Die Gesundheit „befestigen“

Mit Heilkräutern einen Wall errichten

Mit einem gesunden Maß an Liebe und Stolz blicke ich auf meine Heimat. Der Ort, in dem ich als Kind heranwachsen durfte, liegt zwar fernab von wichtigen Verkehrsrouten direkt an der Grenze zu Mähren, hat aber eine touristische Besonderheit. Meine Heimatstadt Drosendorf an der Thaya hat eine Stadtmauer, die in ihrer gesamten Länge bis auf den heutigen Tag erhalten ist. Kriegerische Heere hatten es also zwischen dem 13. und dem 18. Jahrhundert äußerst schwer, diese Ansiedlung zu erobern. Jetzt, wenn bald der Winter Einkehr halten wird, braucht auch unser Körper vermehrt Schutz vor herannahenden Erkältungen und Krankheiten. Mutter Natur ist durch die vielen Heilkräuter, die den Sommer über wuchsen, blühten und reiften, durchaus mit einer vielseitig einsetzbaren „Waffenkammer“ ausgerüstet, auf die wir jederzeit zurückgreifen dürfen. Es wäre meiner Meinung nach ziemlich fahrlässig, diese Kräfte nicht zu nutzen. Manche Gewächse haben gleichsam die richtige „Munition“ in ihren Früchten, wie z. B. der Sanddorn, aus denen man einen Saft gewinnen kann, der die Abwehrkräfte stärkt. Vergessen wir auf die emsigen Bienen nicht, deren wertvoller Propolis auch den Menschen stärken kann.

Ein Tee „verwehrt Keimen den Zutritt“:

Die Mischung dieses Tees besteht aus Brombeerblättern, Kamille, Holunderblüten, Wacholderbeeren, Lavendel, Ringelblumenblüten und Thymian. Im richtigen Verhältnis zueinander abgestimmt, kann dieser Tee mithelfen, Erkältungskrankheiten vorzubeugen. Im herkömmlichen Heißaufguss-Verfahren zubereitet, trinkt man am besten 3-mal täglich eine Schale schluckweise und das 3 Wochen lang. Dann eine Woche aussetzen und danach 3 Wochen lang wiederholen. Die fertige Mischung ist erhältlich beim Verein „Freunde der Heilkräuter“ in Karlstein. (Adresse siehe Rahmen oder unter: www.kraeuterpfarrer.at)

Sanddornfrüchte und Blüten

Mehr Infos zum Verein Freunde der Heilkräuter, Rezepten und Produkten finden Sie auf www.kraeuterpfarrer.at.

Das Unkraut im Kopf ausmerzen

Das Verborgene auch bei den Kräutern schätzen

Gerne würde ich mir bei Gelegenheit eine Statistik anschauen, in der Paare davon berichten, dass ihre sprichwörtliche „Liebe auf den ersten Blick“ ein Leben lang gehalten hat. Ich bin überzeugt davon, dass das bei einigen Beziehungen der Fall ist. Doch in jedem Fall wird dabei der innere und eigentliche Wert des Partners erst im Lauf der Zeit von seinem Gegenüber festgestellt und geschätzt worden sein. Wenn wir Heilpflanzen beurteilen, kann uns die äußere Wahrnehmung oft zum Gegenteil von Sympathie hinleiten. Eine Brennnessel brennt nun einmal auf der Haut. Eine Distel lässt sich ganz schwer mit bloßer Hand angreifen. Das Ruprechtskraut wird nicht zu Unrecht auch Stinkender Storchschnabel genannt. Das wären eigentlich doch stichhaltige Argumente, um an diesen Pflanzen in einem weiten Bogen vorüberzugehen. Aber jede Heilpflanze hat nun ihren Wert als aller erstes aus der Tatsache heraus, dass sie existiert und mithilft, durch eine dementsprechende Vielfalt der Arten das Gleichgewicht in der uns gottgeschenkten Natur auszutarieren. Hoch zu schätzen sind ebenfalls ihre für die Augen unsichtbaren Wirkkräfte, die durch unser Zutun dem Körper zugeführt werden. Ja, es stellt sich immer neu die Frage, wie wir auf Heilpflanzen zugehen. Vielleicht können wir dabei auch lernen, anders über unsere Mitmenschen zu denken. Denn das Verborgene ist nun einmal eine heilsame Realität.

Dem weisen Laotse zugeschrieben:

„Der Reifen eines Rades wird gehalten von den Speichen, aber das Leere zwischen ihnen ist das Sinnvolle beim Gebrauch. Aus nassem Ton formt man Gefäße, aber das Leere in ihnen ermöglicht das Füllen der Krüge. Aus Holz zimmert man Türen und Fenster, aber das Leere in ihnen macht das Haus bewohnbar. So ist das Sichtbare zwar von Nutzen doch das Wesentliche bleibt unsichtbar.“

Brennnesseln mit Wurzeln