Die Rohkost ergänzen

Durchaus mit Spitzwegerich

Ernährungshinweise gibt es zuhauf. Ganze Seiten werden in fachlich aufbereiteten Magazinen gefüllt, um die Zeitgenossen anzuleiten, den Körper mit eher leicht verdaulicher Kost zu konfrontieren als mit allzu Deftigem. Die Werbung tut das Ihrige dazu, um aus einem Trend Richtung gesunderLebensstil Profit zu schlagen. Meiner Meinung nach kommt dabei die Natur zu kurz, die uns ohnehin sehr viel Brauchbares und Wertvolles zur Verfügung stellt. Es gibt jedoch noch zu viel Scheu, um sich dem frischen Grün auch im Hinblick auf den kleinen Hunger zwischendurch zu nähern. Der Spitzwegerich (Plantago lanceolata) zählt wohl zu den prominentesten Vertretern der hinlänglich bekannten Heilkräuter. Er kommt nicht nur in relativ unberührten Biotopen vor, sondern erobert ebenso die zivilisierten und oftmals großflächig bodenversiegelten Areale dörflicher und städtischer Struktur. Der Spitzweggerich stellt kaum Ansprüche an den Boden und kommt sogar mit recht verdichtetem Boden zurecht. Das macht ihn zu einem Spezialisten, der ganz gerne auch befahrene Wege besiedelt. In seinen Blättern verbergen sich manch nützliche Inhaltsstoffe, die wir ohnehin gerne in Anspruch nehmen. Dazu zählen schleimige Substanzen, die sich positiv auf die Atemwege auswirken können. Zugleich gilt der Spitzwegerich als entzündungshemmend und kann mithelfen, die Folgen von Insektenstichen in Schach zu halten. Nicht vergessen möchte ich auf die Vitamine, die ebenfalls in diesem Heilkraut enthalten sind. Bereitet man sich nun im Hinblick auf eine vernünftige Ernährung so manchen guten Salat oder derlei zu, dann sollte man an die Vorzüge des Spitzwegerichs denken. Einmal mehr gilt hier der Grundsatz: probieren geht über studieren.

Frisches Grün am Teller

Bevor der Spitzwegerich zu blühen beginnt, nimmt man junge Blätter, die man unter fließendem Wasser reinigt. Die an der Unterseite befindlichen zähen Fäden zieht man aus dem Blatt mit den Fingern heraus. Dann werden die Blätter klein gehackt und nach Belieben mit einer Marinade ergänzt. Man kann mit dem frischen Grün einen Wildkräutersalat bereichern oder den Wegerich auch alleine konsumieren. Tut dem ganzen Körper und speziell der Verdauung gut.

Spitzwegerich (Plantago lanceolata) ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya





Kommentare geschlossen.