Die Haut schützen

Die Kamille hilft dabei

Sich selbst zu pflegen, gehört wohl zu den Grundaufgaben eines jeden Menschen, der dazu fähig ist. Es stellt gleichzeitig einen Vollzug der Wertschätzung seiner selbst dar. Immerhin wollen wir ja alle gerne in unserer Haut stecken und uns darin wohl fühlen. Aber oft ist es gar nicht so leicht, dem größten Organ in Form der äußersten Schicht des Körpers gerecht zu werden. Dazu benötigen wir manche Hilfen, die uns seitens der pflanzlichen Natur zugänglich sind. Dafür möchte ich ein Beispiel bringen. Die Echte Kamille (Matricaria chamomilla) kennen die meisten von uns. Sie ist – wenn man so will – ein Paradeheilkraut, das in jedem Haushalt zumindest in Form von Teebeuteln zur Verfügung steht. Denn die Kamille ist in ihrem Wuchs und ihren Blüten schön anzusehen und birgt in sich Wirkstoffe, die – in rechtem Maß verwendet – das Wohlbefinden des Menschen steigern können. Ätherisches Öl, das Chamazulen und Cumarinderivate zählen ebenso dazu wie auch Gerbstoffe. All diese Substanzen können eine heilende und stärkende Wirkung initiieren, die wir von der Kamille entgegennehmen dürfen. Für gewöhnlich verbindet man den Konsum eines Kamillentees mit Beschwerden im Verdauungstrakt oder mit einer Erkältung. Darüber hinaus ist ein Zielpunkt dieser Vorteile unsere Haut, die von dem Korbblütler ebenso einen Profit einheimsen kann. Immerhin sollten wir bei der Hautpflege das Heilkraut nicht übersehen. Unsere Altvorderen haben übrigens auch eine Salbe mit Kamillenblüten angerührt, die früher in vielen Haushalten gute Dienste erwies.

 

Angenehmer Duft auf der Haut

2 Esslöffel voll getrocknete Blüten der Echten Kamille mit 1/2 Liter kochendem Wasser überbrühen. 15 Minuten zugedeckt ziehen lassen und dann abseihen. Auf eine annehmbare Temperatur abkühlen lassen. Damit nach der Morgentoilette bzw. nach dem Duschen den Oberkörper abwaschen und nach Möglichkeit an der warmen Zimmerluft in die Haut einziehen lassen. Das hat eine deodorierende Wirkung für die Körperoberfläche zur Folge. Eine milde Kamillen-Salbe zur Pflege von rauer und rissiger Haut gibt’s im Kräuterpfarrer-Zentrum: Tel. 02844/7070, E-Mail: bestellung@kraeuterpfarrer.at und im Webshop: www.kraeuterpfarrer.at

Echte Kamille (Matricaria chamomilla) © Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya

 

Das Schwitzen bremsen

Ganz einfach mit Salbeitee oder einer Lotion

Volle Kraft voraus! – so lautet es, wenn z. B. ein Schiff sicher aus einem Hafen gelenkt wurde und nun auf offener See schnell vorankommen soll. Dieser Appell dürfte aber anscheinend ebenso in unserem Körper ausgerufen werden, da die Hitze unbarmherzig ein ganzes Land in Beschlag nimmt und damit auch die Schweißdrüsen auf unserer Haut keine Hemmungen mehr kennen. Um diesen Umstand ein wenig zu begleiten und in halbwegs erträgliche Bahnen zu lenken, darf der Salbei (Salvia officinalis) durchaus eine Rolle spielen. Solange der Sommer noch währt, kann er seine hilfreichen Dienste zur Verfügung stellen. Das zu den Lippenblütlern zählende Kraut findet sich ohnehin in vielen Gärten, wo es auch meist den Winter überdauert. In den Blättern des Salbeis sind als Inhaltsstoffe ätherisches Öl, Gerbstoffe, Flavonoide und Bitterstoffe vorhanden. Mit diesen Wirksubstanzen lässt sich die Physis bei verschiedenen Anliegen versorgen. Es ist ganz gut, sich immer wieder der pflanzlichen Hilfen zu besinnen, die oft eine gute Begleitung für viele Situationen darstellen. Das kann der Fall sein, wenn das Schwitzen die Tage schwer erträglich macht. Immerhin ist damit auch des Nachts zu rechnen, da es bei hohen Temperaturen kaum eine Abkühlung der Gemäuer gibt, vor allem im städtischen Bereich. Vergessen wir also auf den Salbei nicht und verwenden wir dieses Heilgewächs ganz unkompliziert in Form eines Aufgusses oder einer erfrischenden Lotion.

 

Tee und Lotion vom Salbei im Sommer 

2 Teelöffel getrocknete, zerkleinerte Salbeiblätter mit 1/4 Liter kochendem Wasser übergießen. 15 Minuten zugedeckt ziehen lassen, dann abseihen. Gleich am Morgen 1 Tasse auf nüchternen Magen trinken, am besten ungesüßt. Auch am Abend ist es sinnvoll, 1 Schale Salbeitee einzunehmen. Zudem ist er geeignet, die Haut an Händen und Füßen damit abzuwaschen und an der Luft trocknen zu lassen. Im Kräuterpfarrer-Zentrum gibt es eine bewährte Salbei-Lotion zum Einreiben. Der zusammenziehende Effekt, der vom Salbei ausgeht, erfrischt und reduziert auch die Tätigkeit der Schweißdrüsen. Die Salbei-Lotion erhalten Sie im Webshop: www.kraeuterpfarrer.at Kostenlose Beratung ab Montag am Kräutertelefon 02844/7070; E-Mail: bestellung@kraeuterpfarrer.at

Salbei mit Knospen und Einzelblüten © Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya

 

Für die Lockerung der Muskel

Massage mit Efeu

In Zeiten, in denen sich viel verändert und sich eine Ungewissheit an die andere reiht, sehnen wir uns wohl alle nach Beständigem und Dauerhaftem. Alles andere verunsichert uns und führt nicht selten auch zu seelischen Belastungen. Dann tut es einfach wohl, einander und sich selbst etwas Gutes zu tun. Dabei kann uns übrigens auch der Efeu (Hedera helix) helfen. Dieses immergrüne Gewächs stand immer schon im Interesse der Volksheilkunde. Der Efeu ist darüber hinaus ein Symbol für Unvergänglichkeit und ewiges Leben. Aber bleiben wir nun bei unserer Physis. Da ist es oft angezeigt, selbst oder mithilfe anderer die jeweils momentane Verfassung zu ergründen, die auch das seelische Befinden widerspiegelt. Am besten kommen wir im Zuge einer Massage drauf, wo sich Verspannungen eingestellt haben. Dafür brauchen wir aber die Hände unserer Mitmenschen, die darauf spezialisiert sind, den Körper mitsamt seiner Muskelpartien, Sehnen und Knochen zu entspannen und zu lockern. Der Efeu, der Glykoside, Saponine, Kaffeesäurederivate und Flavonoide als Inhaltsstoffe aufweist, ist zwar kein ausgebildeter Masseur, aber dennoch wissen wir aus den Heilerfahrungen vieler Generationen, dass er der Haut äußerst zuträglich sein kann. Schon durch seinen Wuchs wird offenkundig, wie er durchaus keine Scheu besitzt, Mauern und Bäume zu berühren, um sich an ihnen emporzuranken. Seine Blätter sind auf jeden Fall geeignet, mit ihren Wirkstoffen die Haut einerseits geschmeidig zu machen und zugleich das Bindegewebe zu straffen und zu stärken, was in der Folge auch der ganzen Physis zugutekommt.

 

Ein Hausmittel für die Haut

Ca. 100 g frische Efeublätter mit einer Fleischmaschine zerkleinern. In dieser Form mit 1/2 Liter kaltgepresstem Olivenöl in einem verschlossenen Glas 14 Tage lang am besten an einem Fensterplatz ansetzen. Danach abseihen, zusätzlich den Rückstand auspressen, den Ölauszug abfüllen und lichtgeschützt aufbewahren. Dieses Efeu-Öl eignet sich sehr gut für Massagen und zur Stärkung einer geschwächten, rauen oder entzündeten Haut. Trägt auch zur Linderung von Zellulitis und zur Vorbeugung gegen Schwangerschaftsstreifen bei. Ein hochwertiges Efeu-Massageöl mit Vitamin E erhalten Sie im Webshop des Kräuterpfarrer-Zentrums: www.kraeuterpfarrer.at Kostenlose Beratung ab Montag am Kräutertelefon 02844/7070; E-Mail: bestellung@kraeuterpfarrer.at

Efeu (Hedera helix) © Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya

 

Ein Sitzbad zum Lindern

Weiße Taubnessel bei Hämorrhoiden

Wie schnell kann doch etwas in Vergessenheit geraten? Das betrifft nicht bloß manch nebensächliche Termine, sondern vieles andere mehr. Und es liegt auch nicht nur an einer eingeschränkten Gehirnfunktion, sondern meist an fehlender Aufmerksamkeit. Drum ist es gut, wenn ich Tag für Tag Kräuter abhandeln kann, und eben nicht bloß die weit und breit bekannten. Wenn ich z. B. den Namen Weiße Taubnessel (Lamium album) nenne, so wird da und dort ein Achselzucken die Reaktion sein. Denn dieses Gewächs ist wohl nur den botanisch einigermaßen Versierten bekannt. Und es wäre schade, nicht um dieses liebenswerte Geschöpf zu wissen. Die Weiße Taubnessel ist ein so genannter Kulturfolger und liebt als Standorte mit Stickstoff angereicherte Böden. Sie ist in der freien Natur auch in der Nähe von Weideplätzen zu finden, da sie Ammoniak ebenfalls nicht scheut. In der traditionellen Klostermedizin hat man die Pflanze immer wieder herangezogen, um damit verschiedene Leiden zu kurieren. Als Inhaltsstoffe der Weißen Taubnessel lasen sich Gerbstoffe, Pflanzenschleim und Flavonoide samt Glykosiden aufzählen. Somit geht mit der Verwendung des Gewächses auch ein zusammenziehender Effekt einher, der sich heute noch als begleitende Maßnahme nutzen lässt. Das unangenehme Thema des Auftretens von Hämorrhoiden können wir im Zusammenhang mit der Weißen Taubnessel ruhig anschneiden. Denn muss sich jemand mit diesen lästigen Erscheinungen herumschlagen, so ist es sicher angezeigt, eine Linderung der Beschwerden anzustreben. Deshalb möchte ich heute dazu raten, die Weiße Taubnessel in einem Sitzbad aufzubereiten und deren natürliche Kraft zu nutzen.

 

Zusatz für ein Sitzbad

Von getrocknetem und zerkleinertem blühenden Kraut der Weißen Taubnessel ca. 70 g mit 2 Liter kochendem Wasser überbrühen. 15 Minuten vor dem Abseihen ziehen lassen. Danach dem Wasser für ein Sitzbad hinzufügen. 10 bis 15 Minuten durchführen. Eine derartige Anwendung kann 3-ml pro Woche erfolgen, um damit eine Reduktion der Beschwerden bei Hämorrhoiden zu unterstützen. www.kraeuterpfarrer.at

Weiße Taubnessel (Lamium album) © Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya

 

 

 

Wirkt ausgleichend und beruhigend

Die Schlüsselblume in getrockneter Form

Wenn das Wetter Kapriolen schlägt, so bleibt das meist nicht ohne Folgen für unser Wohlbefinden. Das dürfen wir nicht nur bei einem Wechsel der Jahreszeiten feststellen, sondern es ist dies auch im Sommer bemerkbar, wenn heiße Tage durch eine vorübergehende Regenfront jäh eine Unterbrechung erfahren. Der Kreislauf leidet dann darunter ebenso wie vielleicht auch der Schlaf. So will ich diesmal eine Pflanze in Erinnerung rufen, die in der Regel mit dem Frühling assoziiert wird. Es ist die Duftende oder Echte Schlüsselblume (Primula veris). Sie ziert die Wiesen und Waldlichtungen in der Hochzeit des Frühjahrs und ist dann vielerorts anzutreffen. Über den Rest des Jahres führt sie ein eher bescheidenes Dasein, bis sie sich erneut anschickt, in voller Pracht zu blühen. Sie enthält vor allem Flavonoide, Gerbstoff und Glykoside. Die Blüten wiederum sind auch mit einem Anteil an Vitamin C angereichert. Es ist ganz klar, dass man nun im Sommer auf die getrocknete Ware der Schlüsselblume zurückgreift, sobald jemand sie zum eigenen Nutzen aufbereiten möchte. Und das ist dann sinnvoll, wenn sich ab und an Schwindelgefühle einstellen, die eine rein äußerliche Ursache wie eben einen Wetterumschwung als Grund haben. Leidet jemand unter einem schlechten Schlaf, so ist es ebenfalls möglich, den guten Wirkungen der Schlüsselblume zu vertrauen und sie als Unterstützung heranzuziehen. Viele Gaben der Natur laden eben das ganze Jahr über ein, sich ihrer zu bedienen.

 

Tee mit Blüten 

2 Teelöffel voll getrocknete Schlüsselblumenblüten (samt Kelch) mit 1/4 Liter kochendem Wasser überbrühen und 15 Minuten zugedeckt ziehen lassen. Dann abseihen. Bei vorübergehenden Schwindelgefühlen den Tee mit etwas Honig und Zitronensaft ergänzen, ehe er getrunken wird. Um den Schlaf zu fördern, reicht der Honig als Zugabe. Eine Zeitlang 3-mal täglich je 1 Tasse des Aufgusses zu sich nehmen. www.kraeuterpfarrer.at

Echte Schlüsselblume (Primula veris) © Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya

 

 

Erfrischung für den Atem

Meisterwurz ansetzen

Alle fragen wir uns, welche Ressourcen uns in Zukunft zur Verfügung stehen werden. Das betrifft die Energieversorgung ebenso wie die Ernährungssicherheit rund um den ganzen Globus. In Sachen unseres leiblichen Wohlbefindens hält die Natur stets etwas bereit und das immerhin schon seit Menschengedenken. In einem schier unüberschaubaren Reichtum stehen uns vor allem wertvolle Kräuter zur Verfügung. Heute möchte ich mich insbesondere der Meisterwurz (Imperatoria ostruthium) zuwenden, die es bevorzugt, in alpinen Regionen zu wachsen. Wie ihr Name schon besagt, steckt in der Wurzel der Pflanze die heilsame Kraft. Die Inhaltsstoffe, die dort eingelagert sind, setzen sich aus Bitter- und Gerbstoffen, ätherischem Öl sowie auch aus Pektin und Harzen zusammen. In den Überlieferungen der Klostermedizin finden wir Hinweise, dass die Meisterwurz hauptsächlich für die Unterstützung des Magens und der Atemwege herangezogen wurde. Diesmal möchte ich dazu raten, die Gabe aus den Bergen vor allem dafür zu verwenden, um den Atem zu erfrischen. Das kann gerade jetzt in den warmen Wochen und Monaten nicht schaden. Übrigens lässt sich die Meisterwurz auch im eigenen Garten ziehen. Im Internet gibt es zahlreiche Texte zur Pflege dieser liebenswürdigen Pflanze zu finden bzw. ebenso die Adressen der Fachgärtnereien, die dieses Gewächs im Angebot haben. Vielleicht plant ja jemand, in Zukunft den eigenen Kräutergarten damit zu bestücken. Nutzen wir also die Angebote der Natur und gehen wir gleichzeitig respektvoll mit dieser grünen Schatzkammer um.

 

Ansatz mit Wasser 

Von der getrockneten und zerkleinerten Wurzel der Meisterwurz ein paar Stück (ca. 1 Teelöffel voll) am Abend in ein Trinkglas geben und dann mit kaltem Wasser auffüllen. Über Nacht zugedeckt stehen lassen. Am Morgen ganz einfach abseihen und schluckweise trinken. Das unterstützt nicht nur eine gute Verdauung, sondern erfrischt gleichzeitig den Atem. www.kraeuterpfarrer.at

Meisterwurz (Peucedanum oder Imperatoria ostruthium) © Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya

 

 

 

Guter Wochenstart

Radieschen zum Frühstück

Haben Sie schon die neue Woche geplant? Oder ist dies aufgrund eines Urlaubsaufenthaltes nicht nötig, weil es eher angesagt ist frei von Verpflichtungen und Terminen die Seele baumeln zu lassen? Wie dem auch immer sei: die Sorge um die eigene Gesundheit sollte deswegen nicht ad acta gelegt werden. Es braucht meist auch nicht viel, um etwas Gutes zu bewirken. Steht z. B. ein Einkauf im Geschäft an, so bietet das Regal mit Obst und Gemüse eine gute Gelegenheit, sich mit Nützlichem einzudecken. Konkret meine ich u. a. damit einen Bund Radieschen (Raphanus sativus var. sativus), die weiß oder rot gefärbt sind. Die Pflanze zählt in der botanischen Klassifizierung zu den Kreuzblütengewächsen, wie z. B. auch der Raps, die Rauken, der Senf und das Hirtentäschel. Gerne werden Radieschen auf die Beete im eigenen Garten gesät und nach einer Zeit des Wachsens aus der Erde gezogen. Wer keinen Garten besitzt, kann sie, wie ohnehin eben geschildert, leicht erwerben. In den Radieschen befinden sich eine Reihe von Vitaminen und Mineralstoffen. Die darin ebenso enthaltenen Senfölverbindungen sorgen für den scharfen Geschmack, der sich beim Verzehr des Gemüses auf dem Gaumen und auf der Zunge kundtut. Diese Empfindung gibt gleichzeitig einen Verweis auf die antioxidativen und sogar antibiotischen Effekte, die mit dem Verspeisen der Radieschen einhergehen. Und so ist es klug, gleich mit etwas Schärfe in den neuen Tag einzusteigen. Dadurch bereitet man sich selbst eine gewisse Erfrischung und ist somit besser bereit, in einen guten neuen Tag einzusteigen. Es ist eben nicht einerlei, wie jemand an den Start geht. Immerhin haben alle etwas davon, wenn wir uns selbst wohl fühlen und unser Körper fit und agil bleibt.

 

Zum Tagesbeginn Radieschen

Lediglich ein Radieschen genügt, um es nach gründlichem Waschen in Scheiben zu schneiden und auf nüchternen Magen zu essen. Aufs gute Kauen dabei nicht vergessen. Auch wenn diese Empfehlung mit ein wenig Schärfe am Gaumen einhergeht, sollten wir nicht davor zurückschrecken. Immerhin dient es unserer Gesundheit. www.kraeuterpfarrer.at

Radieschen (Raphanus sativus) © Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya

 

 

 

Magen, Darm und Haut pflegen

Mit Labkraut vom Wegrand

Die historisch wertvollen liturgischen Kleider, die in manchen Museen zu bestaunen sind und auch noch heute bei festlichen Liturgien von den Priestern und Diakonen getragen werden, können wir mit Fug und Recht als prachtvoll bezeichnen. Vor allem barocke Kaseln und Dalmatiken sind meist mit vielen floralen Mustern bestickt worden. Und sie sind zusätzlich mit einer goldenen oder silbernen Borte eingesäumt. Das erinnert mich nun auch an die Weg- und Feldränder in der Natur, wo heuer ganz besonders stark das Echte Labkraut (Galium verum), das auch Gelbes Labkraut genannt wird, den Ton angibt. Die Blütenrispen duften beim Vorbeigehen nach Honig und erwecken dadurch ebenfalls unsere Aufmerksamkeit. Dieses heilsame Gewächs ist vielerorts leider in Vergessenheit geraten, so dass es sicher nicht schlecht ist, sich seiner erneut zu besinnen. Zu den Wirkstoffen des Rötegewächses zählen u. a. Kieselsäure, Gerbstoffe, Glykoside und Flavonoide. Das darin überdies enthaltene Cumarin kommt vor allem beim Trocknungsprozess der Triebe des Labkrautes zur Geltung. Nun ist es natürlich angesagt, über die Verwendung dieser natürlichen Schönheit nachzudenken. Gerade im Sommer, wenn die Temperaturen hochklettern, sollte man darauf achten, dem Magen eine Unterstützung zukommen zu lassen und darüber hinaus auch der vielfach beanspruchten Haut. Wer das Gelbe Labkraut zur Verfügung hat, sollte daher nicht lange darauf warten, um es zu nutzen. Eine Tasse Tee ist schnell zubereitet und trägt dazu bei, den ganzen Körper von innen heraus zu stärken. Dem Labkraut wird auch die Fähigkeit zugeschrieben, das Lymphsystem in seiner wichtigen Tätigkeit zu stärken.

 

Aufguss mit Labkraut 

Von getrockneten und zerkleinerten Blütentrieben des Gelben Labkrautes 2 Teelöffel voll mit 1/4 Liter kochendem Wasser übergießen. Danach 15 Minuten zugedeckt ziehen lassen. Nach dem Abseihen am besten ungesüßt schluckweise trinken. Ganz gut kommt die verdauungsfördernde und hautstärkende Wirkung des Tees zur Geltung, wenn jeweils morgens, mittags und abends 1 Tasse vor den Mahlzeiten konsumiert wird. www.kraeuterpfarrer.at

Gelbes oder Echtes Labkraut (Galium verum) © Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya

 

 

 

Nachsorge bei Insektenstichen

Ein Bad mit Hauswurz

Vieles hat zwei Seiten. Das ist im Leben nun einmal so. Wo Licht hinfällt, gibt es logischerweise auch Schatten. Im Sommer ist daher ebenso nicht alles eitel Wonne. So sehr wir uns bei angemessen Temperaturen auch im Freien bewegen können, ist dies ferner die gleiche Zeit, in der die stachelbewehrten und blutsaugenden Insekten unterwegs sind. Daher finde ich es angebracht, heute einmal ein Hausmittel aufzutischen, das sich diesem Thema widmet. Mit der Dach-Hauswurz (Sempervivum tectorum) soll eine naturgemäße Nachsorge in Betracht gezogen werden, die der geplagten Haut zugutekommt. Dieses Dickblattgewächs besagt allein schon durch seine Zugehörigkeit zu einer bestimmten Pflanzenfamilie, dass es durch eine dementsprechende Außenschicht gut geschützt ist. Da die Dach-Hauswurz oft bloß von jenem Wasser abhängig ist, das vom Himmel fällt, muss sie mittels eines festen Speichers dafür sorgen, dass nicht zu viel Flüssigkeit verdunstet. Zudem sind in ihren Blättern noch Gerb- und Schleimstoffe, Apfel- und Ameisensäure sowie Bitterstoffe und Harz eingelagert. Damit stehen entzündungshemmende und wundheilende Effekte in Verbindung, die es zur rechten Zeit zu nützen gilt. Wer manch fliegenden Plagegeistern wie etwa Mücken und Bremsen bei einem Aufenthalt im Freien nicht entkommen konnte, hat in der Dach-Hauswurz eine gute Partnerin zur Verfügung, die in der Nachsorge wohltuende Dienste erweisen kann. Dann ist es angesagt, sich ein Kräuterbad anzurichten.

 

Badezusatz für die Körperpflege

Von 3 ganzen Rosette der Dach-Hauswurz die dicken Blätter einzeln herausbrechen und mit einem Messer zerkleinern. Mit 2 Liter kochendem Wasser übergießen und 1/2 Stunde langziehen lassen. Zum Schluss abseihen und den Absud ins Badewasser einer Wanne gießen. 10 Minuten lang darin baden. Nach dem Abtrocknen die Haut noch mit einem Hauswurzöl einreiben. Das hilft mit, die unangenehmen Folgen von Insektenstichen zu verringern. Einen fertigen Hauswurz-Ölauszug erhalten Sie samt kostenloser Beratung in unserem Kräuterpfarrer-Zentrum: Tel. 02844/7070, E-Mail: bestellung@kraeuterpfarrer.at oder bequem im Webshop: www.kraeuterpfarrer.at

Dach-Hauswurz (Sempervivum tectorum) © Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya

 

 

 

Für Mund und Rachen

Mit Eisenkraut gurgeln und spülen

Rohstoffe haben momentan ein hohes Preisniveau erreicht. Die Gründe hierfür sind allen wohl hinlänglich bekannt. Natürlich wäre es dann schön, wenn man die eine oder andere Pflanze beim Namen nehmen könnte, um daraus ein Erz oder ein Metall gewinnen zu können. Andererseits gibt es ja durchaus einen nicht geringen Gewinn im Hinblick auf unsere Gesundheit, der es wert ist, dass er rechtzeitig und regelmäßig abgeschöpft wird. Das trifft übrigens besonders auf das Eisenkraut (Verbena officinalis) zu. Dieses Gewächs hat ohnehin einen guten Ruf als Heilkraut, besitzt es doch Glykoside, Bitterstoffe, Gerbstoff, Kieselsäure und auch etwas an ätherischem Öl als Inhaltsstoffe. Seit jeher wird es verwendet, um bei verschiedenen Anliegen den Körper von innen heraus zu stärken. Wer einen Tee trinkt, der mit Eisenkraut aufgegossen wurde, trägt z. B. etwas bei, um damit die Nieren sowie die Tätigkeit des Magens zu unterstützen und darüber hinaus den gesamten Stoffwechsel anzuregen. Dem nicht genug: dieses liebenswerte Kraut, das man übrigens ganz leicht selbst im Garten ziehen und ernten kann, dient ebenso dazu, um zur allgemeinen Pflege des Körpers etwas beizutragen. Dies geschieht am besten gleich zu Beginn eines neuen Tages. Bevor man unter anderem zur Arbeit geht, sich dem Tagwerk oder der Freizeit widmet, kann eine Mundspülung ganz sinnvoll sein. Die Inhaltsstoffe des Eisenkrautes tun nämlich der gesamten Mundhöhle gut. Hat sich jemand eine leichte sommerliche Erkältung zugezogen, ist ein Aufguss mit Eisenkraut darüber hinaus ein vorzügliches Mittel, um damit zu gurgeln und so einen entzündeten Rachen zu pflegen.

 

Eisenkraut aufgießen

Vom getrockneten und zerkleinerten Eisenkraut 2 Teelöffel voll mit 1/4 Liter siedendem Wasser übergießen. 15 Minuten zugedeckt stehen lassen und dann abseihen. Bei annehmbarer Temperatur nach dem Frühstück damit eine kräftige Mundspülung durchführen. Davon profitieren die Schleimhäute und das Zahnfleisch gleichermaßen und werden dadurch widerstandsfähiger gegen Entzündungen. Bei Erkältungen einfach mehrmals pro Tag mit dem Eisenkraut-Aufguss gurgeln. www.kraeuterpfarrer.at

Eisenkraut © Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya