtigung der Harnausscheidung im Alter vorzubeugen. Nicht zuletzt ist es die Mutter Natur, in deren Kammer das eine oder andere wertvolle Kraut heranwächst, um unserer Blase wiederum die nötige Kraft für ihren „Klärungsauftrag“ zu geben.

Harnblasenentzündung mindern:

In diesem Fall kann man auf die Blätter der Bärentraube (Arctostaphylos uva-ursi) zurückgreifen. 6 Teelöffel der Droge übergießt man mit einem 3/4 Liter kaltem Wasser. Über Nacht stehen lassen und am Morgen dann gut umrühren, abseihen und leicht anwärmen. In einer Thermosflasche bereitstellen und vor jeder Mahlzeit je eine Schale voll trinken. Zusätzlich kaut man am besten noch zwischendurch ein paar geschälte und getrocknete Kürbiskerne. Diese Anwendung 3 Wochen lang durchführen.

Bärentrauben

Der europäische Lebensbaum

Dem Wacholder gebührt Respekt und Ehre

Wenn es auf Allerheiligen zugeht, strömen wie jedes Jahr viele Leute auf die Friedhöfe, um die Gräber ihrer lieben Verstorbenen in Ordnung zu bringen. Die Ruhestätten der Verewigten werden dabei nicht nur geschmückt, sondern meist auch winterfest bepflanzt. In unmittelbarer Nähe des Grabes von Kräuterpfarrer Hermann-Josef Weidinger hab ich einst einen Wacholder (Juniperus communis) gesetzt, der sich mittlerweile prächtig entwickelt hat. Dieses Zypressengewächs ist durchaus ein Zeichenbaum für das Waldviertel. Als edler Kleinbaum trägt er jahraus und jahrein sein spitznadeliges grünes Kleid. Mir ist aufgefallen, dass man den Wacholder so, wie er bei uns in der Natur vorkommt, nicht leicht in Reih und Glied setzen kann, da jedes Exemplar eine eigenwillige Wuchsform entwickelt. Darin unterscheidet er sich sehr wohl von seinen ausländischen Verwandten, den verschiedenen Thujenarten, die leider immer noch in viel zu großer Zahl rund um unsere Gärten als sterile Hecken gepflanzt werden. Die Wacholderbeeren eignen sich nicht nur zum Würzen und zum Gewinnen eines schmackhaften Destillates. Sie besitzen auch eine Heilkraft, die wir durchaus zu Hilfe nehmen können. Während der Schwangerschaft und bei angeschlagenen Nieren soll man jedoch Produkte aus Wacholderbeeren meiden.

Tropfen und Salbe aus Wacholder:

Vielleicht gibt es bei jemand Probleme mit Blähungen und Gasansammlungen im Verdauungstrakt. Da kann man versuchen, je 5 Wacholdertropfen vor jeder Mahlzeit einzunehmen. Bei Gelenksschmerzen und Rheuma verdünnt man 15 Tropen mit 3 Esslöffeln warmem Wasser und schluckt das Ganze. Die Wacholdersalbe wiederum, in der auch Dachsfett enthalten ist, lindert Blasenschwäche und Blasenentzündung und kann ebenso bei einem Leistenbruch verwendet werden. Wacholdertropfen und Wacholdersalbe können Sie bei unserem Verein „Freunde der Heilkräuter“ erwerben. (Telefonnummer im Rahmen der Kolumne oder www.kraeuterpfarrer.at)

Wacholderzweig