Kraft vom Blatt

Hainbuchen vertreiben Müdigkeit

Es ist kirchliche Schöpfungszeit. Zwischen dem 1. September und dem 4. Oktober wird in ökumenischer Gemeinsamkeit der christlichen Kirchen für die Schöpfung gebetet und gleichzeitig werden viele Veranstaltungen durchgeführt, die den Wert der natürlichen Umwelt wieder mehr ins Bewusstsein heben. Die Ressourcen, die in der Natur vorhanden sind, ermöglichen uns ja schließlich seit Menschengedenken unser Überleben bis auf den heutigen Tag. Dabei spielen Bäume eine große Rolle. Voll Dankbarkeit will ich daher heute auf die Hainbuche (Carpinus betula) verweisen, die wohl zu den angestammtesten Gewächsen in unserer Heimat zählt. Der Name mag ein wenig irreführen, denn in Wahrheit rechnet man die Hainbuchen unter die Familie der Birkengewächse. Aber die Rinde und die Form der Blätter können gerade im frühen Wuchsalter nur bei genauerem Hinsehen von denen der Rotbuchen unterschieden werden. Die Hainbuche hat in der Forstwirtschaft keine große Bedeutung. Doch für eine gute Waldgemeinschaft ist sie letztendlich gerade im Flach- und Hügelland unentbehrlich. Ihr Blattwerk enthält wertvolle Gerb- und Bitterstoffe. Die kann man sich auch für die Pflege des Wohlbefindens zunutze machen. Ein Thema, das gar nicht so wenige beschäftigt, ist das sich mehr oder weniger häufig einstellende Gefühl der Abgespanntheit bzw. der Müdigkeit. In so einem Fall ist es u. a. gut, sich aus frischen und zerkleinerten Blättern der Hainbuche einen Badezusatz anzurichten. Dafür füllt man ein halbes Litergefäß mit frischen kleingeschnittenen Hainbuchenblättern. Stellt dies mit 2 l kaltem Wasser zu und kocht das Ganze 5 Minuten auf. Dann 15 Minuten zugedeckt ziehen lassen, abseihen und in das Badewasser leeren. In der Wanne bleibt man bloß 5 Minuten lang. Um anschließend noch die Kraft der Hainbuchenblätter weiter zu nutzen, bedient man sich eines alkoholischen Auszuges.

Hainbuchenauszug herstellen

5 volle Esslöffel frischer kleingeschnittener Blätter der Hainbuche übergießt man mit 1/2 Liter gutem Obstbrand. In einem verschlossenen Glasgefäß 14 Tage lang stehen lassen. Danach mit 1/4 Liter destilliertem Wasser verdünnen, wiederum verschließen und erneut 14 Tage lang ins Fenster stellen. Zum Schluss abseihen und lichtgeschützt im Kühlen lagern. Nach Kräuterbädern den ganzen Körper damit einreiben. Oder zwischendurch bei Müdigkeit die Stirn damit abtupfen.

Hainbuchenzweig mit Früchten und Blütenzweig ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya





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