Zugang zu Gerbstoffen

Eichenrinde aufbereiten

Jetzt, da viele Geschäfte geschlossen sind, sucht man nach Wegen, um an die verschiedensten Produkte heranzukommen ohne sich dabei an einer Kasse anstellen zu müssen. Das Internet macht es möglich, gleich am Bildschirm das Gewünschte zu finden, zu wählen und zu bezahlen. Unsere Heilpflanzen haben ebenfalls Verschiedenstes anzubieten. Hierbei handelt es sich jedoch um bestimmte Inhaltsstoffe, die den Organismus aufbauen bzw. unterstützen können. Die heimischen Eichen, vornehmlich die häufig vorkommende Stieleiche (Quercus robur), zählt trotz ihrer Größe auch zu den Gewächsen, die in der pflanzlich angewandten Heilkunde ihren fixen Platz haben. Diese Baumart ist in erster Linie ein Lieferant für hartes und vielseitig einsetzbares Holz, was auch die Bauten und Möbel aus vergangenen Jahrhunderten unter Beweis stellen. Aber hier kommt nun hinzu, dass unsere Vorfahren sehr gute Erfahrungen mit den Wuchsteilen der Eichen, also mit Blättern und Rinden gemacht haben. Zudem wusste man auch die Eicheln zu nutzen, die vor allem im Herbst der Schweinemast gedient haben. Für uns ist jedoch heute noch immer der hohe Gerbstoffgehalt von Interesse, der in den Rinden der Baumgiganten zu finden ist. Und hier möchte ich, um allen Verwechslungen vorzubeugen, betonen, dass damit die äußere Schutzschicht der jungen Zweige gemeint ist und eben nicht die Borke, die ganz dick die Stämme umhüllt und sie in ihrer groben Struktur vor Fressfeinden und Schälschäden schützt. Nun stellt sich die Frage, wie man die Gerbstoffe zum eigenen Nutzen zugänglich macht, um sie für einen gesundheitsfördernden Gebrauch einsetzen zu können. Dazu gilt es in erster Linie, von etwa fingerdicken Ästen der Eichen die Rinde abzuziehen und sie dann in den gewonnenen Streifen gründlich zu trocknen. Danach bewahrt man sie in verschließbaren Gefäßen trocken und lichtgeschützt auf.

Abkochung von Eichenrinde

2 gestrichene Teelöffel voll getrockneter und zerkleinerter Eichenrinde, die übrigens auch im Fachhandel erhältlich ist, werden mit 1/4 Liter kaltem Wasser übergossen. Danach auf dem Herd zum Sieden bringen, wegstellen und noch 10 Minuten lang ziehen lassen. Dann abseihen und nach Wunsch entweder schluckweise trinken, was bei Magen- und Darmproblemen angezeigt sein kann, oder für Waschungen und Bäder heranziehen, um Irritationen bzw. Entzündungen auf der Haut zu begleiten. www.kraeuterpfarrer.at

Eichenzweig mit Eicheln und Rinde (Quercus robur) ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya

 

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