Mit Knospen und Blättern

Ausschau auf den Ahorn halten

Es ist prinzipiell gut, seiner Zeit nicht hinterherzuhinken. Das beweisen uns spitzfindige Geister, die den richtigen Riecher zu besitzen scheinen und mit einem innovativen Produkt in Windeseile den Markt erobern. Das gilt auch für all jene, die auf verschiedene Weise dazu beitragen, den Menschen gegenwärtig ein naturgemäßes und schöpfungsbewusstes Leben zu ermöglichen. Ernährung und sportliche Betätigung gehören da sicherlich dazu. Doch schauen wir heute einmal in die nächste Zukunft. Für die verschiedenen Ahornarten (Acer) steht die Phase unmittelbar bevor, sich gänzlich in ein Laubkleid zu hüllen und im satten Grün der kommenden Hitze samt direktem Sonnenschein zu trotzen. Nebenbei gilt es, den lebensnotwendigen Sauerstoff mittels Photosynthese zu produzieren und der Umwelt zur Verfügung zu stellen. Daher ist es auch für kommende Generationen wichtig, dass der Baum – welcher Art auch immer – weltweit seine Lebensmöglichkeiten als gesichert weiß. Betrachten wir die heimischen Ahornarten, also den Spitzahorn, den Bergahorn und den Feldahorn etwas näher, so wissen wir in erster Linie um die Güte des Holzes, das wir von diesen Pflanzen als hohes Gut entgegennehmen und verarbeiten dürfen. Übrigens profitieren ja auch im Besonderen die Bienen von deren nektarreichen Blüten. Wir als Menschen dürfen auf die Knospen und die Blätter schauen. Denn schon bevor sich ein Ahornblatt entfaltet, bergen sich in seiner abgekapselten Form direkt am Zweig Mineralstoffe, Vitamine und pflanzliche Wuchssubstanzen, die ebenso für unsere Physis von großem Vorteil sind. Daher heißt es also jetzt schon und in nächster Zukunft gut aufpassen, um das Angebot der frühjährlichen Bäume recht zu nutzen. Übrigens ein Tipp für die häusliche Speisekammer: zarte Ahornblätter, die sich ganz neu und frisch entwickelt haben, können wie Sauerkraut eingelegt und milchsauer vergoren werden, um sie als wertvolle Zuspeise in kargen Zeiten zu verwenden.

Beruhigend und lindernd

Blätter und Knospen von den heimischen Ahornbäumen können als Rohkost schnabuliert werden. Sie schmecken zuerst säuerlich und im Laufe des Kauens immer mehr süßlich. Man erzielt damit einen beruhigenden Effekt. Zudem möchte ich darauf hinweisen, dass frische Ahornblätter ein kühlendes Auflagemittel darstellen können. Möglichkeit dazu besteht bei Entzündungen, müden und geschwollenen Füßen, bei Insektenstichen oder bei übermüdeten Augen. Vor dem Auflegen jedoch ein bisschen anquetschen.

Ahorn (Acer) aus Mensch und Baum ⓒ Grafik von Prof. Emil Jaksch, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya





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