Ein Korn zum Baden

Der Hafer schenkt neue Energie

Ist jemand zu pfiffigen Scherzen aufgelegt oder in einer hoffentlich liebenswerten Weise keck, so können wir das mit einem altbekannten Ausspruch umschreiben: den oder die sticht der Hafer. Wahrscheinlich hängt diese Feststellung mit der Versorgung der Zug- und Reittiere im Pferdestall zusammen, die ja vor einigen Jahrzehnten zum Alltag dazugehört hat. Doch wollen wir dabei nicht übersehen, wie sich das Korn vom Hafer (Avena sativa) auch auf den menschlichen Körper gut auswirken kann. Das liegt daran, dass sich in diesem Getreide eine Menge an Mineralstoffen, Glykosiden und Proteinen befinden und ebenso Stärke und Fette. Gewiss ist es sinnvoll, sofern die Verdauung es verträgt, immer wieder auf den Hafer zurückzugreifen und ihn z. B. in Form eines Müslis zum Frühstück zu sich zu nehmen. Was allerdings nur wenigen bekannt zu sein scheint, ist die Tatsache, dass dem Haferkorn – entgegen der einleitenden Beschreibung – eine beruhigende Wirkung innewohnt. Dieser Effekt darf u. a. auf der Haut zum Tragen kommen. Die Vermittlerin dieses Vorzuges wiederum ist – wie sooft – das Wasser. Bei Erschöpfung, nach längerer geistiger und  physischer Anstrengung oder bei niedergedrückter Stimmung ist es also möglich, einen Ausgleich zu finden und zugleich neue Energie zu tanken, indem ein Bad genommen wird, bei dem der Hafer eine tragende Rolle spielt. Mit meinem heutigen Tipp möchte ich also erneut das Bewährte unterstreichen, das in so vielen überlieferten und leider oft in Vergessenheit geratenen Hausmitteln steckt. Gott sei Dank dürfen wir uns aber nach wie vor derer bedienen.

 

Haferkorn-Bad

In einen Leinensack ca. 1 kg grob gemahlener oder zerstoßener Haferkörner geben und zubinden. In eine Badewanne legen und ziemlich heißes Wasser in dieselbe einleiten. Nun ca. 15 Minuten den Hafer dort einweichen lassen. Danach erst mit kaltem Wasser eine annehmbare Temperatur herbeiführen und 20 Minuten in der Wanne baden. Nach dem Heraussteigen gut abtrocknen und mit einem Lavendel-Ölauszug die gesamte Haut einreiben. Das tut gerade dann gut, wenn man müde und schlaff ist und neue Energie auftanken möchte. www.kraeuterpfarrer.at

Hafer (Avena sativa) © Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya

 

 

Gesunde Knolle

Topinambur hält den Körper schlank

Wer gerne kocht, weiß um die vielen Möglichkeiten, etwas Köstliches auf den Teller zaubern zu können. Dazu braucht es oft nur wenige Zutaten. Und es muss nicht immer Fleisch sein. Hält daher jemand Ausschau nach einem nicht alltäglichen Gemüse, dann wird man bei einer Knolle fündig, die schon seit langem in Europa kultiviert wird und daher gar nicht so selten anzutreffen ist. Es handelt sich dabei um die Topinambur-Pflanze (Helianthus tuberosus). Der wissenschaftliche Name dieses ursprünglich am nordamerikanischen Festland beheimateten Gewächses verrät schon, dass es sich hierbei um einen Korbblütler und einen nahen Verwandten der hinlänglich bekannten Sonnenblumen (Helianthus annuus) handelt. Beim Topinambur ist es die Wurzelknolle, die von Interesse ist. Sie enthält neben Mineralstoffen und Spurenelementen auch viel leichtverdauliches Inulin. Dieser Inhaltsstoff bringt einen besonders nützlichen Effekt mit sich: er bremst das Hungergefühl. Sicher kennen wir die Momente, da uns der Appetit weismachen möchte, dass wir sehr viel an Kalorien, Zucker und Kohlehydraten benötigen würden. Die Folge davon kennen wohl alle: das Körpergewicht geht nach oben. Im Bestreben, sich dahingehend ganz konkret zu erleichtern, ist es nützlich, eine pflanzliche Unterstützung an seiner Seite zu haben. Aus den Topinamburknollen lässt sich ein alkoholischer Auszug herstellen, der mit den guten Erfahrungen aus der Tradition der Kräuterpfarrer einhergeht. Dafür setzt man die gereinigten und zerkleinerten Knollen im Verhältnis 1 : 4 mit einem geeigneten Ansatzalkohol 14 Tage lang an. Danach abseihen und mit destilliertem Wasser verdünnen.

 

Unterstützung beim Abnehmen

Vom fertigen Topinambur-Auszug (höchstens 20 % Anteil an Alkohol) täglich 3- bis 5-mal 1 Teelöffel voll zu sich nehmen. Das ist ratsam, wenn der Appetit und der berühmte Heißhunger gezähmt werden sollen. Topinambur liefert gleichzeitig wichtige Mineralstoffe in den Körper, die dieser benötigt, auch wenn die Mahlzeiten reduziert und somit das eigene Gewicht auf eine verantwortungsvolle Weise wieder weniger werden soll. Den fertigen Topinambur-Auszug erhalten Sie samt kostenloser Beratung im Kräuterpfarrer-Zentrum (Tel. 02844/7070) oder bequem im Webshop: www.kraeuterpfarrer.at

Topinambur_Knolle Auszug und Blüte

Vom Baum lösen

Eichenrinde unterstützt die Haut

Jetzt, solange die Laubbäume kahl dastehen, sind sie nicht so anziehend als in der Sommerszeit, da sie einen wohltuenden Schatten spenden. Aber deswegen lässt sich ihr Wert dennoch neu entdecken. Der liegt sicher auch in den Früchten, die eventuell von einem Gewächs abfallen oder in einem brauchbaren Holz, das der Bau- bzw. der Möbelindustrie dient. Diesen Kategorien möchte ich noch die heilsame Kraft hinzufügen, die ebenso bei vielen großen pflanzlichen Individuen vorhanden ist. Schauen wir uns dahingehend die Eiche (Quercus) ein wenig näher an. Jener Baum, der mit zunehmendem Alter eine imposante Größe erreicht, besitzt nämlich in den Blättern und in seiner Rinde einen hohen Anteil an Gerbstoffen als Inhaltssubstanz. Diese wiederum kommen der Stärkung der Haut zugute, die vielen Herausforderungen ausgesetzt ist. Zudem zeigen sich auf der leiblichen Außenschicht auch viele Symptome von Veränderungen im Inneren des Körpers. So will ich heute dazu einladen, in manchen Anliegen auf die Kraft der Eichen zu setzen und ihre Hilfestellung in Anspruch zu nehmen. Bei Ausschlägen, Reizungen, Neurodermitis, Schuppenflechte, Hämorrhoiden, übermäßiger Schweißbildung, Nagelgeschwüren und vielem anderen mehr kann dies eine gute Begleitung darstellen, sofern der ärztliche Rat damit konform geht. Meist sind Waschungen der Haut eine passable Methode, um die misslichen Umstände zumindest ein wenig zu lindern. Dazu muss natürlich die Eichenrinde zuvor aufbereitet werden.

 

Eichenrinden-Tee

Eichenrinde, die von zirka fingerdicken Ästen abgeschält wurde, gut durchtrocknen. Nach dem Zerkleinern derselben 2 Teelöffel mit 1/4 Liter kaltem Wasser übergießen und 2 Stunden lang stehen lassen. Danach kurz aufkochen und anschließend abseihen. Einen Waschlappen mit dem lauwarmen Tee tränken und die Haut damit abreiben. Eichenrinden-Tee kann auch als Zusatz für Sitzbäder verwendet werden. Jedoch sollte dann die Menge des Tees dem nötigen Verhältnis zum Wasser angepasst werden. www.kraeuterpfarrer.at

Eichenzweig mit Eicheln und Rinde (Quercus robur) © Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya

 

Die Stimmung verbessern

Melisse als Beigabe

Das Wetter ist nicht nur Gegenstand der täglichen Gespräche auf der Straße und im Geschäft, es beeinflusst uns vielmehr direkt in allem, was wir tun und wie wir uns fühlen. Hält zum Beispiel die Wolken- oder gar die Nebeldecke über Tage hinweg dicht, dann lechzen wir förmlich nach jedem Sonnenstrahl. Dabei dürfen wir entdecken, dass in jeder Lebenslage die Kräuter passable Begleiter sind. Die Zitronenmelisse (Melissa officinalis) hat dahingehend durchaus einiges zu bieten. Der Lippenblütler enthält in seinen Trieben und Blättern ätherisches Öl, Bitter- und Gerbstoffe sowie Flavonoide und Terpene. Wir begegnen dem Heilkraut wohl am öftesten, wenn uns im Restaurant oder bei Freunden ein Dessert aufgetischt wird, auf dem ein Blatt dieses Gewächses als Dekoration dient. Wer die Melisse wiederum im Garten stehen hat, ist gut beraten, sie im Sommer beizeiten abzuschneiden, um die grünen Wuchsteile zu trocknen und fachgerecht als Reserve aufzubewahren. In Phasen, da womöglich das schlechte Wetter aufs Gemüt drückt, tut es gut, einen Stimmungserheller zur Hand zu haben. Darüber hinaus kann es auch von Vorteil sein, depressive Zustände und Migräne mit einer pflanzlichen Unterstützung zu begleiten. Durch die entspannende und gleichzeitig auch nervenstärkende Wirkung kann die Melisse vielleicht das Richtige sein, um besser mit diesen leidigen Umständen zurechtzukommen. In Arbeitspausen und am Feierabend ist es sicher möglich, dahingehend etwas zu tun.

 

Melissenpulver und Milch

In ein Glas voll Milch, Sauer- oder Buttermilch einen halben Teelöffel voll zu Pulver zerriebene Melissenblätter hineinrühren und eine Zeitlang (ca. 1/2 Stunde) stehen lassen. Dann nochmals umrühren und den Trank zu sich nehmen. So gelangen die guten Effekte über die Verdauung in den Organismus und helfen mit, dass wir uns bei gedrückter Stimmung oder bei Kopfschmerzen wieder wohler fühlen. www.kraeuterpfarrer.at

Melisse oder Zitronenmelisse (Melissa officinalis) © Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya

 

 

Für den ganzen Organismus

Schafgarben aufbrühen

Es bedeutet schon sehr viel an Logistik, Organisation und Vernetzung, um einen ganzen Staat und vor allem die ihm Zugehörigen mit dem Notwendigsten zu versorgen. Wir könnten nun die einzelnen Bereiche wie Ernährung, Gesundheit, Wirtschaft und vieles andere mehr aufzählen und fänden dabei kaum ein Ende. Mit einem Heilkraut möchte ich aber heute auf den ganzen Organismus abzielen, den wir auch mit einem komplex strukturierten Gefüge wie eben einem Staat vergleichen können. Die Gemeine Schafgarbe (Achillea millefolium) ist ein Gewächs, das mit seinen Wirkstoffen und den damit verbundenen Effekten dem gesamten Leib gut tun kann. In der Pflanze sind Bitter- und Gerbstoffe ebenso vorhanden wie auch ätherisches Öl und Flavonoide. Gehen wir zurück in längst vergangene Jahrhunderte, so finden wir Quellen, die uns die guten Erfahrungen schildern, die Menschen schon damals durch den Gebrauch der Schafgarbe gemacht haben. Immerhin war den Vorfahren die Erhaltung oder die Wiedererlangung der Gesundheit ebenso ein Anliegen wie uns Heutigen. Die Verdauung zum Beispiel, die vieles zu unserem Wohlbefinden beiträgt, profitiert von der Schafgarbe. Nicht minder die Beschaffenheit der Haut. Und es nicht von der Hand zu weisen, dass die Wiesenpflanze auch einem ausgewogenen Hormonhaushalt zuträglich ist. Dieses Thema beschäftigt nicht wenige während der Pubertät und in den Phasen des so genannten Wechsels. Auf keinen Fall möchte ich ebenso auf die Beobachtung des Blutdrucks vergessen, die womöglich auch eine Verwendung der Schafgarbe nahelegt. Kein Kraut – und sei es noch so bewundernswert – ist ein Alleskönner. Die Schafgarbe zeichnet sich jedoch dadurch aus, dass sie in vielen Anliegen einer rechten Sorge um den Leib und die Seele zum Segen werden kann.

 

Wohltuender Tee

Von getrocknetem und zerkleinertem blühenden Kraut der Schafgarbe 2 Teelöffel voll mit 1/4 Liter kochendem Wasser übergießen. 15 Minuten zugedeckt ziehen lassen und dann abseihen. Am besten ungesüßt langsam und schluckweise trinken. Vor allem in Zeiten, in denen sich jemand im Bezug auf den Kreislauf oder die Verdauung nicht so wohl fühlt, kann der Tee gleich in der Früh und auch am Abend eine Unterstützung für den ganzen Organismus darstellen. www.kraeuterpfarrer.at

Schafgarbe mit Wurzel (Achillea millefolium) © Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya

 

Mit Kräuterwürze umgeben

Die Haut mit Oregano unterstützen

Was braucht es, um sich rundherum wohl zu fühlen? Die Antwort darauf kann sehr vielfältig ausfallen. Es sind eben nicht nur materielle und leiblich fühlbare Umstände, die einem die Tage angenehm erscheinen lassen. Da gehört ebenso ein seelisches Gleichgewicht dazu. Jetzt, solange wir auf den Frühling noch warten müssen, ist es sicher angesagt, in den eigenen vier Wänden für ein Wohlergehen zu sorgen. Dort mögen auch Reserven kräutermäßiger Natur vorhanden sein, die uns dabei weiterhelfen. Schauen wir uns also ein Gewächs genauer an. Es ist der Oregano (Origanum vulgare), der botanisch korrekt als Echter Dost bezeichnet wird. Er fühlt sich vor allem auf trockenen Böschungen und Wegrändern sehr wohl und gelangt im Hochsommer zu voller Größe. Mit seinen leicht rosa- bis purpurfarbenen Blüten macht er auf sich aufmerksam. Zupft man ein Blättchen von seinen Trieben ab und zerreibt es zwischen den Fingern, so gibt er sein unverkennbares Aroma preis, das man ohnehin gerne einsetzt, um u. a. eine Pizza damit zu würzen. Die Wuchsteile des Oregano zeichnen sich durch Inhalte wie etwa Bitter- und Gerbstoffe, ätherisches Öl und Thymol aus. Sie wirken sich u. a. fördernd auf unserer Haut aus. So liegt es doch nahe, diese mit pflanzlicher Hilfe zu unterstützen und zu stärken. Das eigene Badezimmer, in dem eine Badewanne vorhanden ist, ist sicher eine Stätte, an der konkret die Haut auch mit natürlicher Unterstützung gepflegt und somit gleichzeitig gestärkt werden kann. Der Oregano kann eben auch auf der Oberfläche des Körpers Gutes wirken, wenngleich es ohne Zweifel durchaus köstlich ist, so manche damit gewürzte Speise zu genießen. Wie heißt es doch so schön? – das eine tun und das andere nicht lassen!

 

Oregano-Bad

100 g getrocknetes und zerkleinertes blühendes Oregano-Kraut (= Echter Dost) mit 2 bis 3 Liter kochendem Wasser übergießen. 15 Minuten lang zugedeckt ziehen lassen und dann abseihen. In die bereits gefüllte Badewanne leeren und 20 Minuten darin baden. Das strafft und stärkt eine abgespannte Haut, fördert ihre Abwehrkraft und wirkt zudem vorbeugend gegen Reizungen, Entzündungen und Abszesse. www.kraeuterpfarrer.at

Dost oder Oregano (Origanum vulgare) © Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya

 

Begleitend trinken

Engelwurztee hilft der Verdauung

Auf sich allein gestellt sein zu müssen, bedeutet für die Gestaltung des Lebens eine große Herausforderung. Doch im Grunde sind wir als Menschen nicht darauf angelegt, als Einzelindividuen dahin zu fristen. Viel besser ist es da gewiss, sich auszutauschen, einander beizustehen und vieles miteinander zu teilen. Zu den Begleitern der Gesundheit zählen wohlweislich auch viele Gewächse. Die Echte Engelwurz (Angelica archangelica) trägt ohnehin einen Namen, der einen wohltuenden Beistand samt einer schützenden Funktion zu inkludieren scheint. Das hat durchaus seine Gründe. Das zu den Doldenblütlern zählende Heilgewächs wurde schon seit Jahrhunderten hoch geschätzt und daher oft als Hausmittel verwendet. In der Wurzel der Pflanze sind nicht nur ätherische Öle eingelagert, sondern darüber hinaus noch Bitterstoffe, Cumarine und vieles andere mehr. Dieses Wissen kann man  sich in mancherlei Anliegen zunutze machen. Die Engelwurz hält nämlich viele unterstützende Effekte bereit, wenn es gilt, den Körper von innen heraus zu stärken. Wenn eine Schwäche in gewissen Bereichen wie dem Magen und der Leber vorliegt oder es im Darm vorübergehend zu einer so genannten Stuhlverstopfung kommt und falls Hämorrhoiden auftreten, ist die Verwendung der Engelwurz sicher von Vorteil. Zusätzlich können so manche Wetterkapriolen dafür sorgen, dass der Kreislauf darunter leidet. All das wäre ein Anlass, um vermehrt auf die Hilfe der Engelwurz zu vertrauen. Bevor die Nachtruhe angetreten wird, sollte man schon für den nächsten Tag Vorsorge treffen. Dann ist es sicher wohltuend, einen pflanzlichen Partner als Begleitung in Anspruch nehmen zu dürfen.

 

Wurzel kalt ansetzen

2 Esslöffel voll getrocknete und zerkleinerte Wurzel der Echten Engelwurz in 1/2 Liter kaltem Wasser ansetzen und über Nacht zugedeckt stehen lassen. Am folgenden Morgen dann erwärmen, ohne den Ansatz zu kochen. Nach dem Abseihen in eine Thermosflasche füllen und den Tee über den Tag verteilt schluckweise trinken. Das kommt dem gesamten Verdauungstrakt zugute, stärkt alle damit verbundenen Organe und kann überdies mithelfen, den Kreislauf zu stabilisieren. 2 Wochen lang durchführen. www.kraeuterpfarrer.at

Echte Engelwurz oder Angelika (Angelica archangelica) © Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya

 

 

 

Kalte Füße haben Folgen

Mit Apfelessig auffangen

Der Winter gibt wahrscheinlich noch lange nicht auf. Da nützt es nichts, sich die warmen Temperaturen herbei zu träumen und den Schnee samt Frost in die Ferne verbannen zu wollen: es bleibt, was es ist. Da liegt es wohl auf der Hand, sich dementsprechend zu kleiden und dafür zu sorgen, dass Krankheiten und Infekte möglichst wenig Chance haben, an uns anzudocken. Der Apfelessig, der in der Küche Verwendung findet, kann übrigens auch dazu etwas beitragen. Denn immer wieder höre ich von vielen, dass sie gerade im Winter über längere Phasen hinweg unter kalten Füßen leiden. Wir alle kennen wohl das Gefühl, das mit einem solchen Zustand einhergeht. Es ist in der Folge der Bereich der Blase und der Harnröhre, der darunter leidet. Und nicht selten kommt es zumindest zu einer Reizung bzw. gar zu einer Entzündung der Schleimhäute in diesem sensiblen Bereich. So kann es nur von Vorteil sein, sich in eigener Initiative um ein gesichertes Wohlbefinden zu bemühen. Im Apfelessig – und das wissen wohl nur wenige – sind sehr viele gute Inhaltsstoffe enthalten. Dazu zählen Vitamine genauso wie eben Mineralstoffe und verschiedene Enzyme. All das kann an unsere Füße herangebracht werden, wo sie dann zu wirken beginnen und den Körper von unten nach oben unterstützen. Für eine indirekte Pflege des Blasenbereiches kann nun ein Fußbad genau das Richtige sein. Wer vermehrt unter kalten Füßen leidet, sollte diese Anwendung nicht ausschlagen. Es braucht schließlich keinen großen Aufwand, um es durchzuführen. Lediglich die nötige Zeit muss dafür zur Verfügung stehen.

 

Warmes Fußbad

In ein für ein Fußbad geeignetes Gefäß genügend warmes Wasser leeren und als Zusatz ein wenig Apfelessig hinzugeben (1/8 bis 1/4 Liter). 10 Minuten die Füße darin baden. Danach gut abtrocknen und zusätzlich mit etwas Arnikatinktur einreiben. Ergänzend 1 Tasse Thymiantee danach trinken. Früh und abends durchgeführt, hilft das mit, um vorbeugend gegen eine Blasenentzündung anzugehen. www.kraeuterpfarrer.at

Apfelessig

 

 

Die Nerven unterstützen

Mit Weidenkätzchen

In Sachen Kräuter gibt es sehr viel Literatur, Empfehlungen im Internet und nicht zuletzt auch viele Beiträge im Rund- und Hörfunk. Für mich ist das sehr erfreulich, weil sich viele aus der Bevölkerung dadurch weiterbilden und nicht zuletzt ebenso die Beziehungsfäden zu Mutter Natur etwas enger knüpfen. Trotz des reichen Angebotes gibt es je neu so etwas wie Geheimtipps. Ich denke, dass ich heute etwas Derartiges sozusagen auftischen kann. Denn die Blüten der Weiden (Salix), die wir eher mit dem Palmsonntag oder einer frühlingshaften Osterdekoration verbinden, werden wohl nicht zu den alltäglich gebrauchten Pflanzendrogen zählen. Die Weiden an und für sich sind seit alters her als Hilfsmittel für die Gesundheit verwendet worden, schon lange bevor es gelang, ihre Inhaltsstoffe mithilfe einer erhellenden Laboruntersuchung feststellen zu können. Zu den Wirksubstanzen zählen Flavonoide, Gerbstoffe, Phenolglykoside und das schmerzlindernde Salicin. Mit dem Gebrauch der Weidenkätzchen lassen sich somit auch die Nerven stärken, die ohnehin in Zeiten wie diesen einer erhöhten Anspannung unterliegen. Das beweisen jüngste Studien und Statistiken, die leider auch aufzeigen, dass viele Menschen unter dem 20. Lebensjahr u  a. an vermehrten Schlafstörungen und somit an einer inneren Unruhe leiden. Vielleicht ist es ja nicht das Schlechteste, solche Umstände mit der Verwendung pflanzlicher Unterstützung zu begleiten. Hermann-Josef Weidinger, der Pionier für die österreichweite Begeisterung an Kräutern, war es auch, der uns folgenden Ratschlag überliefert hat.

 

Aufguss mit Weidenkätzchen 

2 Teelöffel voll getrocknete Weidenkätzchen, die bereits im vergangenen Frühjahr abgepflückt, getrocknet und fachgerecht gelagert wurden, mit 1/4 Liter kochendem Wasser übergießen. Dann 15 Minuten lang zugedeckt ziehen lassen. Zum Schluss abseihen und – bei Belieben – mit ganz wenig Honig süßen. Am besten 3/4 bis 1/2 Stunde vor dem Schlafengehen schluckweise trinken. Das unterstützt die Festigung der Nerven und somit einen tieferen Schlaf. www.kraeuterpfarrer.at

Weide (Salix) © Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya

 

Erleichternde Kost

Sellerie als Nahrungsergänzung 

Man ist, was man isst. Dieses alte Sprichwort wird wohl oft zitiert, weil es einen wahren Kern enthält. Immerhin ist all jenes, was auf dem Tisch steht bzw. was unseren Gaumen passiert, Ausdruck der jeweiligen Lebenskultur und des damit verbundenen Lebensstandards. Die gute Botschaft gleich vorweg: ein einfacher Stil des Alltags begünstigt sogar eine gesunde Ernährung. Denn dann hat das, was im Garten wächst, die Chance direkt in der Küche zu landen. Dazu zählt vielleicht ebenso die Knollensellerie (Apium graveolens var. rapaceum), die als häufig verwendetes Gemüse auf den Beeten gezogen wird. Botanisch betrachtet zählt die Echte Sellerie zur Familie der Doldenblütler. Durch spezielle Züchtungen gibt es heutzutage eine breite Palette an Sorten, die entweder ein würzendes Grün liefern – ähnlich wie die Petersilie – bzw. deren Stängel Verwendung finden oder eben als Rübe zur Verfügung stehen. Die Sellerie liefert uns viele Vitamine, Mineralstoffe, ätherisches Öl und Ballaststoffe. Durch deren Genuss wird nicht nur die Verdauung unterstützt, sondern auch die Tätigkeit der Nieren gefördert. Gerade bei den Leiden, die wir für gewöhnlich als Rheuma oder Gicht bezeichnen, ist es wichtig, den Körper gut zu entgiften und ihn nach Möglichkeit vor schädlichen Ablagerungen sowohl in den Blutgefäßen als auch in den Gelenken zu bewahren. Und so gesehen ist ein einfacher Lebensstil gerade am Essenstisch angesagt und der bewusste Konsum von Gemüse und vor allem an kalorienarmer Kost ein Gebot der eigenen Klugheit. Das ist für mich wiederum der Anlass, mithilfe dieser Zeilen die Sellerie gleichsam „aufzutischen“ und Appetit darauf zu machen.

 

Abwechslung mit Sellerie 

Ab und an eine mittelgroße Sellerieknolle kochen und dann entweder raspeln oder in Würfel schneiden und als Zuspeise bzw. als Zwischenmahlzeit zu sich nehmen. Übrigens kann dann zusätzlich das Kochwasser dazu getrunken werden. Bei Beschwerden, die jemand durch eine Gicht oder durch Rheuma erfährt, ist dies eine Möglichkeit, den Körper zu entlasten und sich vernünftig zu ernähren. Immer wieder einmal in den gewohnten Speiseplan einbauen. Voraussetzung dafür ist jedoch ein gesundes Herz und ein stabiler Kreislauf, da die Sellerie eine entwässernde Wirkung besitzt. www.kraeuterpfarrer.at

Echte Sellerie (Apium graveolens) © Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya