Erweichendes für die Haut

Feigen und Eibisch für Abszesse

Not macht erfinderisch. Das besagt eine allseits bekannte Redewendung. Und Beispiele gibt es wohl genug dafür, auch aus jüngster Zeit. Gerade dann, wenn man der eigene Herr oder die eigene Frau im Haushalt ist, bedarf es oft der eigenen Spitzfindigkeit, um etwas zu bewerkstelligen oder eine Aktion zuwege zu bringen. Sich nur von Fachkräften und Spezialisten alles erledigen lassen zu wollen, bleibt wohl für die meisten ein frommer Wunsch. Hausmittel gehören meiner Meinung auch in diese Kategorie, fernab jedes Dilettantismus. Feigen (Ficus carica) und Eibisch (Althaea officinalis) sind zwar keine Werkzeuge für technische Anforderungen, sehr wohl aber hilfreiche Gaben pflanzlicher Natur. Erstere gehören zu den Vorzügen der mediterranen Lebenswirklichkeit, die wir gern auch zu Hause als Köstlichkeiten in Anspruch nehmen. Gerade zur Winterszeit sind sie als getrocknete Früchte sehr begehrt. Und der Eibisch wiederum hält eine gehaltvolle Wurzel für uns bereit, die meist bei Problemen mit den Atemwegen herangezogen wird. Feigen und Eibischwurzeln sind botanisch nicht miteinander verwandt. Aber beide speichern in ihrem Inneren Schleimstoffe, die man auch für die Haut nutzen kann. Dort können sich aufgrund von Bakterien, die in eine Wunde oder Öffnung eindringen, Entzündungsherde und Eiteransammlungen bilden, die sich mit der Zeit abkapseln und verhärten. Und dann gilt es auf etwas zurückzugreifen, was eine erweichende und lösende Wirkung mit sich bringt. Sofern es keines ärztlichen Eingriffes bedarf und man sich zu Hause auf verantwortungsvolle Weise bei diesen Beschwerden weiterhelfen möchte, kann ich hier einen Tipp für bewährte Hausmittel weitergeben. Generell aber sollte man auch Abszesse nicht auf die leichte Schulter nehmen und dafür eine kompetente Diagnose seitens ärztlicher Fachkenntnis in Anspruch nehmen.

Umschläge und Kompressen

Hat man einen geschlossenen und verhärteten Abszess auf der Haut, dann kann man eine Erweichung desselben mit getrockneten Feigen anstreben. Ein paar davon kocht man in Milch weich, schneidet sie anschließend durch und befestigt sie mit einem Umschlag einige Zeit auf dem Abszess. Oder man kocht 10 Minuten lang eine Handvoll getrockneter und zerkleinerter Eibischwurzeln in 1/2 Liter Wasser. Nach dem Abseihen verwendet man das Eibischwasser für warme Kompressen. www.kraeuterpfarrer.at

Feigenfrucht (Ficus carica) ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya





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