Neubeginn und Hoffnung

Die Chance der ersten Stunden

Allen wünsche ich vorab eine gesegnete Zeit im Neuen Jahr, sowie Gesundheit und ein starkes Herz mit einem guten Charakter! Wenn heute die spätgotische Figur Mariens vom Hochaltar der Pfarrkirche Oberhöflein nahe Geras im Bild zu sehen ist, dann sei dies ein Verweis darauf, dass die römisch-katholische Kirche am 1. Jänner alljährlich das Hochfest der Gottesmutter Maria feiert. Ursprünglich wurde an diesem Tag der Beschneidung Jesu im Tempel und somit auch seiner Namengebung gedacht. Wenn Maria den uns in der Weihnachtszeit so vertrauten Jesusknaben entgegenhält, dann tut sie das in Verantwortung als Mutter des Herrn und Mutter der Glaubenden. Schaut euch das Zeichen der Hoffnung und des Neubeginns an! So ruft sie uns gleichsam entgegen. Bei allem „Prosit!“ und „Guten Rutsch!“ ist mir dieses Bild allemal noch lieber. Denn die Darstellung einer Mutter mit ihrem Kind verheißt Leben und Treue. Wie viele wünschen sich oft einen Neubeginn in ihrem Leben!? Heute ist uns ein ganz neuer Tag geschenkt, dem in diesem Jahr wiederum viele folgen werden. Es gibt so viele Gründe, um Hoffnung zu schöpfen und frohen Mutes das anzunehmen, was die Zukunft mir bringen und auf die eine oder andere Weise auch zumuten wird. Maria ist die große Fürsprecherin der neuen Zeit, der wir alle ans Herz gewachsen sind.

Lebenskraft:

Vielleicht kann ein Motto aus dem Mund von Hermann-Josef Weidinger die ersten Schritte ins Neue Jahr erleichtern: „Leben ist Gegenwart. Erfahrung ist unersetzbar. Verwandlung findet im Herzen statt. Nur wenn Seele, Geist, Körper und Umwelt ein Ganzes werden, tut sich Hoffnung, tut sich Zukunft als ein Tor auf.“

Oberhöfleiner Madonna

Mehr Infos zum Verein Freunde der Heilkräuter, Rezepten und Produkten finden Sie auf www.kraeuterpfarrer.at.

Worin sich der Himmel spiegelt

Mit Pflanze und Tier auf Weihnachten zu

Unter den wertvollen Paramenten, die unser altehrwürdiges Kloster Geras seit der Barockzeit ihr Eigen nennen darf, gibt es einen ganz besonderen Ornat. Er stammt aus der 2. Hälfte des 18. Jahrhunderts und ist mit Garben aus Getreide und mit Kornblumen bestickt. Oft habe ich mich schon gefragt, was denn diese Blumen in der Symbolsprache bedeuten würden. Abgesehen davon, dass die Kornblume (Centaurea cyanus) im 19. bzw. 20. Jahrhundert manch unheilvollen nationalistischen Bewegungen als Erkennungszeichen diente, steht der himmelblaue Korbblütler aber vor allem für die Abwehr des Bösen, für Jesus Christus und für die Gottesmutter Maria. Heute wird in Österreich der Tag des geheimnisvollen Beginns des irdischen Lebens der Jungfrau aus Nazareth gefeiert. Wie bei einem klaren Tropfen reinsten Wassers hat sich das Licht Gottes und der Himmel in ihr und auf ihr gespiegelt. Das heißt konkret, dass Maria das Göttliche nicht nur für sich selbst beansprucht hat, sondern es in einer nie zuvor gekannten Fülle auch weitergegeben hat. Sie hat uns durch die Geburt des Erlösers und einzigen Mittlers Jesus Christus einen Zugang zum Himmel geöffnet. Den reinen und wolkenlosen Himmel symbolisiert auch die Kornblume, die mir heute mitten im Winter zulächelt.

Kornblume als Heilpflanze:

In ihrer Wirkung gilt die getrocknete Droge der Kornblumenblüten als leicht harntreibend, zudem als appetitanregend, verdauungsfördernd und blutreinigend. Die Kornblume enthält nämlich den blauen Farbstoff Cyanin (wodurch sie als Schmuckdroge zum Färben von Teemischungen herangezogen wird), den Bitterstoff Centaurein, Gerbstoffe und Schleim.

Kornblume

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