Den Essig verfeinern

Goldmelisse als Zusatz

Es zählt meines Erachtens zur hohen Kunst, wenn ich bei jemandem zu Tisch geladen werde, der selber auch die Speisen zubereitet. Denn jedes Kochen, Braten und Dünsten ist ja nicht ein rein technischer Vorgang, der mittels Kochbuchanleitung vonstatten geht, sondern es wird erst richtig köstlich, wenn man mit den Zutaten maßvoll umgeht und mit Gefühl einiges ausprobiert. Ganz offen gesagt: mir fehlt da das nötige Talent dazu. Dennoch traue ich mich drüber, um heute mit der Goldmelisse (Monarda didyma) einen praktischen Hinweis für Küche und Gesundheit zu liefern. Immerhin freue ich mich alljährlich, wenn ich im Kräutergarten die schönen Blüten bestaunen kann, die sich auf den Trieben dieses Gewächses entfalten. Und dann zupfe ich mir ein paar von den länglichen rot oder violett gefärbten Schönheiten ab, um sie im Mund zu zerkauen. Das schmeckt gut und bringt auch dem Leib einen Vorteil. Die ätherischen Öle und die Flavonoide der Goldmelisse wirken sich nämlich beruhigend und ausgleichend auf die Nerven aus. Darüber hinaus ist das Aroma der Blätter des Lippenblütlers, der einst auf dem Amerikanischen Festland seine Heimat hatte, nicht zu verachten. Sie enthalten übrigens auch den wertvollen Wirkstoff Thymol, den wir schon vom Thymian her kennen. Es ist möglich, neben den Blütenblättern auch die grünen Wuchsteile der Goldmelisse als Zusatz zu Salaten oder Desserts zu verarbeiten. Oder man kombiniert sie mit Essig und macht sich so die Vorteile des Heilkrautes für längere Zeit haltbar. Wie gesagt, ein findiger Chef oder eine phantasievolle Chefin in der Küche weiß ganz bestimmt etwas damit anzufangen. Darüber hinaus stellt ein Goldmelissen-Essig auch ein Hausmittel dar, das bei Entzündungen des Mund- und Rachenbereichs herhalten kann. Viel Spaß beim Erkunden dieser Vorzüge!

Goldmelisse und Essig

Von den grünen und frischen Blättern der Goldmelisse nimmt man eine Menge von 100 g. Die Blätter zerdrückt man zusätzlich noch leicht, bevor man sie in einem geeigneten Glasgefäß mit 1 Liter Apfelessig übergießt. 8 Tage verschlossen im Zimmer stehen lassen. Dann abseihen, in kleinere Flaschen füllen und – wenn vorhanden – noch ein kleines blühendes Zweiglein der Goldmelisse hineingeben. Dieser Ansatz kann zum Verfeinern von Salaten herangezogen werden, ebenfalls verdünnt als Gurgelwasser bei Entzündungen im Mund oder Rachen. www.kraeuterpfarrer.at

Goldmelisse oder Indianernessel (Monarda dydima) ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya





Kommentar verfassen

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Required fields are marked *

*

Sie können diese HTML Tags und Attribute verwenden: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>