Zielpunkt Gallenblase

Den Augentrost dorthin bringen

Destinationen sind allzeit gefragt. Schon allein im weltweiten Waren- und Güterverkehr konzentriert man sich auf Länder, Regionen und Städte, die ausgewählt werden, um Produkte an den Mann bzw. die Frau zu bringen. Dabei spielt es heutzutage kaum eine Rolle, wie weit eine Distanz ist, die es zu überwinden gilt. Per Flugzeug kommt man auch im Urlaub – um es etwas lyrisch auszudrücken – bis an die Enden der Erde. Umso verwunderlicher ist es daher, dass es gar nicht so leicht ist, die einzelnen Organe in unserem Inneren „anzusteuern“. Mit dem Augentrost (Euphrasia officinalis) möchte ich heute aufzeigen, was ich genau damit meine. Wir wissen von unseren Vorfahren recht gut, wie konkret und wie praktisch man Heilkräuter zum Einsatz brachte, um die Gesundheit zu fördern und die häuslichen und damit die nicht so gravierenden Leiden zu begleiten und nicht selten einer Heilung zuzuführen. Man braucht schließlich nur in den Alltag unserer Großeltern und Urgroßeltern zurückzublicken, um eine derartige Praxis zu belegen. Aufgrund der Zeiten des Wohlstands und des ernährungsmäßigen Überflusses kommt es zu Problemen mit unseren Verdauungsdrüsen, weil bei vielen von uns ein Zuwenig an Bewegung vorliegt bzw. ein Zuviel an schädlichen Fetten, Zucker, Kohlehydraten und dergleichen. Die Gallenblase ist es dann ebenso oft, auf der sich eine derartige Schieflage manifestiert. Im Augentrost, der früher noch viel häufiger in der heimischen Flora vorzufinden war, darf man eine Pflanze entdecken, die reich an ätherischen Ölen, Flavonoiden und Gerbstoff ist und somit eine entzündungshemmende sowie eine zusammenziehende Eigenschaft besitzt. Genau darüber „freut“ sich die Galle, weil dadurch ihre Arbeit – eben die Produktion des Gallensekretes – erleichtert wird. Somit gilt es also für all jene, die eine gereizte oder gar infizierte Galle aufweisen, genau diese Region anzusteuern, um wieder das innere physische Gleichgewicht herzustellen, das sicher für ein besseres Leben erstrebenswert ist.

Maßnahme in der Früh

Von getrocknetem und zerkleinertem blühendem Kraut des Augentrostes nimmt man bloß 1 Teelöffel voll und übergießt diesen mit 1/4 Liter kochendem Wasser. 15 Minuten zugedeckt ziehen lassen und dann abseihen. Bei Beschwerden mit der Galle trinkt man 1 Woche lang jeweils in der Früh nüchtern 1 Tasse voll. Danach 1 Woche aussetzen und genauso lang die Anwendung wiederholen. Vorrangig ist aber die Diagnose durch den Arzt, um den Zustand der Galle abzuklären.

Augentrost (Euphrasia officinalis) ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya





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