Mehr als nur Schattenspender

Der Ahornbaum und sein Grün

Wer in seiner näheren Umgebung auf einen Mischwald blickt und diesen aufsuchen kann, zählt wohl zu den Glücklichen und den Beschenkten. Wir wissen aus wissenschaftlichen Studien, dass ein Forst, der sich aus verschiedenen Baumarten zusammensetzt, weit größere Überlebenschancen besitzt als eine reine Monokultur, die von Menschenhand ausgepflanzt wurde. Denn schließlich muss sich nicht bloß der Mensch dem Klimawandel stellen, sondern vor allem alles, was unter dem freien Himmel existiert. Dazu zählt auch der Ahornbaum (Acer). In Österreich treffen wir hauptsächlich auf den Bergahorn (Acer pseudoplatanus), weiters auch auf den Spitzahorn (Acer platanoides) und den Feldahorn (Acer campestre). Sie fügen sich oft dort ein, wo eben eine Vielfalt an mehreren Baumarten möglich ist. Für Heilzwecke im Sinne der alten Klostermedizin werden jedoch meistens nur der Berg- und der Spitzahorn verwendet. Das liegt u. a. auch daran, dass diese die größeren und weicheren Blätter besitzen. In ihnen sind nicht nur Gerbstoffe und Mineralsubstanzen eingelagert. Es finden sich ebenso Flavonoide, Saponine und sogar Vitamine in den grünen Wuchsteilen. Manchmal tut es ja ganz gut, ein wenig Kühlung in Anspruch nehmen zu dürfen, wenn es die Sonne gar gut mit uns meint. Aber es gibt auch an unserem Körper Stellen, die sich ziemlich heiß anfühlen. Das ist so, wenn die Füße geschwollen sind, ein Geschwür eine Entzündung in sich birgt oder die Folgen eines Insektenstiches Hitze auslösen. Dann ist es von Vorteil, auf die Ahornblätter zurückgreifen zu können. Überall, wo es zu keiner Verunreinigung kommen kann, weil die Haut geschlossen ist, können sie aufgelegt werden.

 

Linderung auf der Haut 

Saubere grüne und nicht zu alte Blätter des Berg- oder des Spitzahorns von den Ästen abzupfen und dann mithilfe eines Nudelholzes leicht anquetschen. Danach einfach auf eine erhitzte Stelle der Haut legen und einige Zeit oben lassen. Das tut gut und fördert die Prozesse einer Heilung bei geschlossenen Geschwüren, bei brennenden und schmerzenden Füßen und bei Anschwellungen infolge von Insektenstichen. Bei Bedarf ein paar Mal hintereinander durchführen. www.kraeuterpfarrer.at

 

 Ahorn (Acer) © Grafik: Prof. Emil Jaksch

 


 

Kommentare geschlossen.