Kleine Beigabe am Tisch

Der Salbei zu Weihnachten

Nun ist es so weit! Der Advent liegt hinter uns. Wir dürfen eintreten in ein Geheimnis, das die kommenden Tage bestimmen wird: in der Einfachheit Bethlehems kam Gott zur Welt und hat sich den Menschen als Ihresgleichen geoffenbart. Das ist der eigentliche Inhalt des Weihnachtsfestes. Davon ist letztlich auch die ganze Schöpfung betroffen, denn der Mensch ist ein Teil all dessen, was aus der gütigen Hand des Allmächtigen hervorging, die Pflanzen miteingeschlossen. Der Salbei (Salvia officinalis) kann als eines der bekanntesten Heilkräuter bezeichnet werden. Viele hegen und pflegen ein oder mehrere Stöckchen davon im eigenen Garten. Sein herber Geschmack ist sein untrügliches Erkennungszeichen, sobald man ein Blättchen davon abzupft und im Mund zerkaut. Dieselbe Empfindung kennt man, wenn man sich einen Tee aufgießt, um damit eine Erkältung zu lindern oder damit zu gurgeln, wenn der Hals kratzt. Zu den Festtagen jedoch wird man zu anderen wohlschmeckenderen Getränken greifen, sofern es die Gesundheit und die körperliche Konstitution erlauben. Aber dennoch braucht man den Salbei nicht ganz von den Tischen verbannen. Denn immerhin wissen wir, dass die Verwendung des populären Lippenblütlers positive Auswirkungen auf die Verdauung zeitigt. Und genau das darf bei den Überlegungen im Vordergrund stehen, die uns dahingehend anleiten, die Vernunft rund um das Christfest nicht ganz ad acta zu legen. Auf das physische Verarbeiten so mancher Köstlichkeiten wollen wir uns schließlich doch gerade dann verlassen können. Das Kleine und Niedrige hat Gott erwählt, um es stark zu machen. Das können wir ruhig auch auf den Salbei umlegen, sollten wir diesen zu gering schätzen.

Die Suppe ergänzen

Getrocknete Salbeiblätter kann man so lange zerreiben, bis daraus ein relativ feines Pulver entsteht. Dieses füllt man am besten in ein verschraubbares Gefäß, damit es keine Feuchtigkeit aufnehmen kann und in seiner Qualität nicht gemindert wird. Damit lassen sich sehr gut Suppen würzen. So verwendet, regt der Salbei durch seine Gerb- und Bitterstoffe die Absonderung der Verdauungssäfte an.

Salbei mit Knospen und Einzelblüten ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya





Kommentare geschlossen.