In regelmäßigen Abständen

Auf den Holunder zurückgreifen

Weißer Blütenschirm, warme Sonnenstrahlen, angenehm erfrischender Duft! O du schöne Zeit, wo bist du geblieben, da der Holunder an der Hausmauer blühte? Es tut ja ehrlich gesagt ganz gut, dann und wann in romantischen Erinnerungen zu schwelgen und an die schöne Maien- und die darauffolgende Sommerszeit zurückzudenken. So kann man sich ein wenig leichter über die nebelig-kalte Zeit rüberbringen. Im Idealfall entdeckt man bei solchen Gedanken einen wahren Kern, der sich durchaus auch für die leibliche Gesundheit nutzen lässt. Und im Holunder findet sich allemal ein guter Freund, der einem gerade in der Winterszeit zur Seite steht. Im vergangenen Frühherbst waren noch die Beeren dieses heiligen Strauches zu ernten. Die Holunderbeeren sind zwar in rohem Zustand für uns Menschen nicht genießbar. Da haben uns eben die Stare und Amseln etwas voraus. Doch kocht man die schwarzen Früchte, lässt sich aus ihnen ein wertvoller Saft gewinnen. Holunderbeer- Marmelade wiederum enthält Vitamine und wertvolle Mineralstoffe. Wer in seinem Kräuterlager zu Hause getrocknete Blüten vom Holunderstrauch vorrätig hat, kann diese gerade jetzt für einen Tee heranziehen, der vielfältige Wirkung in sich birgt. Er hilft uns, wenn wir unter Hautunreinheiten und dem daraus folgenden üblen Körpergeruch leiden. Auch bei Gicht und Rheuma kann Holunderblüten-Tee die Betroffenen unterstützen.

Schwitzen hilft Vorbeugen:

Zwei Esslöffel getrockneter und zerkleinerter Blüten des Schwarzen Holunders (Sambucus nigra) werden mit 1/2 Liter kochendem Wasser übergossen. 15 Minuten zugedeckt ziehen lassen und abseihen. Der fertige Tee soll sehr warm und rasch getrunken werden. 3 Wochen lang eher am Abend angewandt, unterstützt das unser Immunsystem, einen wirksamen Schild gegen anrückende Infektionskrankheiten aufzubauen.

Schwarzer Holunder

Mehr Infos zum Verein Freunde der Heilkräuter, Rezepten und Produkten finden Sie auf www.kraeuterpfarrer.at.

Die letzten Chancen nutzen

Den Magen direkt aus dem Garten beschicken

Als ich vor kurzem durch das Marchfeld fuhr, musste ich mich samt meinem Auto ein wenig gedulden, ehe ich einen Traktor, auf dessen Anhänger Kisten voller Karotten gestapelt waren, überholen konnte. Während ich so hinterdrein fuhr, purzelte eine frische orangegelbe Wurzel auf die Straße. Da hinter mir noch mehrere Verkehrsteilnehmer eine kleine Kolonne bildeten, war es mir unmöglich, anzuhalten. Im Nachhinein möchte ich aber diese kleine Begebenheit als Einladung an alle meine Leser weitergeben, die nun im Herbst vielleicht schon daran denken, wie sie wohl den Winter gesund überstehen werden können. Jetzt gibt es mancherorts nämlich noch die Möglichkeit, das letzte Obst, das an den Bäumen hängt und das restliche Gemüse, das sich im Beet befindet, direkt dem Verzehr zuzuführen. Warum immer auf einen „Zwischenhändler“ warten? In den letzten Herbsttagen kann ruhig das Motto gelten: Iss dich gesund, direkt von der Hand in den Mund! Vielleicht entdecken wir dabei unseren eigenen Garten als ein kleines Stück Schlaraffenland, wo uns die Früchte gleichsam vor der Nase hängen und wir uns selbst etwas Gutes tun können, indem wir gleich vom Baum weg so manche gesunde Köstlichkeit genießen. Es ist doch wirklich jammerschade, wenn man zusehen muss, wie viel Obst in unseren Gärten ungenützt verdirbt. Sparsamkeit bedeutet für mich auch, so manch ungenutzte Ressource in der Natur zu nutzen, die uns wieder ein Stück weiterhilft.

Die Natur hat den Tisch reich gedeckt:

Wenn mich jemand fragt, wozu das gut sein soll, wenn man viel frisches und schadstofffreies Obst und Gemüse konsumiert, gibt es eine eindeutige Antwort: der Körper benötigt einige Reserven an Vitaminen und Mineralsalzen, die dann vonnöten sind, wenn das Immunsystem einwandfrei arbeiten soll, um uns die eine oder andere Krankheit im wahrsten Sinne des Wortes vom Leibe zu halten. Frisches Obst und Gemüse liefert diese wichtigen Inhaltsstoffe zusammen mit den für Magen und Darm so wertvollen Ballaststoffen.

Karotten

Hoch vom Berg bis auf den Teller

Preiselbeeren schmecken gesund

Es ist eine Kunst, in rechter Weise etwas zu genießen. Auf diesem Wege kann man durchaus auch den Geschmacksinn einsetzen, um so mancher gesunden Substanz auf die Spur zu kommen. So gibt es zu manchen Fleischgerichten eine Zutat, die sehr wohl auch Vitamine dem Körper zuführen kann. Heute darf daher die Preiselbeere (Vaccinium vitis-idaea) vor den Vorhang treten, um uns Appetit zu machen. Dennoch sind wir wahrscheinlich kaum erpicht darauf, die Beeren roh zu genießen, denn ihr herbsaurer Geschmack ist doch eher gewöhnungsbedürftig und hat seinen Grund im hohen Fruchtsäuregehalt der roten Beeren. Daher wird es vorgezogen, sie in verarbeiteter Form als Marmelade oder als Kompott so manchem Wildgericht beizufügen. Wie die Heidelbeeren zählen die Preiselbeeren zu den Heidekrautgewächsen (Ericaceae). In der freien Natur wählen die Preiselbeeren gerne als Standort den Unterwuchs von trockenen Kiefernwäldern und in gebirgigen Lagen findet man sie auf humusreichen Böden in Hoch- und Zwischenmooren. Je nach Witterung kann man die begehrten Früchte der Preiselbeeren ab Juli bis in den späten September hinein ernten. Bei gezüchteten Gartensorten darf man bis Mitte Oktober mit Erträgen rechnen. Neben den oben schon angesprochenen Vitaminen finden sich in den Preiselbeeren auch noch Gerbstoff, Pektin, Zucker, Apfel-, Oxal- und Bernsteinsäure.

Preiselbeermarmelade als Stärkung:

Wie jeden Herbst und Winter wird unser Immunsystem erneut auf die Probe gestellt. Um die vielen Herausforderungen meistern zu können, ist es angezeigt, den Organismus zu stärken, indem man 3-mal täglich nach dem Essen je einen Löffel voll Preiselbeermarmelade zu sich nimmt.

Preiselbeere