Licht, Luft und Wärme tanken

Sich dem Wetter und dem eigenen Wesen stellen

Alles kann sich im Handumdrehen ändern. Das trifft vor allem für das tägliche Allerweltsthema Wetter zu. Von diesen Änderungen ist bei vielen Menschen auch das Gemüt betroffen. Jäh kann auch die Gesundheit verloren gehen. Entweder trifft mich eine Erkältung oder ein Unfall reißt mich aus dem geplanten Zeitenablauf heraus. Aber auch mein eigenes Wesen und mein Charakter machen mir immer wieder zu schaffen. Da sind eben Eigenheiten, die mit denen, die mit mir das Leben teilen, nur schwer kompatibel sind. Geschieht das unter einem Dach, kann oft nur die Devise „Der Gescheitere gibt nach!“ eine Beziehung oder ein Zusammenarbeiten in die nähere Zukunft hinein retten. Nun, wie auch immer, es ist ab und zu nicht das Schlechteste, sich mit den eigenen Befindlichkeiten auseinanderzusetzen. Und nichts hat wirklich den Wert, dass man sich massiv darüber aufregt. Wer sich ärgert, schadet meist nur sich selbst, wie die Formulierung in der deutschen Sprache bestens zum Ausdruck bringt: Man ärgert nämlich sich (und nicht die anderen!). Jetzt im Winter sollten wir also die Gelegenheiten nicht versäumen, die mithelfen, das eigene Wesen zu beruhigen und die Gelassenheit zu üben.

Einige Tipps:

Wärme beruhigt den Körper. Daher sollte man an den seltenen sonnigen Tagen unbedingt zumindest kurz spazieren gehen, damit die Sonne und das Licht mich wieder erfreuen. Warme Getränke sind in jedem Fall gesünder als kalte. Kurz vor dem Schlafengehen ist es angebracht, warme Fußbäder zu genießen. Die Dauer kann dabei bis zu 20 Minuten betragen. Sich selbst etwas Gutes tun hat oft die Folge, dass man auch für andere genießbarer wird.

Schneeladschaft

Zwei Wege

Mit ätherischen Ölen dem Atem helfen

Die Zeit der Erkältungen, des Schnupfens und des Hustens ist längst schon wieder angebrochen. Ist die Atmung beeinträchtigt, leiden unsere physische Aktivität und gleichzeitig unser Gemüt darunter. Denn das Atmen ist einfach lebensnotwendig. Gesunde körperliche „Luftkanäle“ erlauben einen störungsfreien Austausch von sauerstoffreicher Luft beim Einatmen mit kohlendioxidreicher Luft beim Ausatmen. Sind nun die Atemwege verschleimt und entzündet, merken wir durch einen leichten oder kräftigeren Schmerz den Bereich unseres Organismus, der ansonsten kaum wahrgenommen wird und regelmäßig einen lebenserhaltenden Prozess vollführt. Um die Atemwege im Falle einer Beeinträchtigung in sanfter Weise zu stärken, kann man auch auf ätherische Öle zurückgreifen. Sie gelangen über zwei Wege zu ihrer Wirkung. Einerseits können sie durch das Einatmen an die gewünschten Stellen gelangen. Andererseits kann die Wirkung der Öle auch über unser größtes Organ, die Haut, aufgenommen und verwertet werden. Dabei haben sich vor allem die ätherischen Öle von Thymian, Latsche, Kiefernnadeln und Fenchel bewährt. Wer diese feinen Substanzen verwendet, achte drauf, dass die Haut nicht zu sehr durch die Verdampfung der Öle austrocknet. So kann mit milden natürlichen Hautlotionen diese Nebenwirkung abgefangen werden.

Körperzonen für Einreibungen:

Bei Erkrankungen kann man die oben angeführten Öle in folgender Weise auf die Haut auftragen: als Einreibestellen eignen sich die Reizzonen der beiden Fußsohlen und die Innenseiten der beiden Oberarme zwischen Ellbogen und Gelenkskugel an der Schulter, wobei die Achselhöhle ausgenommen bleibt. Hilfreich erweist sich weiters sowohl eine Öleinreibung direkt auf der Brust als auch am Rücken zwischen den Schulterblättern.

Kiefernzweige

Die Gesundheit „befestigen“

Mit Heilkräutern einen Wall errichten

Mit einem gesunden Maß an Liebe und Stolz blicke ich auf meine Heimat. Der Ort, in dem ich als Kind heranwachsen durfte, liegt zwar fernab von wichtigen Verkehrsrouten direkt an der Grenze zu Mähren, hat aber eine touristische Besonderheit. Meine Heimatstadt Drosendorf an der Thaya hat eine Stadtmauer, die in ihrer gesamten Länge bis auf den heutigen Tag erhalten ist. Kriegerische Heere hatten es also zwischen dem 13. und dem 18. Jahrhundert äußerst schwer, diese Ansiedlung zu erobern. Jetzt, wenn bald der Winter Einkehr halten wird, braucht auch unser Körper vermehrt Schutz vor herannahenden Erkältungen und Krankheiten. Mutter Natur ist durch die vielen Heilkräuter, die den Sommer über wuchsen, blühten und reiften, durchaus mit einer vielseitig einsetzbaren „Waffenkammer“ ausgerüstet, auf die wir jederzeit zurückgreifen dürfen. Es wäre meiner Meinung nach ziemlich fahrlässig, diese Kräfte nicht zu nutzen. Manche Gewächse haben gleichsam die richtige „Munition“ in ihren Früchten, wie z. B. der Sanddorn, aus denen man einen Saft gewinnen kann, der die Abwehrkräfte stärkt. Vergessen wir auf die emsigen Bienen nicht, deren wertvoller Propolis auch den Menschen stärken kann.

Ein Tee „verwehrt Keimen den Zutritt“:

Die Mischung dieses Tees besteht aus Brombeerblättern, Kamille, Holunderblüten, Wacholderbeeren, Lavendel, Ringelblumenblüten und Thymian. Im richtigen Verhältnis zueinander abgestimmt, kann dieser Tee mithelfen, Erkältungskrankheiten vorzubeugen. Im herkömmlichen Heißaufguss-Verfahren zubereitet, trinkt man am besten 3-mal täglich eine Schale schluckweise und das 3 Wochen lang. Dann eine Woche aussetzen und danach 3 Wochen lang wiederholen. Die fertige Mischung ist erhältlich beim Verein „Freunde der Heilkräuter“ in Karlstein. (Adresse siehe Rahmen oder unter: www.kraeuterpfarrer.at)

Sanddornfrüchte und Blüten

Mehr Infos zum Verein Freunde der Heilkräuter, Rezepten und Produkten finden Sie auf www.kraeuterpfarrer.at.

In die nahe Zukunft blicken

Der Thymian hilft vorbeugen

Das Gedächtnis meiner Nase kann sich noch gut an die sonnenbeschienenen Hänge entlang der Thaya in meiner näheren Heimat erinnern, auf denen der Quendel den Sommer über sein angenehmes Aroma verströmte. Diese von ihrem Wuchs her äußerst bescheidene Pflanze lässt mich aber gleichzeitig an den etwas größeren Verwandten denken, der zur selben Zeit in unseren Gärten die warmen Monate genießen durfte. Die Rede ist vom Echten Thymian (Thymus vulgaris), der seine eigentliche Heimat rund um das Mittelmeer hatte und heute gerne als Gewürz in den grünen Oasen ums Haus gezogen wird. Frisch verwendet, harmoniert das Thymiankraut sehr gut mit Petersilie, Zwiebeln und Knoblauch, wenn man auch jeweils darauf achten sollte, den Anteil dieses Gewürzes gering zu halten. Blicken wir in die reiche Erfahrungsgeschichte unserer Urgroßelterngeneration mit Hausmitteln, dann entdecken wir dort vielleicht so manchen Hinweis darauf, dass der Thymian bei Nervenschwäche, bei Krämpfen aller Art, bei Kopfschmerzen und auch bei Erkältungskrankheiten helfen kann. In diesen Fällen wurde und wird ein Aufguss mithilfe des frischen oder getrockneten Krautes hergestellt. Es gibt aber noch eine andere Möglichkeit, um den Absud aus den Gewächsteilen des Thymians zu verwenden.

Herbstliches Fußbad:

Die wertvollen Stoffe einer Heilpflanze über den Verdauungstrakt aufnehmen, ist eine Möglichkeit. Eine andere besteht darin, sich mithilfe eines herkömmlichen Heißaufgusses aus getrocknetem Thymiankraut ein Fußbad anzureichern, das man in den Abendstunden ca. 15 Minuten lang genießt. Damit wird der ganze Organismus gestärkt und ist somit vorbeugend gegen die mit großer Wahrscheinlichkeit anrückenden Erkältungskrankheiten besser gewappnet.

Thymian