Bei Sodbrennen

Wacholder als Direkthilfe

Mit dem Essen ist das so eine Sache. Sowohl ein Zuviel als auch ein Zuwenig machen uns letztendlich nicht glücklich. Gewiss sind wir jetzt in der christlichen Fastenzeit eher dazu geneigt, auf Überflüssiges oder allzu Genüssliches zu verzichten, doch machen wir dabei nur allzu schnell eine Ausnahme, um dann doch wieder den inneren Schweinehund von der Leine zu lassen. Nun gut, es ist nie zu spät, wieder von neuem die Vernunft walten zu lassen. Mit dem Wacholder (Juniperus communis) verbinden wir für gewöhnlich auch durchaus Delikates. Denn immerhin findet sich das gute Gewürz in Form der sogenannten Beeren in manch herrlich veredelter Soße eines Wildgerichts oder im gekochten Sauerkraut, das als Zuspeise einen deftigen Schweinsbraten abrundet. Doch jeder kennt auch die Folgen eines ausgiebigen Mahls, die sich nicht nur in einem vollen Bauch und einer damit manchmal einhergehenden Müdigkeit zeigen. Es ist das wohlbekannte Sodbrennen, welches sich auch bei anderen Gelegenheiten einstellen kann. Als angenehm wird es wohl keiner und keine empfinden, wenn es jemandem in der Speiseröhre im wahrsten Sinne des Wortes sauer aufsteigt. Kaum jemand denkt dann an eine langwierige Therapie, um diesen widrigen Umstand wieder zu lindern. In den getrockneten Früchten des Wacholders, die uns ja bestens bekannt sind, befinden sich Inhaltsstoffe wie etwa ätherische Öle, die sich gut auf die Verdauung auswirken können. Deswegen haben wir deren Verwendung als Zugabe und Gewürz bereits besprochen. Im Schatz der alten Hausmittel findet sich auch eine Überlieferung, die den Wacholder bzw. seine mit Fruchtfleisch behafteten Zapfen – was nämlich die stahlblauen Beeren des spitznadeligen Gewächses eigentlich sind –, als schnelle Hilfe bei Sodbrennen beschreiben. Die Durchführung des Ganzen ist recht simpel.

Wacholderbeeren kauen

Um lästiges Sodbrennen zu vertreiben, kann Folgendes durchgeführt werden: von gut getrockneten reifen Zapfenbeeren des Gemeinen Wacholders nimmt man bloß 3 Exemplare und kaut sie im Mund langsam und sorgfältig durch. So nimmt der Speichel die ätherischen Öle der Früchte auf und transportiert sie Richtung Speiseröhre. Zum Schluss kann man den Wacholderbeeren-Brei dann ganz schlucken. Wer jedoch gereizte Nieren hat, sollte keine Wacholderbeeren verwenden!

Wacholderzweig mit Beeren (Juniperus communis) ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya





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