In den Mund schauen

Hirtentäschel zum Gurgeln

Wir wissen doch alle, dass man die Freiheit so richtig erleben kann, wenn man sich in der Natur aufhält und z. B. bei einem Spaziergang bzw. einer Wanderung ganze Landstriche erkundet. Für gewöhnlich verbinden wir auch das Osterfest mit einem Gang nach draußen. In verantwortungsvoller Weise und dann, wenn es den Vorgaben der derzeitigen Regelungen für die Abschwächung der Pandemie entspricht, kann dies auch jetzt praktiziert werden. Die Gedanken dürfen aber auch in die Vergangenheit zurückgehen, wo vor allem die Hirten ein Leben unter Gottes freiem Himmel verkörperten. Diese sind hierzulande ganz selten geworden. Ein Heilkraut namens Hirtentäschel (Capsella bursa-pastoris) hält aber gleichsam die Erinnerung an diese Sparte der Viehzucht noch wach. Diese Pflanze zählt zu den Kreuzblütlern und ist eigentlich recht häufig auf naturbelassenen Flächen anzutreffen. Das Hirtentäschel bevorzugt mageren Boden. Zu den Inhaltsstoffen des Krautes zählen Saponine, Gerbstoffe, Choline und auch ätherisches Öl. Hat sich die Pflanze einmal voll entwickelt, so fällt Folgendes an ihrem äußeren „Gehabe“ auf: es blüht nicht nur das ganze Jahr über, sondern fruchtet auch gleichzeitig. Oben stehen die Blütenknospen, dann die Blüten und noch weiter unten findet man bereits die gestielten, dreieckigen Kapselfrüchte, die einer kleinen ledernen Tasche eines Hirten ähneln. Daher rührt auch der Name dieses Gewächses. In den Belangen der pflanzlichen Naturheilkunde schätzt man vor allem den adstringierenden – also zusammenziehenden – Effekt, den man von der aufbereiteten Droge abrufen kann. Und so möchte ich heute vor allem die Mundhöhle als physische Zone wieder einmal hervorheben, wo das Hirtentäschelkraut seine gute Wirkung entfalten kann. Immerhin bleibt dieser sensible Bereich nicht vor Infektionen gefeit.

Spülmittel aus der Natur

Von getrocknetem und zerkleinertem Kraut des Hirtentäschels nimmt man 2 Teelöffel voll und gießt 1/2 Liter kochendes Wasser darüber. 15 Minuten zugedeckt ziehen lassen und dann abseihen. Noch bei mäßig warmer Temperatur oder ganz ausgekühlt dient dieser Aufguss dazu, Infektionen und Fisteln im Mund durch mehrmaliges Spülen und Gurgeln am Tag wiederum zu mindern. www.kraeuterpfarrer.at

Hirtentäschel (Capsella bursa-pastoris) ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya





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