Wenn sich die Zeit wendet

Das Johanniskraut benutzen

Eigentlich sollte Frieden herrschen auf der ganzen Welt. Heute ist der eigentliche Weihnachtstag, und in der Nacht hat man bei den Christmetten das Lied der Engel singen hören, die den Hirten auf dem Felde nahe Bethlehem verkündeten: Ehre sei Gott in der Höhe und Friede den Menschen seiner Gnade! Es wäre schön, wenn alle Waffen schweigen und der Zwist in den Familien ein Ende haben würde. Die Erde hätte ein ganz anderes Antlitz. Mit dem Johanniskraut (Hypericum perforatum) möchte ich mich heute an diesem hehren Festtag der Natur zuwenden, die so viele Geschenke bereithält, um dem Wohl unseres Leibes und der Seele zu dienen. Doch oft vergessen wir darauf, sie genauer zu betrachten und gleichsam wie die Packerl unter dem Christbaum voller Freude entgegenzunehmen. Im Sommer, gerade dann, wenn sich im 3. Drittel des Junis der Lauf der Sonne ändert, wächst dieses Heilkraut zu seiner Höchstform heran. Die gelben Blüten überziehen zu jener Zeit die Wegränder, Böschungen und Feldraine wie mit einem Hauch von Gold. Die Blüten sind es auch, die vornehmlich geerntet und getrocknet werden. Frisch zieht man sie darüber hinaus heran, um ein schmerzstillendes und wundheilendes Öl anzusetzen, das vielen wegen seiner leuchtend roten Farbe ohnehin ein Begriff ist. Wenn es ab jetzt im Hinblick auf die Sonne wieder bergauf geht und die Tage an Lichtmenge zunehmen, ist es vielleicht gar nicht schlecht, auf sein eigenes Gesicht zu schauen und dafür zu sorgen, dass sich zumindest dieser klein umgrenzte Bereich umsorgt und umhegt fühlt. Im Johanniskraut stecken nämlich antiseptische und zusammenziehende Eigenschaften, die sich sehr vorteilhaft auf das Antlitz auswirken, wenn es damit in Berührung kommt.

Ein Tee fürs Gesicht

Von getrockneten Blüten des Johanniskrautes nimmt man 15 g und übergießt sie mit 1 Liter kochendem Wasser. 15 Minuten zugedeckt stehen lassen und dann abseihen. Sobald der Aufguss eine annehmbare Temperatur erreicht hat, wäscht man damit das Gesicht gründlich ab. Diese Anwendung wirkt sich reinigend und straffend auf die Haut aus. In den nächsten Tagen aber nicht ins Solarium gehen oder sich beim Skifahren auch nicht zu lange der Sonne aussetzen. Die Johanniskraut-Anwendung macht nämlich lichtempfindlich.

Johanniskraut mit groߟer Blüte (Hypericum officinalis) ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya





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