Rote Perlen am Wegesrand

Mit Pflanze und Tier auf Weihnachten zu

Zurzeit werden unsere Geschäfte samt deren Auslagen, die Wohnungen und die öffentlichen Bereiche einerseits mit großem Aufwand, andererseits meist mit gutem Geschmack im Hinblick auf das Weihnachtsfest dekoriert. Mir persönlich gefallen dabei besonders Arrangements, die aus natürlichen Materialien zusammengestellt werden. Mit viel Glück kann man sich dabei einiges vom Feldweg oder vom Waldesrand besorgen. Auf der Suche nach gefälligen Teilen für ein Gesteck springen aufgrund ihrer Farbe die Zweige der Heckenrose ins Auge, an denen sich noch die tiefroten Hagebutten befinden. Dieser farbliche Akzent bringt einen positiven Gruß in den sonst vielerorts trüben Alltag. In der Hagebuttenfrucht ist die Kraft der Sonne aus dem vergangenen Frühling und dem darauf folgenden Sommer gespeichert. Wenn ich also nun auf die Hetscherln im Winter zurückgreifen kann, ist das so ähnlich, wie wenn eine Batterie ein Gerät zum Funktionieren bringt, da sie die nötige Energie zur Verfügung stellen kann. Um gut und besonnen auf das Weihnachtsfest zugehen zu können, bedarf ich eben eines guten physischen und psychischen Immunsystems, mit dem ich alle schlechten Einflüsse auf mich – so gut es geht – fernhalte. Dazu verhelfen mir sowohl die Vitamine der Heckenrosenfrüchte als auch deren geistige Ausstrahlung am Wegesrand.

Stimmungserhellende Hagebuttenkörner:

Aus den reifen Früchten der Hundsrose, wie die Heckenrose auch genannt wird, werden die Kerne ausgelöst. 75 g davon in 1 Liter Weißwein aufkochen und anschließend filtrieren. Wenn man in der Früh und am Abend 1 Teelöfferl davon einnimmt, können Depressionen verringert werden.

Hagebuttenzweig

Mehr Infos zum Verein Freunde der Heilkräuter, Rezepten und Produkten finden Sie auf www.kraeuterpfarrer.at.

Was von den Rosen übrig bleibt

Rot leuchten nun die Hagebutten

Die Farben des Herbstes sind meiner Meinung nach ganz eigen. Es ist, als würde die Natur sich noch einmal schön kleiden wollen, bevor sie sich in den Winter hinein verabschiedet. Vor dem ersten Schnee gibt es also ein visuell rauschendes Fest voller bunter Eindrücke. Wenn dann alle Blätter der Bäume und der Sträucher am Boden liegen, bleiben jedoch bis weit in den Winter hinein einige Früchte wie ein vergessener Schmuck an den Zweigen. Dazu zählen vor allem die Früchte der Hecken- oder Hundsrosen, die Hagebutten. Wie korallenrote Edelsteine sind sie anzusehen und ermuntern uns, sie zu nutzen. Denken wir einmal an längst vergangene Zeiten zurück, in denen es nicht selbstverständlich war, dass der Genuss von Zitrusfrüchten aus südlichen Ländern den Bedarf an notwendigem Vitamin C für unsere Vorfahren abdecken konnte. Da waren es in erster Linie die Hagebutten, die mit ihrem Inhalt dafür sorgten, dass die Menschen dementsprechend beliefert wurden. Ja, wer macht sich heute noch die Mühe, die Fülle der Natur ganz in unserer Nähe zu gebrauchen und zu nutzen? Eine Marmelade aus Hagebutten kann z. B. mithelfen, Erschöpfungszustände zu lindern, das Blut zu stärken und bei Rekonvaleszenz wiederum zu Kräften zu kommen. Es gibt gerade dann, wenn der erste Frost die Hagebutten „behandelt“ hat, eine Möglichkeit, um direkt die wertvollen Substanzen der Rosenfrüchte zu genießen.

Hagebuttensaft richtig zubereitet:

Die „Hetscherl“, wie wir die Früchte der Heckenrose auch gerne nennen, werden abgepflückt und sorgfältig gereinigt. Die weichen Beeren feuchtet man danach mit lauwarmem Wasser an und gibt sie über Nacht in ein irdenes Gefäß. Am Morgen presst man die Hagebutten aus und trinkt noch am selben Tag die gewonnene Menge des Saftes, da er sonst verdirbt.

Hagenbuttenzweige