Pflanzen lieben Gelb

Der Steinklee ist ein gutes Beispiel

In der Modebranche ist man stets darauf bedacht, das Design von Kleidung je neu zu definieren und somit die Trends für bestimmte Saisonen vorzugeben. Alle, die schon ein paar Lebensjahrzehnte am Buckel haben, wissen wohl um die wechselnden Geschmäcker und Vorlieben in Bezug auf das Gewand und die Haartracht. Die Natur draußen vor der Haustür hat da eine größere Beständigkeit. Und eine Farbe kehrt immer wieder: das Gelb. Obwohl er noch Zeit hat, sich zu entwickeln und bis zum Sommer dann zu seiner vollen Größe heranzuwachsen, ist der Gelbe Steinklee (Melilotus officinalis) auch schon gegenwärtig ein Heilkraut, das der Beachtung würdig ist. Als Inhaltsstoffe überwiegen in den blühenden Wuchsteilen Flavonoide und Schleimstoffe. Darüber hinaus befinden sich Cumarine im Gewächs, die vor allem beim Trocknen der Pflanzendroge zutage treten und von unserem Geruchssinn durch den charakteristischen Duft des Steinklees wahrgenommen werden. Daher eignen sich die Blütentriebe auch zur Mottenabwehr, wenn man sie mit einem durchlässigen Stoff umhüllt in den Kleiderkasten hängt. Für unsere Gesundheit hat das gelb blühende Kraut aber ebenfalls genug zu bieten. Wer dieses Heilkraut innerlich verwendet, kann mithelfen, die Blutgefäße zu stärken und sie für einen klaglosen Durchfluss des roten Lebenssaftes frei und offen zu halten. Das zeigt sich besonders auch bei Stauungen wie z. B. Hämorrhoiden als vorteilhaft. Mit den getrockneten Triebspitzen lässt sich ganz einfach ein Tee im herkömmlichen Heißaufguss zubereiten, den man dann regelmäßig über einige Zeit hinweg trinkt. Und nun möchte ich noch einen kulinarischen Tipp geben. Über den Gaumen kann man sich nämlich die Wirkstoffe des Steinklees ebenso zugänglich machen.

Speisen aufbessern

Hat man Zeit für eine kleine Mahlzeit zwischendurch, dann kann dabei der Gelbe Steinklee ebenfalls eine Rolle spielen. Die getrockneten Blüten, die man zuvor von den Trieben abgerebelt hat, mischt man u. a. unter einen Streichkäse, der dadurch auch geschmacklich aufgebessert wird. Oder man nimmt 2 Teelöffel voll und rührt sie in ein Glas Sauer- bzw. Buttermilch. Eine Weile noch stehen lassen und dann erst trinken. Das tut den Blutgefäßen gut und kann zudem mithelfen, dass das Lymphsystem in unserem Körper besser funktioniert. www.kraeuterpfarrer.at

Gelber Steinklee (Melilotus officinalis) ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya





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