Erfrischung und Beruhigung

Quittenblätter in Teeform

Beschäftigt man sich mit Heilkräutern, so kann dies auf sehr verschiedene Art und Weise geschehen. Vorrangig wird das Interesse der meisten wohl zu einer praktischen Verwertung all dessen hin tendieren, was der Herrgott unter freiem Himmel im Garten, auf den Wiesen und im Wald wachsen lässt. In den vergangenen Jahrzehnten bekommt jedoch auch die Erforschung der historischen Quellen rund um die Traditionelle Medizin auf unserem Kontinent und in fernen Landen immer mehr Gewicht. In diesem Sinne möchte ich heute eine Frucht herausgreifen, die viele gar nicht mehr zu kennen scheinen: die Quitte (Cydonia oblonga). Ich selbst entsinne mich, dass meine Eltern in unserem Garten einen Quittenstrauch hegten, dessen Früchte nach erreichter Reife in eine Obstschale gelegt wurden, um dem Raumklima in den Zimmern ein besonderes Aroma zu verleihen. Die Quitten waren in der Generation unserer Groß- und Urgroßeltern weit mehr verbreitet und bekannt, als dies heute der Fall ist. Berühmt ist wohl immer noch ein feines Quittengelee, das zu den besonderen Delikatessen einer Speisekammer zählt. Durch den hohen Schleimgehalt aller Pflanzenteile der Quittenpflanze kann man z. B. aus den frischen Quittenblüten einen Tee aufgießen, der bei Husten hilft und darüber hinaus eine leidliche Schlaflosigkeit zu lindern vermag. Gewiss sucht man nach diesen schön geformten Blühwerken momentan vergeblich. Dennoch kann man gegenwärtig auf die Blätter der Quitten zurückgreifen, sofern man diese in weiser Voraussicht sammelt und für den späteren Gebrauch aufbereitet. Dazu zählt in erster Linie das gründliche Trocknen des Erntegutes. Die Blätter enthalten eine Reihe wertvoller Inhaltsstoffe wie etwa Gerb- und Mineralstoffe, die der Verdauung, der Haut und schließlich auch den Nerven gut tun. Wäre schön, wenn sich wieder mehr für das liebenswerte Gewächs Quitte interessieren würden.

Quittenblätter aufkochen

Um ein Tagesgetränk daraus zuzubereiten, nimmt man 10 g der getrockneten und zerkleinerten Blattdroge und stellt diese in 1 Liter kaltem Wasser zu. 10 Minuten lang aufkochen lassen und dann abseihen und in eine Thermosflasche füllen. Wenn man diesen Tee tagsüber trinkt, wirkt er beruhigend und nervositätsmindernd. Zudem tut dies der Verdauung und der Haut gut. www.kraeuterpfarrer.at

Quitte (Cydonia oblonga) ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya





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