Bei Erschöpfungszuständen

Ein Badezusatz mit Kalmus

In diesem Jahr höre ich nicht wenige darüber klagen, dass sich eine Erkältung in Form einer Bronchitis und anderen widrigen Begleitsymptomen so richtig festgesetzt hat. Das heißt dann konkret: der Weg zur Heilung ist ein langer. Wochenlang kommt man nicht los von Husten, Halsweh und einer angeschlagenen Verdauung. Kein Wunder, wenn das dem ganzen Körper die vorhandenen Kräfte aufzehrt. So ist es mir diesmal ein Anliegen, die Aufmerksamkeit auf den Kalmus (Acorus calamus) zu lenken. Dieses ursprünglich aus dem asiatischen Osten stammende Gewächs ist auch bei uns an stehenden und langsam fließenden Gewässern zu finden und hat sich seit Jahrhunderten in Europa eingebürgert. Im Schlamm entwickelt sich ein langer fleischiger Wurzelstock, aus dem im Sommer die aufrecht linearen Blätter wachsen. Hat jemand im eigenen Garten ein Feuchtbiotop, kann man den Kalmus ohnehin auch hier ziehen und hüten. Am besten wird Im Herbst und eben jetzt im Frühjahr der Wurzelstock ausgegraben. Nachdem er gut gereinigt ist, halbiert man ihn. Die Wurzelteile werden dann zum Trocknen in einem warmen Zimmer ausgelegt. Danach noch fein schneiden und in gut verschließbaren Gefäßen lichtgeschützt aufbewahren. Es sind vor allem Bitterstoffe und ätherische Öle, die bei der Verwendung des Kalmus zum Tragen kommen. Diese Wurzel zählt somit zu den aromatischen Bitterdrogen. Auf verschiedene Weise können die positiven Effekte, die davon ausgehen, für das Wohl des Leibes aufbereitet werden. Wenn jemand sich nach langwieriger Krankheit verständlicher Weise schlaff und ausgepowert fühlt, so kann es angebracht sein, genau dann den Kalmus zum Einsatz zu bringen. Über die Haut wird z. B. bei einem warmen Bad die gute Wirkung an den Gesamtorganismus weitergegeben.

Wurzel ansetzen und aufkochen

Nach einem langen Krankenlager oder um Diabetes und Rheumatismus zu begleiten, kann man ein wohltuendes Bad nehmen. Den Zusatz hierfür bereitet man folgendermaßen auf: 80 g ungeschälter zerkleinerter Kalmuswurzel (frisch oder getrocknet) setzt man in 3 Liter Wasser 1 Stunde lang an. Danach gut aufkochen und abseihen. Ins Badewasser leeren und 20 Minuten darin verweilen. Diese Maßnahme kann dafür sorgen, dass man wieder besser zu Kräften kommt und Beschwerden wie etwa Schmerzen gelindert werden.

Kalmuswurzel und Blütenstand (Acorus calamus) ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya





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