Gut schlafen ist eine Kunst

Mit Pflanze und Tier auf Weihnachten zu

Wie oft werde ich noch schlafen, bis der Heilige Abend endlich da ist? Das zu zählen wird wohl für keinen Leser dieser Zeilen eine große Herausforderung darstellen. Doch ob man überhaupt die Augen schließen und zur entspannten Ruhe kommen kann, ist schon eine Frage mit äußerst unterschiedlichen Erfahrungsberichten der jeweils Betroffenen. Ich danke dem Herrgott, dass ich durchwegs gut schlafen kann. Wer sich dabei schwer tut, darf ruhig auch in der Apotheke der pflanzlichen Natur nachfragen, ob es da etwas gibt, was ihm helfen könnte. Auf dem Wegrand zur weihnachtlichen Krippe hin stehen da einige Pflanzen, die ihre Hilfe anbieten. Bevor wir aber darauf blicken, möchte ich allen ans Herz legen, nach Möglichkeit tagsüber einen Spaziergang durch die freie Natur, am besten durch einen winterlichen Wald oder Park, einzubauen. Das gleicht den Organismus aus und lässt stressmachende Gedanken abfließen. Letztere können einem ja ganz viel Unruhe unter die Bettdecke bringen. Zu den Heilkräutern mit beruhigender Wirkung zählen z. B. der Hopfen und die Melisse. Der Odermennig wiederum tut der Verdauung und dem Stoffwechsel gut. In der Folge breitet sich die Ruhe aus der Mitte des Körpers auf den ganzen Leib und darüber hinaus auf unsere Befindlichkeit aus. Die angenehme Auswirkung davon ist ein ruhiger Schlaf. Ich wünsche Ihnen noch viel ausgeruhte Morgen bis zum Weihnachtsfest!

Teemischung „Für wohltuenden Schlaf“:

In dem von Hermann-Josef Weidinger zusammengestellten Tee sind 30 g Hopfen, je 20 g Melisse und Odermennig, je 10 g von Koriander und Waldmeister enthalten. Komplettiert wird diese Komposition von Ringelblumen- und Orangenblüten in einer Menge von je 5 g. Erhältlich ist diese abendliche Wohltat auch im Naturladen in Karlstein an der Thaya.

Hopfen

Mehr Infos zum Verein Freunde der Heilkräuter, Rezepten und Produkten finden Sie auf www.kraeuterpfarrer.at.

Respekt und Furcht

Mit Pflanze und Tier auf Weihnachten zu

Um die Weihnachtsbäckerei herzustellen, braucht es einige Zutaten. Genauso verhält es sich mit unserem Herzen, das sich für Gott und die Menschen am Weihnachtsfest ein Stück weit öffnen darf. Wie in einem Gewürzladen stehe ich nun vor einem Regal voller Eigenschaften und Zuständen und frage mich, wie ich mit dem Vorhandenen umgehen soll. Da gibt es als erstes den Respekt. Das ist ein seelisches Gewürz, mit dem ich ohne Bedenken jeden Tag versehen kann. Die vielen kleinen Dinge um mich herum verdienen den Respekt. Ja, bei genauerem Hinsehen finde ich vieles großartig. Ich bewundere die mannigfaltigen Zusammenhänge, in denen alles auf Erden steht. In einer geheimnisvollen Weise ist jedes Detail auf dieser Welt abhängig vom anderen. Nichts steht isoliert da. Die Furcht wiederum verdient nichts und niemand. Jeder Mensch hat nur so viel Macht über mich, soweit ich ihm diese zubillige. Es ist vielleicht besser, die Furcht, die mich einengt, mit Hilfe der Vernunft in die Vorsicht umzuwandeln. So kann ich behutsam einen Schritt um den anderen in meinem Leben setzen. Die Erfahrung und die Weisheit wachsen dann in gleichem Maße Tag für Tag. Es ist einfach nicht unwesentlich, welches geistige „Gewürz“ ich dem Leben hinzufüge, wenn ich möchte, dass es dementsprechend schmeckt und Lust auf mehr macht.

Advent mit Zimt und Gewürznelken:

Auf der Suche nach einem einfachen und gesunden Abendessen soll ich den Freund Apfel nicht vergessen. Den kann man so einfach dünsten und als Kompott anrichten. Zimtrinde als Zutat stärkt den Magen samt dem vegetativen Nervensystem. Für die gesamte Verdauung leisten wiederum die beigefügten Gewürznelken einen wertvollen Beitrag.

Zimt und Gewürznelke

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Erinnerung an den Sommer

Mit Pflanze und Tier auf Weihnachten zu

Es gibt einige „Werkzeuge“, um sich den Weg ins Leben zu bahnen. Dazu gehören unter anderem meine Talente, meine Herkunft und Familie und meine schulische, handwerkliche oder universitäre Ausbildung. In allen Phasen meines Daseins und Reifens brauche ich aber gleichsam als Grundinstrument den Willen. Dieser kann sich aber nur entwickeln, wenn ich eine gewisse Treue zu verschiedenen Entscheidungen vorgelebt bekomme. Erst dann kann ich mit der je größer werdenden Freiheit auch dementsprechend umgehen. Meines bescheidenen Erachtens verwechseln immer mehr Zeitgenossen die Freiheit mit Willkür, die immense Zentrifugalkräfte entwickeln kann. Bewusst oder unbewusst leiden wir alle bereits unter den Folgen in kleinen und großen gesellschaftlichen Einheiten. Wer krank ist, muss zuerst seinen Willen voranstellen, um in den Genesungsprozess überhaupt eintreten zu können. Die große Frau des Advents ist Maria. Sie hat mit ihrem freien Willen die Tür zum Heil aufgemacht, indem sie sich für Gott entschieden hat. Ihr Wort: „Dein Wille geschehe!“ ist alles andere als eine Kapitulation. Es war Voraussetzung, dass Gott respektvoll seine aus Liebe geschaffene Welt betreten und Mensch werden konnte. Wenn ich an den getrockneten Lavendelblüten des letzten Sommers rieche, erinnere ich mich gern an die schönen Zeiten. Mit einer Brise des angenehmen Duftes wird mir ganz warm ums Herz und die Sonne geht in meinem Innern auf, egal, wie das Wetter draußen ist. Das wiederum hilft mir, leichter „Ja“ zum Guten zu sagen und auch etwas dafür zu tun.

Tee aus Lavendelblüten:

Morgens und abends dürfen vor allem Menschen, die gemütvoll und empfindsam sind, 1 Schale dieses Tees trinken. Die Witterung und die Termine vor Weihnachten fordern ja einiges von uns ab. Daher ist es nicht schlecht, gerade im Advent drei Wochen lang eine derartige Kur mit Tee aus Lavendelblüten durchzuführen.

Lavendelblütentee in Schale

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Eine Zeit geht zu Ende

Heute endet das Kirchenjahr

Sang- und klanglos vollzieht sich an diesem Samstag der Abschluss des liturgischen Jahres der römisch-katholischen Kirche. In dieser Gemeinschaft des Glaubens ist wie auch in den anderen Kirchen des Ostens und Westens die Zeitrechnung gegenüber dem profanen Kalender etwas verschoben. So war der vergangene Sonntag der Tatsache gewidmet, dass Christus ein König ist, der wiederkommen wird. Morgen beginnt der neue Zyklus des Heils durch die Feier der frohen Erwartung des Geburtsfestes Christi. An und für sich sind das ja Banalitäten, die ich da schildere, doch stelle ich immer wieder neu fest, dass selbst geringstes Wissen über das Kirchenjahr gleichsam im Handumdrehen verdunstet ist. Leider ist viel zu wenigen bewusst, dass damit gleichzeitig auch der wichtigste Bestandteil einer gesunden Identität verlorengegangen ist. Wie auch immer, jedes Mal wenn eine Frist oder eine Zeit zu Ende geht, heißt es loszulassen. Nicht immer gelingt uns das im jeweils geforderten Maß. Gottlob hat die Natur vorgesorgt, um uns ganz sanft und unaufdringlich die nötige Hilfe anzubieten, um gelassener zu werden. Spontan fällt mir da das Gänsefingerkraut (Potentilla anserina) ein. Otto von Brunfels (1488 – 1534), ein gelehrter Theologe und Mediziner, hat einmal über dieses Kraut, das er noch „Genserich“ nennt, geschrieben: „Die Glyder damit gerieben kräftiget und stärket sie. Strecket das Hirn und reinigt es.“ Vielleicht ist es ja nicht das Schlechteste, heute die Glieder bewusst eine Weile ruhen zu lassen und unnötige Gedanken aus dem Hirn zu verbannen.

Krampf-Milch trinken:

In 1/2 Liter Milch gibt man 3 Esslöffel voll Gänsefingerkraut und 1 Esslöffel voll Kümmel. Der Ansatz wird dann gut erwärmt. Anschließend abseihen und 1/4 Liter davon gleich am Morgen trinken, den Rest über den Tag verteilt. Dieser Trunk kann schmerzhafte Wadenkrämpfe mindern helfen.

Gänsefingerkraut

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