Hilfreich und lindernd

Das Mädesüß von der Wiese

Was jemanden adelt, das ist genealogisch betrachtet wohl in erster Linie die Zugehörigkeit zu einer bestimmten Familie. Hin und wieder hören und lesen wir die Berichte um eine persönliche Erhebung und Auszeichnung gewisser Stars und verdienter Personen in den Adelsstand durch die britische Königin, worauf aber derartige Kandidaten hierzulande vergeblich warten müssten. Aber schauen wir ins Reich der Pflanzen. Gewiss sind dort die Wertigkeiten ganz andere. Wenn ein Gewächs jedoch zur Familie der Rosengewächse zählt, so darf man ruhig von einer edlen Klassifizierung sprechen. Das Mädesüß (Filipendula ulmaria) wächst Gott sei Dank noch häufig in unseren Fluren. Gerade feuchte Standorte wie Fluss- und Bachufer, Gräben oder Wiesensenken bevorzugt dieses heilsame Gewächs. Sie trägt in ihrem ganzen Wesen etwas Luftiges, Freies, Ungebundenes und Echtes. Daher nennt man sie in manchen Landstrichen Europas auch Wiesenkönigin. Ein kräftiger, kriechender Wurzelstock mit aufrechtstehenden Stängeln, die rötlich überlaufen sind, kennzeichnet das Mädesüß. Dazu kommt die Eigenart der Blattform: unterbrochen gefiedert, breit herzförmig, mit ausgeprägter Nervenzeichnung, oben etwas rot überlaufen, unterseits silbrig. Die Blüten wiederum sind klein, cremeweiß, mit fünf Kelch- und fünf Kronblättern und vielen Staubgefäßen. Neben Gerbsäuren, Flavonoiden und ätherischem Öl enthält die Pflanze ebenso Salicylverbindungen, die den Schluss zulassen, dass von ihr eine schmerzlindernde und entspannende Wirkung ausgeht. Daher hat man von alters her das Mädesüß in diesem Sinne verwendet. Übrigens gab es in vergangenen Jahrhunderten auch die Vorgangsweise, mit dem charakteristischen Aroma der Blüten Wein zu aromatisieren. Heutzutage wird man die Wiesenkönigin eher mit Wasser kombinieren, um einen Nutzen davon abzuschöpfen.

Ein erleichternder Tee

Von den getrockneten Blüten des Mädesüß nimmt man 2 Teelöffel voll und überbrüht sie mit 1/4 Liter kochendem Wasser. 15 Minuten ziehen lassen und dann abseihen. Langsam und schluckweise trinken. Das kann sich bei hohem Fieber, bei Rheuma, Gelenks- und Kopfschmerzen als die Beschwerden lindernd erweisen. Man kann die Blüten des Mädesüß auch mit anderen Kräutern als Teemischung gebrauchen.

Mädesüß oder Wiesenkönigin (Filipendula ulmaria) ⓒ Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya





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