Guten Appetit

Tausendguldenkraut und der Magen

Wenn von den Freuden des Gaumens und somit auch des Magens die Rede ist, dann lässt einem der Gedanke an einen knusprigen Braten, an eine cremige Torte oder an ein gutes Achterl Wein das Wasser im Mund zusammenfließen. Es gibt zurzeit auch genug Cartoons und Witze darüber, dass das Corona-Virus bedingte Daheimbleiben die Körperfülle aufgrund des regelmäßigen guten Essens um ein Vielfaches zulegen lässt. Mein Tipp soll heute auch in Richtung des guten Appetites gehen, doch habe ich dafür bloß ein äußerst bitteres Kraut anzubieten, das den Speichelfluss gefühlt eine Vollbremsung vollziehen lässt. Dabei handelt es sich um eine äußerst liebenswerte und dazu noch überaus schützenswerte Heilpflanze. Ihr Name ist Tausendguldenkraut (Centaurium erythraea od. C. umbellatum), das außerhalb von Österreich unter der Bezeichnung Tausendgüldenkraut bekannt ist. Als Mitglied der botanischen Familie der Enziangewächse verwundert es wohl nicht, dass sich das Heilkraut durch einen hohen Gehalt an Bitterstoffen auszeichnet. Flavonoide, Xanthone und Glykoside finden sich ebenso in den Wuchsteilen. Die Naturheilkunde schätzt seit eh und je diesen Vorteil. Die Tradition der Verwendung des Tausendguldenkrautes behält bis heute seine Berechtigung, wenn es darum geht, den Magen in seiner Funktion und in seiner guten Verfasstheit zu unterstützen. Und dafür ist es unbedingt notwendig, auf Bitterstoffe nicht zu verzichten. Über die Palette der Möglichkeiten, wie man das Tausendguldenkraut auf vielfache Weise nutzbringend für den Erhalt unserer Gesundheit und die Stärkung der physischen und psychischen Agilität zum Einsatz bringen kann, steht das Team der Beratung im Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein telefonisch zur Verfügung (Kräutertelefon: 02844/7070). Und nehmen Sie sich Zeit, um sich demnächst eventuell ein Magenelixier selbst zuzubereiten. Dafür habe ich einen konkreten Vorschlag.

Tausendguldenkraut-Wein

Die Zutaten setzen sich folgendermaßen zusammen: 60 g getrocknetes und zerkleinertes Tausendguldenkraut, 40 g Kamillenblüten, 40 g zerschnittene Schalen von biologisch gezogenen Orangen und der gepresste Saft von 2 Orangen. Alles miteinander abmischen, in ein Gefäß mit weißem Gals geben und mit 2 Liter gutem Weißwein übergießen. Verschließen und 3 Wochen lang an einem Fensterplatz stehen lassen. Danach abseihen, in dunkle Flaschen abfüllen und kühl stellen. Bei Verdauungsstörungen, Appetitlosigkeit und bei Sodbrennen jeweils 1 Stamperl voll 1 Stunde vor der Mahlzeit zu sich nehmen. www.kraeuterpfarrer.at

Tausendguldenkraut (Centaurium erythraea) ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya





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