Ganz einfach würzen

Beifuß unterstützt das Verdauen

Das Wetter ist durchaus ein Thema, das man jeden Tag auf das Tablett des Smalltalks legen kann. Und kaum einen lässt die jeweilige Temperatur, die Niederschlagsmenge oder die vorhandene Bewölkung kalt. Je wärmer die Monate werden, umso mehr verlagert sich auch das Leben nach draußen. Egal, ob es sich dabei um Feste handelt, die man veranstaltet oder die privaten Stunden auskostet: es ist einfach schön, unter Gottes freiem Himmel weilen zu dürfen. Das denken sich anscheinend auch Pflanzen wie der Beifuß (Artemisia vulgaris), der sich nun anlässlich frostfreier Aussichten ebenso anschickt, sich zur vollen Größe zu entwickeln und durch Regen gesegnet die frischen Triebe samt seinen Blättern wachsen lässt. Im Anspruch an den Boden bleibt der Wilde Wermut, wie der Beifuß noch bezeichnet wird, ganz bescheiden. Es reichen ihm sandige, schottrige und somit magere Standorte vollkommen aus. Man sieht es ihm kaum an, dass dieses seit alters her geschätzte Heilkraut zu den Korbblütlern zählt. An den Blättern lässt er sich ganz einfach identifizieren, die auf ihrer Oberfläche sattgrün gefärbt sind, an der unteren Fläche jedoch silbrig erscheinen. Die nahe Verwandtschaft zum Echten Wermut legt es nahe, dass sich in den einzelnen Pflanzenteilen vor allem Bitterstoffe befinden, die ihren Vorteil besitzen, weil sie verdauungsfördernd auf die Physis wirken. Gerade in der beginnenden Sommerszeit ist es doch häufig so, dass sich unser Fleischkonsum wieder erhöht, da man bildlich gesprochen die Griller anwirft, um sich auf diese Art kulinarisch zu delektieren. Egal, ob man nun draußen im Garten oder drinnen im Speisezimmer Derartiges zu sich nimmt, sollte man das Würzen nicht außer Acht lassen. Der Beifuß steht in der Natur genau dafür griffbereit zur Verfügung.

Fettverdauung erleichtern

Vom frischen oder getrockneten Kraut des Beifußgewächses nimmt man die fein zerschnittenen Blätter, um damit gleich beim Zubereiten die eher fettlastigen Fleischspeisen wie Gänse-, Enten-, Hammel- und Schweinebraten zu spicken bzw. zu würzen. Das trägt dazu bei, dass mit dem Verzehr die Bitterstoffe vom Beifuß die Gallensekretion anregen und somit das Verarbeiten des Fettes im Verdauungstrakt beschleunigt wird.

Beifuߟ mit Wurzel und Blütendetails (Artemisia vulgaris) ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya





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