Ein pflanzlicher Hoffnungsträger

Die Königskerze kann helfen

Vor dem Haupteingang unseres Stiftes in Geras steht eine steinerne Barockskulptur, deren Schöpfer bekannt ist. Sie stammt von niemand Geringerem als von Jakob Christoph Schletterer aus Tirol. Die Darstellung zeigt eine aufrechte Frauenfigur, mit einem langen Gewand bekleidet und einen Anker haltend, an dem sich ein Pflanzentrieb emporrankt. Die Statue ist niemand anderer als die Hoffnung, im Lateinischen als spes bezeichnet, welche wiederum zu den drei göttlichen Tugenden zählt. Ähnliches gibt es für mich auch im Reich der Kräuter zu finden. Die Großblütige Königskerze (Verbascum densiflorum) fällt mir dazu ganz spontan ein. Sie hat den Sommer über auch in diesem Jahr ganz kräftig geblüht und somit ein sehr wertvolles Gut zur Verfügung gestellt, das hoffentlich viele reichlich gepflückt, getrocknet und bereits eingelagert haben. In den Blüten der sonnenliebenden Pflanze sind eine Reihe an wundheilenden, auswurffördernden und stärkenden Inhaltsstoffen vorhanden, die man eigentlich das ganze Jahr über abrufen kann. Und genau dann, wenn es uns nicht so gut geht, kleinere oder größere Leiden uns in Schach halten, dürfen wir dankbar sein, die Heilkräuter zu haben und mit ihnen die Hoffnung auf eine Besserung pflegen zu können. Auf verschiedene Weise wird die Blütendroge der Königskerze aufbereitet und verwendet. Ein Tee, den man mit den goldgelben Pflanzenteilen aufgießt, erweist sich gerade bei einer starken Erkältung der Atemwege als hilfreich und nützlich. Es darf aber bereits die physisch vorgelagerte Mundhöhle davon profitieren, indem man den Tee als Gurgelwasser benützt. Auf der Haut ist es auch angebracht, die gute Wirkkraft der Königskerzen landen zu lassen. Entzündungsherde und Prellungen können dafür dann der Anlass sein. Gut, dass unsere Vorfahren auch um den Vorteil der Königskerzenblätter gewusst haben. Ein Hausmittel für spezielle Anliegen sei daher heute an der Reihe.

Kompressen mit Königskerzenblättern

3 volle Esslöffel getrockneter, kleingeschnittener Königkerzenblätter kocht man in 1/8 Liter Milch so lange, bis eine halbflüssige Paste entstanden ist. Diese legt man in angenehmer Temperatur vor allem bei Prellungen oder auf Stellen, wo die Haut entzündet ist, als Kompresse auf, um eine Besserung der Beeinträchtigung zu unterstützen.

Großblütige Königskerze (Verbascum thapsiforme) oder Wollblume ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya





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